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Kolumne der Redaktion

03.04.2013

Jo Lang über den Wert der Zeit und des Feierabends

Um die Liberalisierung der Öffnungszeiten im Detailhandel zu bekämpfen, bemüht der frühere grüne Zuger Nationalrat Josef Lang die Bibel: Er stellt lu-wahlen.ch das Statement zur Verfügung, das er heute MIttwoch (3. April) in Bern bei der Einreichung des Referendums «gegen den 24-Stunden-Arbeits- und Konsum-Tag» an die Bundeskanzlei gehalten hat (siehe dazu auch unter «Links»). Das Votum Jo Langs ist bemerkenswert mit Blick auf die Abstimmung im Kanton Luzern am 9. Juni 2013 (siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»).


«Ein jegliches hat seine Zeit»: Mit diesem Vers beginnt einer der schönsten und aktuellsten Bibeltexte.*

Der «Weise», wie der Autor genannt wird, beschwört in seinem Text die Achtung vor dem Eigen-Sinn und vor der Eigen-Zeit der menschlichen Erfahrungs- und Handlungs-Bereiche. 

Zu den ältesten zivilisatorischen Errungenschaften gehört nicht zufällig die Scheidung von Werktag und Sabbat, von Tageswerk und Feierabend, von Arbeits- und Ruhetagen. Auch heute gilt noch: Das Familienleben «hat seine Zeit». Das Vereinsleben oder die Geselligkeit oder das Ruhen haben ihre Zeit. Auch die Arbeit und der Konsum haben «ihre Zeit».  

Aber nicht die ganze Zeit. Hört man den Freisinnigen zu, bekommt man den Eindruck, ihre Vorfahren hätten den liberalen Bundesstaat zwecks Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten gegründet. Aber die Freiheit, die sie heute meinen, ist nicht die Freiheit mündiger, wacher, sozialer Individuen. Es ist die Freiheit des Kapitals, Tag und Nacht, von Montag bis Sonntag, Profit zu scheffeln.

Die Freiheit, die wir meinen, baut auf der Rücksichtnahme gegenüber den sozial Schwächsten, denen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten noch mehr Stress beschert. Und gegenüber der Natur, die durch die 24-Stunden-Betriebsamkeit noch mehr belastet wird. Retten wir die im «Buch Prediger» beschworene Vielfalt von Kultur-Zeit! Sagen und stimmen wir nein zur dumpfen Einfalt des «Time ist Money»!

Jo Lang, Vizepräsident Grüne Schweiz, Zuger alt Nationalrat, heute wohnhaft in Bern

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*Prediger 3,1


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/