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Kolumne der Redaktion

26.08.2016

Birgit Aufterbeck und Reto Wyss beantworten sieben Fragen zur neuen Position des Luzerner Theaters gegenüber der Salle modulable

Heute Freitagmittag (26. August) hat die Stiftung Luzerner Theater ihre aktuelle Position gegenüber dem Projekt Salle modulable kommuniziert. Darauf ist mit Spannung gewartet worden.


Einerseits, weil die Stiftungsratspräsidentin des Luzerner Theaters, Birgit Aufterbeck Sieber, noch am 4. Juli 2016 an einer Medienkonferenz eine Bombe platzen liess als sie verkündete, die Trägerschaft des Theaters stehe (zum damaligen Zeitpunkt) nicht hinter dem Projekt; siehe dazu unter «In Verbindung stehende Artikel»: Für die Salle modulable werden 9,97 Millionen Franken beantragt. Und: So schaufelt die Salle modulable ihr Grab gleich selber. Sowie: Birgit Aufterbeck präzisiert das jetzige Nein des Luzerner Theaters zur Salle modulable. 

Andererseits, weil nächsten Montag (29. August 2016) die kantonsrätliche EBKK tagt, die Kommission für Erziehung, Bildung und Kultur. Ihre Haltung zur Salle modulable hat eine hohe Bedeutung mit Blick auf die Behandlung des Geschäfts im Plenum des Kantonsrats, die im September vorgesehen ist. Man hatte allseits damit gerechnet, dass mit Blick auf diese Kommissionssitzung ein Stimmungswandel in der Theater-Stiftung erfolgen werde. Dies ist nun, wenigstens «offiziell» und in der heutigen Stellungnahme der Fall, wobei wahre Begeisterung des Theaters für die Salle modulable anders tönen würde.  

Nachdem diese Stellungnahme bei den Medien und damit auch bei der Redaktion lu-wahlen,ch eingetroffen war, habe ich CVP-Regierungsrat Reto Wyss – dem Vertreter des Kantons in der heutigen Trägerschaft des Projekts Salle modulable – sieben Fragen gemailt. Wyss liess postwendend mitteilen, er werde erst ab der vierten Frage Antworten geben, die anderen Antworten kämen von Birgit Aufterbeck Sieber. Beide haben inzwischen reagiert und lu-wahlen.ch gibt ihre Antworten – vorerst unkommentiert – wieder.

Herbert Fischer: In der heutigen Medienmitteilung des Luzerner Theaters (siehe unter «Dateien») heisst es «... und können innerhalb des bestehenden Investitionsrahmens realisiert werden.» Das wirkt etwas gar «schön geredet». Es sieht doch nun so aus, dass die ganze Infrastruktur komplizierter wird, sicher auch mehr Räume braucht. Dass dies billiger sein soll, wird kaum jemand verstehen.

Birgit Aufterbeck Sieber: Die Einhaltung des bestehenden Investitionsrahmens war eine klare Vorgabe. Und tatsächlich entstehen aufgrund der gefundenen räumlich-technischen Lösungen keine Mehrkosten. Etwas kommt hinzu, dafür wurde Anderes gestrichen.

Kein Wort steht in der Medienmitteilung des Luzerner Theaters zu den Auswirkungen der Berücksichtigung der Theater-Wünsche auf die Betriebskosten. Warum nicht?

Birgit Aufterbeck Sieber: Das Luzerner Theater war nicht mit der Erstellung der gesamthaften Betriebskostenrechnung beauftragt. Dies leistet nun eine eigene Arbeitsgruppe unter der Leitung von Regierungsrat Reto Wyss.

Haben die Diskussionen zwischen der Trägerschaft des Projekts und dem Luzerner Theater, deren Resultat in der heutigen Medienmitteilung gipfelt, Auswirkungen auf die Betriebskosten?

Birgit Aufterbeck: Die Diskussion wurde vom Luzerner Theater angeregt, aber mit allen fünf Kulturpartnern Lucerne Festival, Luzerner Theater, Luzerner Sinfonieorchester , Freie Theater- und Tanzszene und Leitung Südpol geführt. Zweckverband und Kulturpartner gemeinsam haben die Betriebskosten eingeschätzt und betrachten die kommunizierten 31 Millionen Franken als knapp, aber realistisch. In der nächsten Projektphase werden auch die Einnahmen genauer betrachtet.

Das Luzerner Theater hat im übrigen in allen seinen Berechnungen sehr defensiv agiert, so auch hier. Wo – zum Beispiel – eine Erweiterung des Chors sinnvoll wäre, haben wir mit Zuzügern kalkuliert, auch wenn es anders wünschenswert wäre.

Ist der Zeitplan, welchen der Butterfield Trust als Gönner der 80 Millionen von Curt Engelhorn vorgegeben hat, realistisch?

Reto Wyss: Ja, wir sind im Zeitplan. Nächste Schritte werden die Behandlungen der Berichte und Anträge (B+A) sowie der Botschaft in den Kommissionen von Stadt und Kanton sowie in den beiden Parlamenten sein. Dann folgt die Abstimmung in der Stadt am 27. November.

Offenbar liegt ein Antrag vor, den Entscheid des Kantonsrates auf den Januar zu verschieben. Was können Sie dazu sagen?

Reto Wyss. Zu dieser Frage kann ich keine Aussage machen, da dies allenfalls der Sitzung der EBKK – der kantonsrätlichen Kommission für Erziehung Bildung und Kultur – vorgreift und dies Aufgabe dieser Kommission ist. 

Am Montag (29. August) tagt diese EBKK. Welche Auswirkungen kann die heutige Stellungnahme des Luzerner Theaters auf den Entscheid der EBKK auf die nachherige Debatte im Plenum des Kantonsrates haben?

Reto Wyss: Ich kann mir vorstellen und hoffe auch, dass die Zustimmung des Luzerner Theaters auf positive Resonanz stösst.

Haben Sie ihrerseits noch Aussagen, die Ihnen momentan wichtig sind, die Sie «loswerden möchten»?

Reto Wyss: Ich bin erfreut über die zustimmende Haltung des Luzerner Theaters zum Projekt Neues Theater Luzern / Salle modulable und den bekräftigten Willen der weiteren Kulturpartner, die nächste Projektphase anzupacken. 

Mit dem Luzerner Theater ist der wichtigste Partner und grösste künftige Nutzer des neuen Gebäudes an Bord und die gemeinsame Planung der nächsten Schritte im Projekt kann vorangetrieben werden. 

Die Finanzen werden wir weiter senken müssen. Dazu ist in den nächsten drei Jahren Zeit. 

Interview: Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern

Das Interview wurde aus Termingründen schriftlich geführt. 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/