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Kolumne der Redaktion

22.07.2013

Heimat-Debatte, die dritte: Wer hat noch nicht, wer will noch mal?

HEIMAT-DEBATTE (18) - Wieder naht das Wiegenfest der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Und wieder lädt lu-wahlen.ch dazu ein darüber zu sinnieren, was «Heimat» - eigentlich - bedeutet, bedeuten könnte, bedeuten müsste.


Themen, welche den Querbezug zu dieser Grundsatzfrage geradezu provozieren, liegen zuhauf vor. Zum Beispiel: 

. Was ist das für eine Stadt, in der sich jetzt - völlig verständlicherweise - Krethi und Plethi über die Schliessung und Verlotterung von Spielplätzen, Toilettenanlagen und Sitzbänken empören, die aber - völlig unverständlicherweise - nicht reagiert hatten, als genau diese Massnahmen im Parlament beschlossen worden waren?

. Was sind das für PolitikerInnen, die genau diese Empörung bewirtschaften, zugleich aber verschwiegen, dass sie seinerzeit an genau diesen Massnahmen aktiv mitgewirkt hatten oder die sie zumindest passiv durchgewinkt hatten?

. Was ist das für ein Regierungsrat, der - um nur ein Beispiel zu nennen - den vergleichsweise läppischen Beitrag von 50 000 Franken an das für den Denkplatz Luzern höchst wert- und wirkungsvolle Medienausbildungszentrum MAZ - dessen Mitbegründer der Kanton Luzern übrigens war - kürzte, der aber seinen Präsidenten Guido Graf während der Arbeitszeit für zwei Wochen auf Wanderschaft schickt, wofür besagte Regierung aus der Staatskasse üppige 15 000 Franken sprudeln lässt? Und weil das nicht reicht, lässt selbige Regierung zu, dass Kollege Graf sich mit der «Neuen Luzerner Zeitung» und einem Wanderschuhe-Fabrikanten verbandelt, indem er sich diese PR-Veranstaltung von ihnen sponsern lässt.

. Was ist das für eine Christdemokratische Partei des Kantons Luzern, die dazu schweigt?

. Was ist das für ein Kanton, in dem sich eine Regierungsrätin seit Jahren von einem Polizeikommandanten auf der Nase herumtanzen lässt?

. Was ist das für eine Sozialdemokratische Partei, die - logo: stets bei «Anderen» -  immer wieder Verschwörungen, Komplotte, Inkompetenzen, Überforderungen und weiss das Geier-was-alles zu finden glaubt, die aber genau die Inkompetenz ihrer Regierungsrätin mit dem Mantel des Schweigens umhüllt und abzulenken versucht, indem sie ihre Empörung über die Affäre um die Dienststelle Informatik kundtut, die - logo - einem anderen Regierungsrat unterstellt ist?

. Apropos Marcel Schwerzmann: Wo bleibt eigentlich die Empörung über seine in dieser Frage höchst fragwürdige Rolle, um es einmal vornehm auszudrücken?

Wo leben wir eigentlich?

Nochmals: Der Themen sind viele. 

Ach ja: Was das mit dem 1. August zu tun hat? Solche Vorgänge sind Gift für das Verhältnis zwischen Bürger und Staat, befeuern die Politik-Verdrossenheit, sind Wasser auf die Mühlen der Populisten.

So viel hat das mit dem 1. August zu tun.

Mit herzlichen Grüssen aus der Heimat

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, emeritierter AdA (Angehöriger der Armee), mehrfacher Kranzschütze am Feldschiessen und auch ansonsten mit allerlei eidgenössischen Stallgerüchen reglementskonform parfümiert 

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Ob Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich als «senkrechter Schweizer» oder als «brave Bürgerin» fühlen, ob Sie sich den direktdemokratischen Möglichkeiten verweigern oder sie aktiv wahrnehmen, ob Sie hier Ihre zweite Heimat gefunden oder sich eingebürgert haben, ob Sie woher-auch-immer-AusländerIn sind: Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Heimat-Debatte zu beteiligen, indem Sie ihre Gedanken auf einem Word-Dokument mailen an redaktion(a)lu-wahlen(p)ch. 

Beispiele für solche Beiträge finden Sie weiter unten auf dieser Seite unter «In Verbindung stehende Artikel». Wobei Ironien sowohl gegenüber Ihrer Heimat wie auch gegenüber Ihrer eigenen Rolle als BürgerIn nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht sind.  


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/