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Kolumne der Redaktion

17.01.2022

Sterben Medien, stirbt Demokratie

Seit Jahren verzeichnen Verlagshäuser bei den Inseraten und den Abos enorme Ertragseinbrüche. Dies trägt massgeblich dazu bei, dass die herkömmlichen Finanzierungsmodelle der Zeitungen und Zeitschschriften bedrohlich eingebrochen sind.


Zeitungsständer im Luzerner Bahnhof, aufgenommen im Mai 2011. «Die Region», vormals «Heimat» (am rechten Bildrand oben), gibts bereits nicht mehr.

Die Lokal- und Regionalzeitungen erfüllen eine staatspolitisch wichtige Funktion, weil sie das soziale, politische und kulturelle Leben abbilden und so zur Meinungsbildung beitragen und direkte Demokratie erst ermöglichen.

Bild: Herbert Fischer

Als eifriger Zeitungsleser stelle ich seit seit Jahren fest, wie die Medien- und Meinungsvielfalt in der Schweiz laufend abnimmt. Die Gegner der Vorlage, über die wir am 13. Februar abstimmen, kritisieren, dass auch grosse Verlagshäuser Steuergelder erhalten sollen.

Fakt ist: Je höher die Zeitungsauflage, umso geringer fällt die Ermässigung für die Zustellung aus. Je kleiner das Medium, desto grösser ist anteilsmässig die finanzielle Unterstützung. Das Medienpaket ist also ein sogenanntes degressives Fördermittel.

Der Bund fördert die Medien bereits seit 1849, hat jedoch nie Einfluss auf die Berichterstattung genommen. Hingegen ist die Einflussnahme von Inserenten und mächtigen «Mäzenen» (die Medien finanzieren) oder auch von Grosskonzernen das grösste Problem für die Unabhängigkeit der Medien.

Das vorliegende Mediengesetz unterstützt in erster Linie die kleinen und mittelgrossen Redaktionen. Das entspricht unserer Zeitungslandschaft im Kanton Luzern. Wenn immer mehr Lokal- und Regionalzeitungen verschwinden, ist auch immer weniger darüber zu lesen, was vor der Haustüre, also im sozialen, politischen und kulturellen Nahbereich passiert.

Genau solche Medienberichte aber tragen entscheidend dazu bei, dass sich Bürgerinnen und Bürger breit informieren und eigene Meinungen bilden können, um an der Urne abzustimmen. Sterben immer mehr Medien, stirbt auch immer mehr Demokratie. So einfach ist das.

Ich werde am 13. Februar ein deutliches Ja zum Mediengesetz in die Urne legen!

Marcel Sonderegger, Oberkirch


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/