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Kolumne der Redaktion

26.03.2014

Das neue Restaurant Libelle im Luzerner Maihof ist ein Sozialprojekt, das auch dem Quartier dient

Das Schweizerische Arbeiterhilfswerk Zentralschweiz (SAH) gibt Details über das Projekt bekannt, auf das so viele Leute schon so lange warten.


Als Restaurantbetrieb mit einem sozialen Auftrag öffnet die «Libelle» ihre Türen am 25. Mai 2014. Die namhafte Unterstützung einer Stiftung ermöglicht es dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk (SAH) Zentralschweiz, an der Maihofstrasse 61 in Luzern in der ehemaligen Garage Macchi diesen Gastrobetrieb zu eröffnen. Die «Libelle» bietet 13 bis 17 erwerbslosen Menschen, die wirtschaftliche Sozialhilfe, eine IV-Rente oder Taggelder beziehen, Arbeitsplätze zur Integration. Und dies in den Bereichen Service, Küche, Office oder Buffet.  

Über der gesamten Arbeit des SAH Zentralschweiz steht der Leitgedanke «Arbeit und Integration. Wir schaffen Perspektiven.» Mit der Eröffnung des Restaurants Libelle geht das SAH Zentralschweiz einen grossen Schritt in diese Richtung. Erwerbslose Menschen, Migrantinnen und Migranten können sich für das Gastgewerbe qualifizieren und sind dadurch besser in der Lage, sich zu integrieren. Das Restaurant Libelle ist als soziale Unternehmung Teil des ersten Arbeitsmarktes und ermöglicht den Programm-Mitarbeitenden, sich für Anstellungen bei künftigen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Gastrobereich zu qualifizieren. Sie werden in der «Libelle» mit den Anforderungen eines Normalbetriebes konfrontiert, sieben festangestellte Fachmitarbeitende schulen und trainieren sie umfassend. 

Das Restaurant wird von Franziska Kramer als Geschäftsführerin geleitet, Trägerin des Restaurants ist die Transgusto GmbH, die dem SAH Zentralschweiz gehört. Im Restaurant ist ein innovatives, schmackhaftes und attraktives Angebot zum Essen und für Zwischendurch geplant. Eine Gartenterrasse lädt zum Verweilen ein. Die «Libelle» ist sowohl Quartierrestaurant wie auch Treffpunkt zum Essen und Trinken in Luzern. Eine einladende Atmosphäre und Exzellentes aus Küche und Keller sollen Gäste aus dem gesamten Stadtgebiet anlocken. Die «Libelle» als Stammbeiz für viele und alle. Herzlich willkommen in der «Libelle!»

Beat Däppeler, Präsident SAH Zentralschweiz. Luzern

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Von der Projektidee zur Umsetzung

Das Projekt Transgusto ist ein Resultat langjähriger Erfahrungen von Fachleuten der Hochschule Luzern und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Wädenswil in den Bereichen Quartierentwicklung, Migration/Integration sowie Gesundheit/Ernährung. Ein transdisziplinäres Team entwickelte ein Konzept und setzte dieses in Form eines Vorprojektes zwischen Sommer 2008 und 2009 um. Jeweils acht bis zehn Frauen aus verschiedenen Weltgegenden kreierten gemeinsam in einem Kochlabor neuartige Menüs. Die Erfahrungen daraus ermutigten die Initiantinnen und Initianten, das Projekt in eine soziale Unternehmung zu überführen. Sie nahmen 2011 Gespräche mit dem SAH Zentralschweiz auf, das - überzeugt von der Idee - einen Businessplan verfasste. Als die Drosos Stiftung entschied, die Umsetzung und Durchführung des Projekts mit einem namhaften Betrag mitzufinanzieren, stellte das SAH Zentralschweiz ein erstes Projektteam zusammen und gründete im Dezember 2013 die Transgusto GmbH.

Die Suche nach einem geeigneten Lokal gestaltete sich nicht ganz einfach. Im Frühjahr 2013 wurden uns die Räumlichkeiten an der Maihofstrasse 61 in Luzern als möglicher Standort angeboten. Eine Wettbewerbsanalyse des Maihofquartiers folgte. Sie bestätigte, dass die Räumlichkeiten sowie das Quartier die Voraussetzungen für ein Restaurant optimal erfüllen. Dank der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Besitzer/Vermieter, den GKS Architekten Luzern, konnte mit dem Innenausbau Anfang Februar begonnen werden – bis zur Eröffnung im Mai 2014 wird dieser uns noch intensiv beschäftigen. Die Liegenschaft, welche an der Ecke Maihofstrasse/Libellenstrasse steht, gab dem Restaurant folgerichtig den Namen Libelle. 

Das Restaurant Libelle bietet Stellensuchenden mit Anspruch auf Leistung der Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe oder IV ein umfassendes und qualifizierendes Schulungs- und Trainingsangebot im Gastronomiebereich. Es werden drei Einsatzmöglichkeiten angeboten, die verschiedene Zielgruppen ansprechen und unterschiedliche Ziele beinhalten:

Menschen mit einer Leistungsbeeinträchtigung bietet die «Libelle» einen Abklärungsplatz. Zu Beginn steht die Bestimmung des vorhandenen Leistungs- und Verhaltensprofils im Zentrum. Im Sinne einer Standortbestimmung werden Eignung, Neigung, Arbeits- und Lernfähigkeit und soziale Kompetenzen während des Einsatzes beurteilt.  

