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Kolumne der Redaktion

17.05.2021

Dumm und dreist: SRG-Oligarchen gehören tüchtig abgestraft und zwar durch die SRG-Basis

Die obersten Bosse des Schweizerischen Rundfunks haben soeben bewiesen, dass sie politisch unsensibel sind. Das alleine disqualifiziert sie für ihre Funktionen. Jetzt liegt es an der SRG als Verein zu beweisen, dass sie eine demokratisch legitimierte Institution ist.


Im Visier: SRG-General und -Abzocker Gilles Marchand.

Bild: Herbert Fischer

Redaktor Francesco Benini hat auf den Websites von CH Media - wozu unter anderem luzernerzeitung.ch und watson.ch gehören - enthüllt, dass sich SRG-General Gilles Marchand und seine engste Entourage für 2020 Boni ausschütten. Und zwar, obschon dies ein denkbar schlechtes Geschäftsjahr war; allerdings aus Gründen, die nun weiss Gott nicht sie «verschuldet» haben. 

Siehe dazu unter «In Verbindung stehende Artikel» (Einträge vom 17. Mai 2021): der Bericht und der Kommentar von Francesco Benini.

Jede Aussage im Kommentar von Bellini kann nur unterschrieben werden!

Er erwähnt jedoch nicht, dass juristisch gesehen die SRG ein Verein ist, mit «Demokratie von unten» also, mit Generalversammlungen der einzelnen Sektionen ihrer Trägerschaft. An der SRG-Basis liegt es nun, zu reagieren und ihren Protest, ihre Abscheu sogar, gebührend kundzutun und öffentlich zu deponieren. Tut sie dies nicht, entlarvt sie sich als Phantom. 

Marchand und Konsorten sind anständig bezahlt und das ist auch richtig so; dagegen ist nichts einzuwenden. Um geeignete Persönlichkeiten für heikle Führungs- und Stabsfunktionen zu finden, muss ein Unternehmen bekanntlich markt- und konkurrenzfähig sein. 

Wenn sie sich aber angesichts der schlechten 2020-er-Zahlen der SRG auch noch Boni ausschütten, werden sie zu Abzockern mit - erstens - einer gehörigen Portion Unverfrorenheit, vor allem gegenüber ihren 6000 Mitarbeitenden. Ebenso ist dies - zweitens - unsäglich dumm, weil dies verrät, dass sie null Gespür dafür haben, dass das politisch gar nicht geht: Allein schon, weil sie so ihren Gegnern, welche die SRG ganz abschaffen wollen, fadengerade ins Messer laufen und ihnen Argumente für eine nächste Frontalattacke auf dem Silbertablett servieren; wetten, dass es keine Woche dauern wird, bis die euphorisch und publikumswirksam ihre Messer wetzen werden?

Gehts eigentlich noch, Monsieur Marchand?

Ach ja, auch das noch: Welche Rolle spielt eigentlich SRG-Präsident Jean-Michel Cina in dieser grenzwertigen Geschichte?

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch und Mitglied der SRG-Sektion Luzern, Luzern

POSTSKRIPTUM: Man darf nun gespannt sein, wie die SRG-Sender diese Peinlichkeit auf ihren Kanälen stattfinden lassen. Zum Beispiel, ob sie einfach der Form halber so tun, als fänden sie das erwähnenswert. Oder ob sie eine journalistische und damit handwerklich saubere Aufarbeitung bieten.

Fähige und unerschrockene JournalistInnen mit einwandfreien Schliessmuskelfunktionen gibts in der SRG zuhauf. Dies wäre zumindest der Versuch einer Schadensbegrenzung.

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Siehe unter «Links» und «Dateien».


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/