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Kolumne der Redaktion

03.06.2015

EILMELDUNG: Casino-Präsident Guido Egli beleidigt SP-Regierungsratskandidatin Felicitas Zopfi

Eine Entgleisung der gröberen Art hat sich der Verwaltungsratspräsident der Kursaal-Casino AG, Guido Egli, geleistet. Und zwar gegenüber der nichtgewählten Regierungsratskandidatin der SP, Kantonsrätin Felicitas Zopfi.


Der Redaktion von lu-wahlen.ch liegt ein Foto der ersten Seite des Manuskripts vor, mit dem Guido Egli die Gäste der GV der Kursaal-Casino AG von gestern Dienstagabend (2. Juni) begrüsst hat. Der Passus lautet wörtlich:

«Die bürgerliche Allianz im Vorfeld zu den diesjährigen Regierungsratswahlen hat vollumfänglich funktioniert und die aus meiner Sicht sowieso nicht wählbare Kandidatin der Sozialdemokraten – ich habe ihren Namen bereits vergessen – klar und deutlich abgestraft.»

Drei Personen, die an der GV anwesend waren, haben gegenüber lu-wahlen.ch bestätigt, dass die Aussagen durch Guido Egli so erfolgt sind, wie sie im Manuskript stehen. Guido Egli entstammt einer hochangesehenen Stadtluzerner CVP-Familie. Sein Vater war Franz Egli, während vieler Jahre Direktor des Milchverbandes Luzern und Erfinder des Unternehmens Emmi, das heute ein Milliardenkonzern ist. Guido Eglis Entgleisung wirkt umso erstaunlicher, als er auch noch einer der obersten Repräsentanten des Mövenpick-Konzerns ist.

Mit Verlaub: das ist dicke Post! Zumal für ein Unternehmen, das sich als Teil des Tourismus versteht - also von Anstand und Respekt etwas verstehen sollte - und dessen grösster Aktionär die Stadt Luzern ist, die im Kantonsrat unter anderem durch Felicitas Zopfi repräsentiert wird, deren Partei den höchsten Wähleranteil in Luzern ausweist; zudem war Zopfi Präsidentin des Stadtparlaments und somit während eines Jahres die protokollarisch höchste Repräsentantin der Stadt. Jenes Tourismus versteht sich die Casino AG, der momentan mit dem «Gästival» mit einer grossangelegten Charme-Offensive unterwegs ist.

lu-wahlen.ch hat den Stadtpräsidenten, der an der GV anwesend war, um ein Statement gebeten; ebenso die SP der Stadt Luzern; ebenso die Casino AG.

Namens des Stadtpräsidenten, der im Ausland weilt, antwortet dessen Stabschef Christoph Nick: «Wir möchten eine persönliche Aussage in einer Ansprache vor einer GV einer Publikumsgesellschaft nicht kommentieren. Wir bitten um Verständnis.» 

Guido Egli reagiert so: «In meiner Eigenschaft als Verwaltungsratspräsident der Kursaal-Casino AG Luzern habe ich in meiner launigen Begrüssungsansprache diese Aussage gemacht, welche auf meiner persönlichen politisch bürgerlichen Überzeugung beruht. Sollte ich dabei jemanden verletzt haben, möchte ich mich dafür entschuldigen.»

Der Präsident der SP Stadt Luzern, Claudio Soldati, sagt: «Die Äusserung des Verwaltungsratspräsidenten Guido Egli - die Stadt Luzern hält notabene Aktien an der Kursaal Casino AG - ist absolut unangebracht. Dafür hat er sich bei Felicitas Zopfi und öffentlich zu entschuldigen. Er erweist sich als schlechter Wahlgewinner. Es bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung des Kantons nicht vier Jahre bürgerliche Arroganz-Politik über sich ergehen lassen muss.»

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/