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Kolumne der Redaktion

19.05.2022

Rückschritt statt Fortschritt in der Luzerner Mobilitätspolitik

Die SP Stadt und Kanton Luzern nehmen mit Erstaunen und wenig Verständnis zur Kenntnis, dass der Kanton Luzern gleich zwei gewichtige Verkehrsprojekte nach mehrjähriger Planung abbricht, beziehungsweise sistiert. Dieses Vorgehen verzögert den ÖV-Ausbau und ist schlecht für die Erreichung der Mobilitätsziele, Lebensqualität und Verkehrssicherheit gleichermassen.


Velofahrer Hasan Candan ist Biologe, Betriebs- und Sportwissenschafter. Seit 2001 ist er Kantonsrat, zuerst bis 2015 für die JungsozialistInnen, seither für die SP. Sein Vater, der Jurist und Sozialarbeiter Enver Candan, vertrat die SP mehrere Jahre im Grossen Stadtrat.

Auch Mario Stübi ist Velofahrer. Er hat Kulturwissenschaften studiert, als Journalist gearbeitet und wirkt jetzt als freischaffender Redaktor. Er gilt als einer der Erfinder und ist Mitgründer des Projekts Neubad. Stübi präsidiert die Sektion Luzern der SRG sowie den Mieterinnen- und Mieterverband Luzern.

Bilder: Herbert Fischer

Unlängst hat der Regierungsrat den Abbruch der ursprünglichen Planung für Durchmesserperrons auf dem Luzerner Bahnhofplatz angekündigt. Jetzt verzichtet die gleiche Behörde vorerst auf eine Sanierung der Infrastruktur unter dem Pilatusplatz und eine damit einhergehende potentielle Verbesserung des Verkehrsregimes (Y-Lösung). Beiden Projekten liegen jahrelange Planungsarbeiten zugrunde, die nun entweder hinfällig geworden sind oder weit in die Zukunft geschoben werden.

Dadurch werden nicht nur die Erreichung der Mobilitätsziele, Lebensqualität und Verkehrssicherheit verschlechtert, sondern der dereinstige Überarbeitungsaufwand führt überdies zu hohen Kosten. Dieser Rückschritt in der Mobilitätspolitikwirft für die SP Fragen auf.

•    Bahnhofplatz (Durchmesserperrons); Kantonsrat Hasan Candan (Luzern): «Dieser Verzicht ist bedauerlich für alle ÖV-Nutzer:innen von Stadt, Agglo und Land, welche auf eine funktionierende Verkehrsdrehscheibe Stadt Luzern angewiesen sind, weil eine Verzögerung des Angebotsausbaus zu erheblichen Folgeschwierigkeiten führt.

Die Ziele des Agglomerationsprogramms, des Klimaberichts und weiterer mobilitätspolitischen Instrumente, den Umstieg auf klimafreundlichere und flächeneffizientere Verkehrsmittel voranzutreiben, rücken in weite Ferne.

Die Notlösung mit einem zusätzlichen Perron auf der Pilatusstrasse ist dabei mehr schlecht als recht, weil sie die Umsteigezeiten verlängert, nur in eine Richtung funktioniert und aufgrund ihres provisorischen Status dereinst ein erneutes Umgewöhnen der ÖV-Nutzer:innen bedingt.»

 •    Pilatusplatz (Y-Lösung); Grossstadtrat Mario Stübi (Luzern): «Mit der erwiesenermassen planerisch umsetzbaren Y-Lösung hätte bei gleichbleibender Kapazität nicht nur der gefährliche ampellose Zebrastreifen auf Höhe Stadthaus entschärft werden können, sondern auch ein attraktiver öffentlicher Aufenthaltsraum gewonnen. Eine sich aus mehreren Perspektiven ergebende Win-win-Situation wird von der Regierung leider aufs Spiel gesetzt. Die SP hofft sehr, dass diese Planung zeitnah wieder aufgenommen wird, damit eine Verbesserung der Verkehrssituation für Stadt und Agglo realisiert werden kann.»

Bei all dieser Kritik soll dabei nicht unbeachtet bleiben, dass die SP das Einlenken des Regierungsrats bei der Frage über Tempo 30 auf Kantonsstrassen sehr zu schätzen weiss. Mario Stübi: «Wir sind überzeugt, dass sich die Bevölkerung beispielsweise an der Baselstrasse dereinst sehr dankbar zeigen wird für diesen Entscheid.» Gleichzeitig liegt es auf der Hand, dass dies nur der Anfang sein kann für weitere Massnahmen in Richtung einer zukunftsorientierten und städteverträglichen Mobilität.

Und Hasan Candan sagt dazu: «Das Dogma des Kapazitätserhalts für den MIV muss innerstädtisch kritisch hinterfragt werden.» Unter den jetzigen Voraussetzungen wird die Mammutaufgabe kaum zu stemmen sein, mit der Neugestaltung des Verkehrsregimes auf der Verkehrsdrehscheibe Bahnhofplatz positiv auf die Mobilitäts-, Klima- und Nachhaltigkeitsziele hinzuwirken.

(Dies ist eine Medienmitteilung von SP Stadt und Kanton Luzern)


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/