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Kolumne der Redaktion

08.02.2017

SP wehrt sich gegen weiteren Poststellen-Abbau in Luzern

Der Kahlschlag im Poststellennnetz geht weiter: laut luzernerzeitung.ch (siehe unter «Links») will Die Post allein in Luzern weitere drei Standorte schliessen. SP-Grossstadtrat Claudio Soldati hat deswegen - wie bereits letzten Herbst - eine Medienmitteilung veröffentlicht.


Die Mitteilung hat folgenden Wortlaut:

«Kahlschlag bei der Post verhindern

Die SP nimmt die angekündigten Poststellenschliessungen mit grossem Unverständnis zur Kenntnis. Die SP wird sich gemeinsam mit der Bevölkerung gegen diesen massiven Einschnitt beim Service Public wehren.

Die SP hat bereits am 6. September 2016 mit einer Interpellation (Nr. 3) von Grossstadtrat Claudio Soldati auf bedrohte Poststellen in der Stadt aufmerksam gemacht und dem Stadtrat verschiedene Fragen gestellt. Nun bewahrheitet sich die Befürchtung der SP, dass die Post unnötigerweise einen Kahlschlag beim Service public in der Stadt Luzern vornehmen möchte.

Für die SP ist klar, dass dieser Poststellenabbau massiv und unverantwortlich ist. Postagenturen sind kein Ersatz für Poststellenschliessungen. Die Luzerner Bevölkerung und Luzerner Unternehmen erwarten auch zukünftig eine kunden- und dienstleistungsfreundliche Post. Dafür wird sich die SP einsetzen.

Die SP wird ihre vorgängigen diesbezüglichen Kontakte mit den betroffenen Quartiervereinen intensivieren und Massnahmen zur Sicherung der Poststellen einleiten. Zudem wird der Stadtrat aufgefordert, sich gegen die geplanten Poststellenschliessungen zu wehren.»

Soweit SP-Grossstadtrat und -Präsident Claudio Soldati.

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Diese SP-Reaktion auf den heutigen Bericht auf luzernerzeitung.ch zur beabsichtigten Schliessung weiterer Poststellen in Luzern war so sicher zu erwarten wie das Amen in der Kirche. Sie ist mehr als berechtigt.

Nur: Die Post kann praktisch machen, was sie will. Sie ist zwar nach ihrer Verselbständigung in eine Aktiengesellschaft, die zu 100 Prozent dem Bund gehört, einem Leistungsauftrag ihrer Eignerin verpflichtet; wie die SBB und die Swisscom. Aber sie orientiert sich längst an den Maximen aller anderen Konzerne: eiskalte Gewinnmaximierung! Das einzig Tröstliche daran ist, dass sie zusammen mit der Swisscom so etwas wie ein Goldesel ist und die Bundeskasse alljährlich mit Millionen beflutet. So gut so recht.

Sollte man meinen.

Was die Bahn seit Jahren praktiziert - nämlich die Schliessung «unrentabler» Bahnhöfe und Bahnstationen - und was die Post ihrerseits ebenfalls mit erschreckender Brutalität umsetzt, hat gravierende Konsequenzen in der öffentlichen Akzeptanz dieser Unternehmen, die weiland so etwas wie Leuchttürme waren, wenn es darum ging, sich mit diesem Land zu identifizieren; wenn es darum ging, herausragendende Voraussetzungen für den nationalen Zusammenhalt zu symbolisieren. 

Wer seinerzeit die Umwandlung von Post, SBB und Swisscom in Aktiengesellschaften blauäugig und achselzuckend durchgewinkt hat, ohne grundlegende Vorbehalte, wie die drohende Zerschlagung des Service public-Charakters genau dieser nationalen Symbole einzufordern, sollte sich jetzt nicht wundern, wenn Die Post ihre Leistungen in Luzern weiter abbaut. So einfach ist das.

Wer in dieser Debatte ernst genommen werden will, darf jetzt nicht behaupten, genau davor seinerzeit nicht gewarnt worden zu sein.

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch - das ganze meinungsspektrum, Luzern  


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/