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Kolumne der Redaktion

26.11.2016

Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit

Der Schweizer Historiker erreicht im Hörsaal tausend, im Internet Millionen von Zuhörern. Unter anderem, indem er unliebsame Wahrheiten benennt und sich nicht einschüchtern lässt.


Philipp Schüpbach (1992) lebt in Ebikon. Er ist gelernter Elektroinstallateur und arbeitet in einem Unternehmen, das elektronische Anlagen für Institutionen im Gesundheitswesen einrichtet und betreut.

Bild: Herbert Fischer

Am 1. November 2016 konnte man sich in der Technischen Universität Dresden den Vortrag zum neuen Buch «Illegale Kriege» von Daniele Ganser anhören. In den eineinhalb Stunden seines Vortrags hat Daniele Ganser einen Vorgeschmack auf sein neues Buch vermittelt und konnte so etwa 1000 Zuhörer im Vorlesungssaal versammeln. Auf youtube.com erreichen seine Vorträge Millionen Zuhörer und bestätigen das Interesse an einer offenen und breiten Diskussion über das aktuelle Weltgeschehen (siehe unter «Links».)

Der Willhelm Tell unter den Historikern

Dr. phil. Daniele Ganser ist ein Schweizer Historiker und Friedensforscher. Als Dozent unterrichtet er an der Universität St. Gallen zusammen mit Professor Rolf Wüstenhagen den Kurs «Geschichte und Zukunft von Energiesystemen» und seit 2011 leitet er das Swiss Institute for Peace and Energie Research (SIPER). Daniele Ganser spricht unangenehme Themen an, stellt kritische Fragen und lässt sich nicht von ehrverletzenden Angriffen auf seine Person beeinflussen.

Achtung: Hier endet die «heile Welt»

Wer sich einmal einen seiner Vorträge angehört oder eines seiner Bücher gelesen hat, wird nicht einfach zur «heilen Welt» zurückkehren können, sondern muss sich mit den knallharten Fakten der Realität auseinandersetzen. Seine Reise durch die Geschichte geht vom Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Mossadegh im Iran 1953 durch die CIA und den MI6 («Operation Ajax») bis zu den aktuellen Krisenherden und Kriegsgebieten Ukraine und Syrien. 

Spätestens seit der Flüchtlingskrise, den Terroranschlägen auf der ganzen Welt und der immer kühler werdenden Beziehung zwischen dem Westen und Russland müssen auch wir Schweizer uns mit diesen Themen beschäftigen und können uns nicht hinter dem schlichten Vorhang «das geht uns alles nichts an» verstecken.

Gerade, weil wir Schweizer in der komfortablen Situation sind, sich als neutrales Land zu bezeichnen, können wir beide Seiten eines Konflikts kritisieren oder zumindest auf die Menschenrechte und auf international geltende Rechte beharren.

Back to Basics

Es ist von essentieller Bedeutung, zu den Abmachungen internationaler Politik, welche 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen wurden, zurückzukehren und Verstösse gegen die UNO-Charta eben als das zu bezeichnen was sie sind – nämlich Kriegsverbrechen. Doch dafür braucht es Reformen in jenen Organisationen, welche für die Einhaltung dieser Gesetze zuständig sind. Wenn im ständigen UNO-Sicherheitsrat gerade jene Nationen sitzen, die auch die meisten Waffen exportieren, kann dieses System nicht funktionieren. 

Ebenso ist eine Verurteilung der Kriegsverbrechen, die von Nato-Länder begangen wurden, nahezu unmöglich, solange die Nato im Sicherheitsrat mit drei Stimmen (USA, Frankreich, Grossbritanien) überbesetzt ist und jegliche Versuche einer Verurteilung verhindern kann.

Philipp Schüpbach, Ebikon


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/