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Kolumne der Redaktion

01.12.2022

FDP kandidiert in der Stadt auf drei Listen mit 28 Männern und sechs Frauen für den Kantonsrat

Am 2. April 2023 wählt die Luzerner Bevölkerung eine neue Regierung sowie ein neues Parlament. Gestern Abend (30. November) wurden im Maskenliebhabersaal die Kandidierenden der FDP.Die Liberalen Stadt Luzern nominiert. Mit drei verschiedenen Listen wolle man «bei den nächsten Wahlen angreifen und damit die im Jahr 2019 verlorenen zwei Sitze zurückgewinnen», heisst es in einer Medienmitteilung.


Vorausgesetzt, wir zählen richtig – salvo errore et omissione (unter Vorbehalt von Irrtum und Auslassung) –, und wir haben mehrmals gezählt, sind von den 34 Namen bloss deren sechs weiblich. Und das auf drei verschiedenen Listen.

Mit Verlaub: Für eine Partei von der historischen Bedeutung des Freisinns in der Stadt Luzern ist das doch etwas gar mager. Und man fragt sich, wie der Anspruch der Partei, zwei bei den letzten Kantonsratswahlen verlorene Mandate zurückzugewinnen, bei diesen Kantonsratwahlen im Frühjahr 2023 erfüllt werden soll. Apropos «zurückgewinnen»: Von den 24 Sitzen, welche der Wahlkreis Luzern im 120-köpfigen Kantonsrat jetzt belegt, hat die FDP deren drei, also einen Achtel der Sitze. In der Legislatur zuvor (2015 bis 2019) waren es für Luzern 25 Sitze. Damals hatte die FDP fünf Mandate, also einen Fünftel der Sitze. Sie hat also bei den Kantonsratswahlen 2019 massiv verloren. Umso anspruchsvoller ist die jetzt lautstark verkündete Absicht, zwei Sitze dazu zu gewinnen.

Ob es da nützt, dass die FDP zusammen mit der Mitte, der GLP und der SVP eine Listenverbindung eingehen will, darf bezweifelt werden, weil dies 

. erstens nichts am personellen Angebot der FDP ändert und weil

. zweitens auch das personelle Angebot der SVP für diese Wahl (wir reden hier vom Wahlkreis Luzern-Stadt) mit grosser Wahrscheinlichkeit niemanden vom Hocker hauen wird. Von Die Mitte und der GLP sind demgegenüber aussagekräftigere Listen zu erwarten (vor allem auch mit mehr Frauen). Doch ob das reicht, «Links-grün» in die Schranken zu weisen, darf – Stand heute Donnerstag, 1. Dezember 2022 – sehr bezweifelt werden.

Diese Listenverbindung ist übrigens noch keineswegs in trockenen Tüchern, wie unlängst der «LZ» und zentralplus.ch zu entnehmen war (Details folgen).

Sieht so ein Angriff auf «Links-grün» aus (wie er in der Medienmitteilung angekündigt ist)? Ist das nicht viel mehr eine Kapitulationserklärung?

Neckischerweise sind es die Grünliberalen, an welche die FDP seit Jahren landab landauf Sitze verliert. Und ausgerechnet mit ihnen will sie in der Stadt Luzern eine Listenverbindung eingehen?

Wir sind gespannt!

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern

Siehe unter «Links» und «Dateien».


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch.


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1. Dezember 2021: Hanns Fuchs schreibt über Herbert Fischer:
http://www.luzern60plus.ch/aktuell/artikel/ein-strurbock-im-medienzirkus

Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:
www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/