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Kolumne der Redaktion

14.11.2016

Christliche Wurzeln dürfen kein Tabu sein

Zum Leitartikel von Simon Hehli («Der Wert der Wertedebatte») in der «NZZ» vom 10. November 2016 (siehe unter Dateien»).


Leicht hat es die CVP nicht. Seit Jahren lasten ihr kritische Beobachter und politische Gegner Mangel an Bestimmtheit, an Profil, an Ecken und Kanten an. Und kaum bringt der neue CVP-Präsident, der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister, im Hinblick auf Folgen der Zuwanderung das «christliche Fundament der Schweiz» aufs Tapet, nicht zuletzt in der Absicht, eine Wertedebatte anzustossen und dabei das Profil seiner Partei zu schärfen, wird ihm vorab von linker Seite, aber auch von der «NZZ» rigoros auf die Finger geklopft. 

So monierte Simon Hehli in seinem Leitartikel vom 10. November, die CVP verabsolutiere «biblische Werte». Es sei «falsch, die Wertedebatte im Zeichen des Kreuzes zu führen».

Mit dieser Wortwahl stilisiert Simon Hehli das Kreuz zum bedrohlichen Signal der Abwehr und Abgrenzung. Im schweizerischen Alltag geschieht genau das Gegenteil: Es sind die christlichen Kirchen und mit ihnen viele christlich motivierte Menschen, die klar für Toleranz und Gastfreundschaft gegenüber Schutzsuchenden aus der ganzen Welt einstehen – unabhängig von deren Religion. 

Angst vor dem Überhandnehmen fremder Kulturen und namentlich vor dem Islam ist bei uns heute weit verbreitet, aber sicher nicht ein Merkmal kirchennaher Kreise.

Ist es nun wirklich nicht legitim, dass der Chef einer Partei, die sich in ihrem Namen ausdrücklich auf eine christliche Grundlage beruft – und sich daran auch messen lassen muss –, die christlichen Wurzeln unseres Rechtsstaates und unserer Kultur in den Vordergrund rückt? Diese Wurzeln sind zumindest ein wichtiger Aspekt in der Wertediskussion. Sie in Erinnerung zu rufen und die eigene Werthaltung transparent zu machen, ist weit entfernt von einer «Verabsolutierung biblischer Werte». 

Ebenso ist zu akzeptieren, dass manche Menschen die Prioritäten in der Wertediskussion anders setzen. Das Ausweichen auf «Errungenschaften der Aufklärung», wie es Simon Hehli empfiehlt, ist zurzeit hoch im Kurs. Aber es kann nicht der einzige Weg sein, zumal weder das Fundament noch der universelle Geltungsanspruch dieser «aufklärerischen Lehren» sich von selbst verstehen.

Hans Moos, Ballwil 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/