Während des befristeten Einsatzes eignen sich die Programm-Mitarbeitenden die im Bereich Gastronomie für einen Übertritt in den ersten Arbeitsmarkt notwendigen Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen an. Dabei werden sie mit den marktwirtschaftlichen Anforderungen eines Normalbetriebes konfrontiert.

Für Menschen mit beschränkter Leistungsfähigkeit bietet die «Libelle» unbefristete Nischenarbeitsplätze im geschützten Rahmen.

Ursula Schärli, Geschäftsleiterin SAH Zentralschweiz, Luzern

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Das Quartierrestaurant im Maihof

Die Stadtbeizen in Luzern sterben aus. Das Bedürfnis danach aber nicht, insbesondere nicht in den belebten Quartieren. Deshalb gibt es im Maihof mit der «Libelle» wieder eine richtige Beiz. Mit einfachen, guten und bezahlbaren Speisen und Getränken. Die Libelle hat an sieben Tagen der Woche jeweils vom Morgen bis in die späten Abendstunden geöffnet. 

Wir möchten den Gästen aus dem Quartier und der ganzen Stadt ein preiswertes, frisches und saisonales Angebot präsentieren – ehrlich, authentisch, qualitativ hochwertig! Das Konzept sieht vor, dass in der Küche und im Service immer eine Fachperson präsent ist und die Programm-Mitarbeitenden begleitet. Wir bieten nebst vielseitigen Schulungen «on the job» auch theoretische Schulungsblöcke in den Bereichen Gastronomie- Fachschulung, Fach-Deutsch und Bewerbungscoaching an. Ein wichtiger Teil - und hier unterscheiden wir uns wesentlich von anderen Angeboten - sind die Innovationsworkshops, die wir vier Mal jährlich durchführen. 

Ziel dieser Workshops ist es, gemeinsam mit den Programm-Mitarbeitenden unter fachmännischer Begleitung neue Rezepturen zu entwickeln: Ihre Kochtraditionen bereichern so die typische Küche der Quartierbeiz. Weiter ist es uns ein Anliegen, allen Mitarbeitenden ein Umfeld zu schaffen, das Innovation und Mitgestaltung zulässt. Wir freuen uns sehr, die «Libelle» im Maihofquartier zu eröffnen.

Franziska Kramer, Geschäftsführerin Restaurant Libelle, Luzern

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Ein beispielhafter Bau von Otto Schärli

Das von Otto Schärli 1929 erbaute Haus steht an prominenter städtebaulicher Lage im Maihofquartier. Verglichen mit der damaligen Baukultur gehört es zweifellos zu jenen Bauten, die den Übergang von der Vormoderne zum Neuen Bauen beispielhaft dokumentieren. 

2009 ist unter der Leitung der GKS Architekten+Partner AG Luzern (www.gks.ch) als neue Besitzerin das gesamte Gebäude inklusive ehemaliger Garage Macchi mit grösster Sorgfalt und in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege saniert worden. Die bestehenden Wohnungen wurden dabei komplett erneuert, damit sie den heutigen Ansprüchen an ein modernes Wohnen gerecht werden. In der ehemaligen Lastwagenwerkstatt im Erdgeschoss sind neu sechs Loftwohnungen mit eingezogenen Schlafgalerien entstanden. Das vorgelagerte Ladenlokal mit Galerie, in welchem nun das neue Quartierrestaurant entsteht, ist beim Umbau revitalisiert worden und präsentiert sich heute räumlich im Originalzustand von 1929. 

Aufgrund seines kulturgeschichtlichen Wertes steht das Haus seit 2009 unter Denkmalschutz. Nach drei Jahren Gewerbenutzung entsteht nun im Ladenlokal Maihofstrasse 61 das Restaurant Libelle. Die Idee des SAH Zentralschweiz, im Maihofquartier eine Quartierbeiz zu eröffnen, hat uns als Eigentümer und Architekten von Beginn an fasziniert. Der soziale Hintergrund der Transgusto GmbH, welche als Betreiberin erwerbslosen Menschen Arbeitsintegrationsplätze anbietet, passt zusätzlich zum Haus, dessen Mieter und Besitzer. Wir positionieren die «Libelle» klar, das gesamte Konzept richten wir kompromisslos auf die Quartierbeiz aus. 

Der Raum im Originalzustand wird farblich aufgefrischt, jedoch ansonsten optisch weitgehend belassen. Unter die Galerie werden die Küche, der Barbereich sowie die behindertengerechte Toilette als Möblierung eingefügt und mit Holz verkleidet, um den Möbelcharakter zu unterstreichen. Die Gästeplätze aus gebrauchten, farblich aufgefrischten Tischen und Stühlen stehen entlang den raumhohen Fensterfronten. Tagsüber ist dadurch natürliches Licht gegeben, nachts sind die Fensterfronten beleuchtet. Zusätzlich verbreiten abends eigens von den Architekten entworfene Kronleuchter eine angenehme Lichtstimmung im viereinhalb Meter hohen Raum. 

Auf der Galerie ist an der Rückwand eine lange Sitzbank für Vereinssitzungen vorgesehen. Insgesamt verfügt das Restaurant über etwa 80 Gästeplätze. Im bestehenden Quartiergarten östlich des Gebäudes entsteht für die warmen Monate des Jahres ein Gartenrestaurant mit ungefähr 30 weiteren Plätzen. 

Wir freuen uns sehr, zusammen mit dem SAH Zentralschweiz und der Transgusto GmbH die neue Quartierbeiz Libelle eröffnen zu dürfen. 

Mike Steimann und Daniel Birrer, Partner GKS Architekten, Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/