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Kolumne der Redaktion

31.10.2017

Auch die Mehrheit des Parlaments spürt das Volk nicht – zur Freude der SP

Der Kantonsrat hat es heute sehr deutlich abgelehnt, das «Rom-Reisli» der Regierung zu verbieten und dessen horrende Kosten zu sparen. Dafür wird ihm die SP bis zu den Gesamterneuerungswahlen 2019 dankbar sein.


Es ist, hier ebenso wie anderswo, bereits tüchtig darauf hingewiesen worden, wie schräg das für den 5. Mai 2018 geplante «Rom-Reisli» der Luzerner Regierung – samt römisch-katholischem, evangelisch-reformiertem sowie christ-katholischem Anhang – im gegenwärtigen politischen Klima erscheint. Köpfeschütteln reihum; Kommentare unisono im Stil von «Dafür haben sie wieder Geld» und: «Typisch Guido Graf: er inszeniert gerne sich selber, aber dass die Regierung das mitmacht, ist doch sehr erstaunlich».

Erstaunliches hat sich heute auch im Kantonsrat zugetragen. Er folgte grossmehrheitlich der Regierung und lehnte es ab, der Regierung diese Reise zu verbieten und so satte 100 000 Franken zu sparen (siehe unter «Dateien»). Den Forderungen des Vorstosses von David Roth (siehe unter «In Verbindung stehende Artikel») verweigerte er sich mit 77 Nein gegenüber 37 Ja-Stimmen. Letztere Zahl zeigt immerhin, dass nicht allein rot-grüne KantonsrätInnen für den Vorstoss Roth votierten, die vereinigen nämlich zusammen gerade mal 23 Stimmen. 

Man fragt sich, wie gut sich die Bürgerlichen überlegt haben, ob sie mit diesem Verhalten weitsichtig waren. Denn für die SP konnte nichts Besseres passieren!

Ihr ist damit sein Steilpass mehr geliefert worden. Sie wird nichts unterlassen, diesen Vorgang bis zu den nächsten Wahlen immer wieder aufzutischen. Und so das zürnende Volk unablässig mit der Botschaft berieseln: «Von Euch wollen Sie Prämienverbilligungen zurück, reisen aber für 100 000 Franken zum Papst nach Rom»!

Wetten, dass diese Botschaft selbst bei Leuten gut ankommen wird, die – eigentlich – rein gar nichts gegen die Pflege guter Beziehungen zwischen dem (offiziell) katholischen Kanton und der Schweizergarde einzuwenden haben?

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/