das gesamte meinungsspektrum lu-wahlen.ch - Die Internet-Plattform für Wahlen und Abstimmungen im Kanton Luzern

Spenden für Verein lu-wahlen.ch

Diese Website gefällt mir! Um weitere Beiträge darauf zu ermöglichen, unterstütze ich lu-wahlen.ch gerne mit einem Betrag ab CHF 10.-

Kolumne der Redaktion

21.04.2016

Secondos und Secondas versprayen Trottoirs und Plätze

Seit gestern Mittwoch (20. April) sind auf Strassen und Plätzen in Luzern verschiedene Sprüche auf dem Boden zu lesen. Hinter der Aktion «Wir alle sind Luzern» steckt Wilson Nuaj, Kandidat für den Grossen Stadtrat Luzern.


Wilson Nuaj ist der Spitzenkandidat der Second@as für den Grossen Stadtrat.

Bild: Herbert Fischer

«Mit der kreativen Aktion wollen wir die Luzernerinnen und Luzerner auffordern, an die Urne zu gehen», sagt Wilson Nuaj, der Spitzenkandidat auf der Liste Second@plus, die mit der SP und den JUSO eine Listenverbindung eingegangen ist. Mit seiner Stimme will der 31-jährige Sozialpädagoge «die Stadtpolitik verändern».

Die Sprüche, die er und seine Mit-KandidatInnen am Mittwochabend auf Trottoirs und Plätze gesprayt haben, «sollen zum Nachdenken anregen und die Vielfalt der Stadt aufzeigen». Denn: «Eine moderne Stadt und Stadtpolitik setzt auf Zukunft und nicht auf Herkunft. Ob Migrantinnen und Migranten oder Einheimische: wir leben in Luzern und sind Teil dieser Stadt.»

Die Aktion hat laut einer Medienmitteilung von Wilson Nuaj «sofort die Stadtbehörden auf den Plan gerufen». Er könne aber «beruhigen: es wird bald noch regnen und die mit Kreidegesprayten Sprüche werden verfliessen».

 

Das sind die Parolen, welche auf die Trottoirs und Plätze gesprayt worden sind:

Für ein Boot, in dem alle mitrudern
Weil wir in der Sorge für und der Weiterentwicklung von Luzern alle im gleichen Boot sitzen, wollen wir die Strukturen und Anreize schaffen, dass alle in dieselbe Richtung rudern – eine, die in eine lebenswerte Zukunft führt.

Weil hier sein auch dabei sein bedeutet
Echte Integration bedeutet auch Mitgestaltungsmöglichkeit aller Beteiligten. Wer hier lebt, soll auch die Möglichkeit haben, die Zukunft mitzugestalten. Nur wer mitgestalten kann, fühlt sich als Teil davon. Das ist eines der Erfolgsrezepte der direkten Demokratie und der Schweiz. 

Weil wir alle voneinander lernen können
Wenn wir eine gemeinsame Sprache sprechen und eine Kultur des neugierigen Aufeinanderzugehens pflegen wird unsere Stadt zu einem Ort des kreativen und weltoffenen Austausches – ein lebendiger Ort also, in dem jeder und jede etwas zu bieten hat.

Für eine Sozialpolitik, die Unterschiede als Chance sieht
Wir sind davon überzeugt, dass nur eine gesunde soziale, kulturelle  und altersmässige Durchmischung eine Gesellschaft lebendig hält. Deshalb fördern wir unter anderem eine Wohnraumpolitik, welche zusammenbringt, statt ghettoartig zu separieren.

Damit wir alle unseren Beitrag leisten können
Wir fördern die Grundhaltung, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner von Luzern ihren Teil beitragen zu einer produktiven, lebenswerten, kreativen, nachhaltigen und friedlichen Stadt. Wir setzen uns dafür ein, dass die politischen Grundvoraussetzungen geschaffen werden, welche eine solche Haltung rechtfertigen.

Weil Luzern viele Gesichter hat
In der Stadt Luzern leben sehr unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Bedürfnissen und Fähigkeiten. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass sie alle ein Gesicht und eine Stimme erhalten, so dass sie nicht nebeneinander, sondern miteinander leben.

Damit in Luzern Zukunft wichtiger ist als Herkunft
Unsere Stadt soll alle Kinder in dieser Stadt adäquat fördern, damit sie die Verantwortung von Morgen tragen können. Es ist Martin Luthers alter und gleichzeitig hoch aktueller Traum, dass nicht die Herkunft/Hautfarbe eines Menschen entscheidend ist, sondern sein Charakter. 

Weil Zukunft kein Privatbesitz ist
Für eine gelingende Integration ist es entscheidend, dass trotz unterschiedlichen Startbedingungen alle eine realistische Chance auf Aufstieg und Entfaltung sehen. Deshalb setzen wir uns insbesondere für die Förderung, Integration und Bildung sozial benachteiligter Jugendlicher ein. Weil in ihnen viel Zukunft steckt.

Weil wir die Sprache der Gerechtigkeit aller sprechen
Wir erheben unsere Stimme für die Schwächsten in unserer Gesellschaft und zeigen auf, dass es (mit Mani Matter gesprochen) «ou dene wos guet geit, besser gieng, giengs dene besser, wos weniger guet geit».

Weil wir aufeinander angewiesen sind
Solidarität ist ein Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Ausgleichende Gerechtigkeit zwischen Generationen, Regionen und sozialen Schichten kann soziale Konflikte entschärfen und so den Boden fruchtbar Halten.

Weil wir alle Luzern sind!
Trotz ihrer offensichtlichen Naturschönheit wäre Luzern ohne ihre Menschen eine tote Stadt. Sie lebt immer von der aktuellen Zusammensetzung der Bevölkerung – auch wenn diese sich verändert und vielfältiger wird.

Weil der Pilatus für alle gleich hoch ist
Wir sind davon überzeugt, dass höhere gemeinsame Werte der Menschlichkeit unsere Gesellschaft einen. Dieses Gemeinsame wollen wir in den Vordergrund rücken und aktiv stärken.

 

Das sind die Kernanliegen und Parolen von Wilson Nuaj und der Secondos und Secondas:

Integration in die Arbeitswelt
Die Integration in die Arbeitswelt schafft eine nachhaltige Perspektive für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. Die Stadt kann hier vorangehen, indem sie Praktika, Lehrstellen und Arbeitsplätze für Flüchtlinge anbietet. 

Sprache als Schlüssel
Ich bin mit 12 Jahren in die Schweiz gekommen. Darum weiss ich, wie wichtig die Sprache für die Integration ist. Ich stehe ein für geeignete Sprachkurse und eine entsprechende Förderung von Migrantinnen und Migranten.

Vereine als Integrationsmotoren
Als Junioren Fussball-Trainer erlebe ich, wie wichtig Vereine für die soziale Integration sind. Das Vereinswesen muss stärker gestützt und genutzt werden.

Quartierarbeit stärken
Ich habe sechs Jahre mit verhaltensauffälligen Jugendlichen gearbeitet. Kinder und Jugendliche bringen ein unglaubliches Potential mit und müssen sich entfalten können. Quartierarbeit stärkt die Jugendlichen in ihrer Entwicklung und muss daher gefördert werden.

(red)


Teilen & empfehlen:
Share    
Kommentare:

Keine Einträge

Kommentar verfassen:

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Letzte Beiträge von Herbert Fischer:

Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

treten Sie mit lu-wahlen.ch in Kontakt

Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/