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Kolumne der Redaktion

04.11.2016

Wie jugendliche Flüchtlinge in die Berufswelt integriert werden

Die Regierung hat 12,5 Mio. Franken für die nächsten vier Jahre für zusätzliche Klassen des Integrationsbrückenangebots freigegeben. Voraussetzung dafür ist, dass die Betriebe die nötigen Praktikumsplätze zur Verfügung stellen.


Von links nach rechts: Christof Spöring (Leiter Dienststelle Berufs- und Weiterbildung), Irène Barmettler (Dienststelle Soziales und Gesellschaft) sowie Gaudenz Zemp, Direktor Gewerbeverband Kanton Luzern und FDP-Kantonsrat.

Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung (DBW) nutzte die Zebi, die Zentralschweizer Bildungsmesse auf der Luzerner Allmend, um heute Freitag (4. November) mit einer öffentlichen Veranstaltung Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie jugendliche Flüchtlinge in die Berufswelt integriert werden können. 

Eingeladen ans Berufsbildungsgespräch waren Personen aus Wirtschaft, Politik und Interessierte. Irène Barmettler von der Dienststelle Soziales und Gesellschaft informierte über den Asyl- und Flüchtlingsbereich im Kanton Luzern. Die Anzahl jugendlicher Flüchtlinge und Migranten mit Option in der Schweiz zu bleiben, steigt. Rund 40 Prozent davon sind jünger als 17 Jahre.

Im Integrationsbrückenangebot des Kantons Luzern erhalten jugendliche Flüchtlinge Unterricht mit Schwerpunkt der sprachlichen und beruflichen Integration. Die jugendlichen Flüchtlinge werden in der Regel während zwei Jahren darauf vorbereitet, um die Voraussetzungen für eine Berufslehre zu erfüllen. Ein wichtiger Teil dieser Vorbereitung sind Praktika. 

Christof Spöring, Leiter DBW, fordert die Betriebe auf, sich zu beteiligen und ihren Teil zur Integration beizutragen

Er setzt die Zahlen ins Verhältnis: Jährlich werden im Kanton Luzern 4900 Lehrverträge unterzeichnet. Der Bedarf an Praktikumsplätzen für jugendliche Flüchtlinge im Kanton Luzern steigt von heute 30 auf 220 für längere und 140 für kürzere Praktika im Jahr 2018. Es braucht Betriebe, welche sich dazu bereit erklären, Praktikumsplätze anzubieten. 

Das Publikum erhielt auch einen praxisnahen Einblick über die Integration von jugendlichen Flüchtlingen durch die Berufsbildung. Einerseits berichteten jugendliche Flüchtlinge vom Integrationsbrückenangebot über ihren bisherigen Weg und ihre beruflichen Zukunftswünsche. Andererseits erzählten jugendliche Flüchtlinge, die den Schritt in eine Lehre geschafft haben, von ihren Erfahrungen in der beruflichen Grundbildung. Ihre Lehrmeister erläuterten ihre Erkenntnisse bei der Ausbildung von jugendlichen Flüchtlingen. 

Als Vertreter der Wirtschaft hielt Gaudenz Zemp, Direktor Gewerbeverband Kanton Luzern, das Schlusswort zu den Informationen, die anlässlich der Luzerner Berufsbildungsgespräche vermittelt wurden, und erläuterte die Sichtweise des Gewerbes.  

Seine Botschaft ist: Obwohl sich die Wirtschaft bereits heute in einem schwierigen Umfeld befindet, ist es wichtig, dass die Aufgabe – künftig Praktikumsplätze zu schaffen – erkannt wird. Es gilt, dies gemeinsam anzugehen und sich realistische Ziele zu setzen. Wichtig findet er die Rolle der Kommunikation und Information. Hier gilt es, mit erfolgreichen Praxisbeispielen über die Ausbildung von jugendlichen Flüchtlingen innerhalb der Branche zu informieren. 

Mehr Plätze in Integrationsangeboten für junge Flüchtlinge

Der Regierungsrat beschloss am 30. August 2016 die Erhöhung der Anzahl Plätze in Integrationsangeboten für junge Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene und Asylsuchende in der nachobligatorischen Schulzeit. Damit reagierte er auf den starken Zustrom von Asylsuchenden im Alter zwischen 16 und 25 Jahren. Für diesen Ausbau entstehen dem Kanton bis 2020 Mehrkosten von insgesamt rund 12,5 Millionen Franken.  

Die Dienststelle Berufs- und Weiterbildung (DBW) ist das Kompetenzzentrum für berufliche Aus- und Weiterbildung im Kanton Luzern. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass Jugendliche und Erwachsene ihr berufliches Potenzial umsetzen und entwickeln können.

Das Zentrum für Brückenangebote (ZBA) ist das Kompetenzzentrum für die berufliche Integration von Jugendlichen. Lernende, welche den direkten Einstieg von der Volksschule in die Berufsbildung nicht schafften, werden an den Standorten Luzern und Sursee auf den Beginn einer Berufslehre oder einer weiterführenden Schule vorbereitet. 

Das Integrationsbrückenangebot (IBA) ist eines der Angebote des ZBA mit dem Fokus Integration. Die fremdsprachigen Lernenden werden mit Unterricht in Deutsch und Allgemeinbildung auf die berufliche Integration in der Schweiz vorbereitet.

(Dies ist eine Medienmitteilung) 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/