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Kolumne der Redaktion

01.12.2015

Der Fritschibrunnen auf dem Kapellplatz erstrahlt in neuem Glanz - nur hat diese frohe Botschaft eine Kehrseite

Heute Dienstagabend (1. Dezember) haben Stadträtin Manuela Jost (GLP) und der amtierende Zunftmeister der Zunft zu Safran, Thomas Bucher (Meggen), den restaurierten Fritschibrunnen eingeweiht. Damit hat der Kapellplatz seinen farbigen Mittelpunkt wieder, die Zunft zu Safran ihren Brunnen und Ankerpunkt an der Luzerner Fasnacht. Diese frohe Botschaft hat freilich eine Kehrseite. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.


Bilder: Herbert Fischer

Siehe die Medienmitteilung unter «Dateien».  

Schön, dass der Fritschibrunnen auf dem Kapellplatz im Herzen unserer Altstadt so renoviert worden ist und Vielen viel Freude bereitet. 

Man muss kein Freund der Zunft zu Safran sein: sie benimmt sich mitunter etwas gar selbstbewusst, manche ihrer Exponenten führen sich - mit dem Label ihrer Mitgliedschaft in diesem erlauchten Gremium - ab und an öffentlich auf, als bestimmten sie, was in Luzern gilt und was nicht. Wiewohl auch in dieser Zunft Leute mitwirken, denen ihre Mitgliedschaft keineswegs in den Kopf gestiegen ist: hochrespektierte, um das Wohl der Gemeinschaft verdiente Persönlichkeiten gar.

Es ist der Zunft indes hoch anzurechnen, dass sie zwecks fachgerechter Renovation dieses Bijous - vermutlich - tief in ihre - vermutlich - pralle «Kriegskasse» gelangt hat. Möglicherweise wäre diese Restaurierung an den klammen Mitteln der Stadt gescheitert. Die Zunft hätte sich nämlich schnöde - eben: wie sie es kann - damit rausreden können, es sei nicht ihre Sache, dafür die finanziellen Mittel bereit zu stellen.

Kurzum: dieser Brunnen ist eine Augenweide und das nicht nur für Safranzünfter und Fasnächtler in ihrem schmutzigdonnerstäglichen Tagwacht-Ritual. Und sein Anblick gehört zum Standart einer Stadtführung, womit er Brücken schlägt in die Historie Luzerns. Auch das macht Sinn.

Auch diese frohe Botschaft freilich hat einen Haken. Wer den renovierten Brunnen aus einer Perspektive betrachtet, in deren Hintergrund das «C&A»Gebäude steht, wird sich einmal mehr bewusst, welches Verbrechen am Stadtbild hier begangen worden ist (zweitunterstes Bild rechts). In der ersten Hälfte der Sechziger Jahre ist nämlich das Gebäude der Bankgesellschaft am Kapellplatz abgebrochen (unterstes Bild rechts) und durch einen fürchterlichen Bau für die Warenhauskette ABM ersetzt worden.

Seither macht dieses Schandmahl den Anblick des ansonsten wunderprächtigen Ensembles Kapellplatz für immer kaputt. Würde eine Baubehörde heutzutage einen solchen Sündenfall bewilligen, würden ihre Mitglieder öffentlich gesteinigt.

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen, Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/