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Kolumne der Redaktion

07.09.2022

Beitrag an Schweizergarde-Kaserne ist ein ordnungspolitischer Sündenfall

Es gibt überzeugte Bürger dieses Landes, welche in den Dienst eines fremden Staates – dem Vatikan - treten. Und ja, es stimmt: Sie wohnen in einer inzwischen fragwürdigen Unterkunft, die dringend saniert werden muss. Diese Schweizergardisten haben sich dem Schutz des Papstes, dem Oberhaupt der katholischen Kirche verpflichtet.


So wirbt im Bahnhof das Komitee, welches das Referendum zustande gebracht hat, gegen den Beitrag von 400 000 Franken - einen Franken pro Kopf der Bevölkerung im Kanton Luzern - an den Neubau der Schweizergarde-Kaserne im Vatikan.

Bild: Herbert Fischer

Aber wozu hat sich der Vatikanstaat verpflichtet? Wo ist die Fürsorgepflicht für die diensttuenden Gardisten, diesen eine menschenwürdige Unterkunft zu verschaffen?

Hier macht es sich der Vatikanstaat sehr einfach, er geht auf Betteltour und scheint damit erfolgreich zu sein. Er benötigt keine Argumente, denn die werden willfährig von einer überzeugten Minderheit geleistet.

Als überzeugter Liberaler handelt es sich in meinen Augen um einen ordnungspolitischen Sündenfall erster Güte, den Verstoss gegen die Trennung von Staat und Kirche. Da nutzen auch alle hervorgebrachten Begründungen touristischer und folkloristischer Art nicht, es bleibt ein eklatanter Verstoss!

Alle Bürgerinnen und Bürger dieses Kantons müssen auf Geheiss des Beschlusses des Kantonsrates ihren Obolus dem Vatikan abliefern – unabhängig davon, welcher Religionszugehörigkeit oder Religionslosigkeit. Und ja, dieser Betrag kommt über Umwege direkt dem Vatikanvermögen zu, denn die dazwischengeschaltete Stiftung vermacht die neu erbaute Kaserne anschliessend dem Vatikanstaat!

Die Befürworter des Kantonsbeitrages reden auch von der Wertschätzung gegenüber den Gardisten; bitte fordert diese Wertschätzung gegenüber den Schweizergardisten direkt bei der zuständigen Stelle ein: dem Vatikanstaat!

Joachim Cerny, Liberaler und Freidenker, Sursee 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/