das gesamte meinungsspektrum lu-wahlen.ch - Die Internet-Plattform für Wahlen und Abstimmungen im Kanton Luzern

Spenden für Verein lu-wahlen.ch

Diese Website gefällt mir! Um weitere Beiträge darauf zu ermöglichen, unterstütze ich lu-wahlen.ch gerne mit einem Betrag ab CHF 10.-

Kolumne der Redaktion

19.09.2014

Bei einem ZHB-Neubau würde sich eine Reihe heikler Fragen stellen

Andrea Gmür-Schönenberger will die Stadt Luzern mit einem Justizpalast mit integrierter Bibliothek im Vögeligärtli «weiterentwickeln». Bei einem allfälligen Neubau-Projekt wären so viele Fragen offen, dass mit seiner Realisierung, wenn überhaupt, frühestens in zehn Jahren zu rechnen ist.


Alain Greter (links) ist am 10. April 2011 als grüner Kantonsrat wiedergewählt worden, inzwischen aber zurückgetreten. Dieses Bild entstand vor der konstituierenden Sitzung der laufenden Legislatur am 20. Juni 2011 vor dem Regierungsgebäude an der Luzerner Bahnhofstrasse. Rechts der grüne Kantonsrat Hans Stutz.

Bild: Herbert Fischer

Hier eine Auswahl von ungeklärten Fragen im Zusammenhang mit dem Neubau:

Ist die Kombination von Kantonsgericht mit integrierter Bibliothek sinnvoll?

Welche Sicherheitsrisiken gibt es bei einem Kantonsgericht im Vögeligärtli

Wie hoch ist das durch das Kantonsgericht zusätzlich verursachte Verkehrsaufkommen in diesem überlasteten Quartier?

Bestehen Raumreserven für einen allfällig benötigten Ausbau des Kantonsgerichtes oder der Bibliothek?

Wird letztlich der Standort der ZHB an der Sempacherstrasse in Frage gestellt?

Besteht die heimliche Absicht, die Bibliothek wegen Platzmangel eines Tages nach Büron in die Speicherbibliothek zu verbannen und sich in der Stadt nur noch auf den Standort Frohburgstrasse (UNI/PHLU) zu beschränken?

Wann wird über die Unterschutzstellung des Bibliotheksgebäudes entschieden?

Welche Nutzungen des Vögeligärtli sind in Zukunft möglich, wenn die Bibliothek im Park durch eine rund viel mal grössere Blockrandbebauung ersetzt wird?

Wer beteiligt sich an einem Architekturwettbewerb, wenn alle Planerverbände das städtebauliche Ensemble am Vögeligärtli schützen wollen?

Wie wollen die Neubaubefürworter die Qualität sichern, wenn fast alle Architekten einen Neubau ablehnen?

Wie viele Anwohner und Planerverbände würden einen Neubau mit Einsprachen bis vor Bundesgericht verhindern?

Wie entscheidet das Bundesgericht, wenn es über einen allfälligen Abriss des nationalen Kulturdenkmals von Otto Dreyer versus Unterschutzstellung richten muss?

Was würde ein Neubau effektiv kosten?

Wie viel will der Kantonsrat, in Anbetracht der misslichen finanziellen Situation des Kantons, noch in eine Planungsleiche investieren?

Wenn das Kantonsgericht wie die Exekutive und die Legislative in der Stadt Luzern stehen soll: Gibt es nicht geeignetere Standorte als ein ehemaliges Sumpfgebiet?

Wurde abgeklärt, ob ein Neubau in diesem Ausmass (doppelte Fläche und doppelt so hoch) in diesem früheren Sumpfgebiet überhaupt möglich ist?

Braucht es vorher teure geoologische Gutachten mit unsicherem Ausgang?

Es gibt genügend Areale, um Luzern «weiterzuentwickeln» (Pilatusplatz, Rösslimatte, Steghof). Das Quartier Hirschmatt-Neustadt ist dicht überbaut. Eine angebliche «Weiterentwicklung» im Vögeligärtli ist nichts anderes als ein städtebaulicher Sündenfall.  

Alain Greter, Überparteiliches Komitee zur Rettung der ZHB, Kampagnenleiter, Luzern

---
Siehe auch unter «Dateien»: Die Chronologie dieser Politposse


Teilen & empfehlen:
Share    
Kommentare:

Keine Einträge

Kommentar verfassen:

Ins Gästebuch eintragen
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  

Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

treten Sie mit lu-wahlen.ch in Kontakt

Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/