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Kolumne der Redaktion

18.02.2013

Luzerner Komitee engagiert sich für den Familienartikel

In Luzern hat sich heute (Montag, 18. Februar) ein Komitee den Medien präsentiert, das sich für die Annahme des sogenannten Familienartikels in der Bundesverfassung am 3. März engagiert.


Mit diesem Plakat werben CVP, BDP, SP, glp, Grüne, EVP und die FDP-Frauen gemeinsam für den Familienartikel.

CVP-Kantonalsekretär Rico De Bona hält im Luzerner Komitee für den Familienartikel den Lead.

Bild: Herbert Fischer

An ihrer heutigen Medienkonferenz erläuterten VertreterInnen des Komitees «Ja zur Familie» ihr Engagement «für eine Familienpolitik, die der heutigen Zeit angepasst ist». Das Komitee machte klar: Der neue Verfassungsartikel, über den am 3. März abgestimmt wird, ist sowohl aus gesellschaftspolitischer wie auch aus wirtschaftspolitischer Sicht zentral für unser Land.

Wahlfreiheit über gewünschtes Familienmodell

«Alle Bereiche des Lebens sind heute Gegenstand der Bundesverfassung: Jugendpolitik, Alterspolitik, Bildungspolitik, Arbeitspolitik, Verkehrspolitik, Regionalpolitik, Wirtschafts- und Konjunkturpolitik. Mit einem neuen Verfassungsartikel Familienpolitik soll auch die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich in der Bundesverfassung verankert werden», sagte CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger (Romoos). Mit dem neuen Verfassungsartikel zur Familienpolitik soll für Familien «Wahlfreiheit über ihr gewünschtes Familienmodell» geschaffen werden. 

Familie und Beruf zu vereinen entspreche einem Bedürfnis vieler Menschen; andere wiederum bevorzugten ein traditionelles Familienmodell. Mit fehlenden Infrastrukturen oder langen Wartezeiten für Kita-Plätze bestehe jedoch «keine echte Wahlfreiheit über das gelebte Modell», unterstrich der Entlebucher Schreinermeister weiter. Es brauche deshalb entsprechende Rahmenbedingungen, die Familien «Raum für Entscheidungen lässt». 

Die Rothenburger Gemeinderätin Prisca Birrer-Heimo sagte, in einem Grossteil der Schweizer Haushalte, weit über 70 Prozent, seien heute beide Elternteile in unterschiedlichen Pensen ins Erwerbsleben eingebunden. Frauen engagierten sich neben der Familie auch beruflich und Männer widmeten sich neben dem Beruf umgekehrt auch der Familie und den Kindern: «Für viele Familien ist die Berufstätigkeit beider Elternteile aber nicht nur eine Frage des Wollens, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit», so Prisca Birrer-Heimo, die auch SP-Nationalrätin ist. Für sie sei klar, «dass in erster Linie die Kinder die Leidtragenden sind, wenn der Familienalltag von Stress geprägt ist, weil die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zur Kombination von Familie und Arbeit oder Familie und Ausbildung fehlen».

Immer mehr Kinder würden in einer Familienstruktur mit nur einem Elternteil aufwachsen: «Diese Fakten zeigen deutlich, wieso es heute nicht genügt, darüber zu diskutieren, wie durch Förderung von Teilzeitarbeit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden kann. Was wir brauchen sind Antworten auf die faktischen Tatsachen der Gegenwart», betonte Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss (CVP/Rothenburg). 

Gegen «volkswirtschaftlichen Unsinn»

Ein Ja zu dieser Vorlage am 3. März  ist nach Meinung des Komitees nicht nur für die Familien wichtig, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Unternehmen beklagten in der Schweiz den zunehmenden Fachkräftemangel. 31 Prozent der Mütter ohne Erwerbsarbeit würden eigentlich gerne einer Arbeit ausser Haus nachgehen, könnten dies heute aber wegen fehlender Betreuungsstrukturen nicht. Mit der Mutterschaft zögen sich viele gut ausgebildete Frauen oft unfreiwillig aus dem Berufsleben zurück. Dass Schweizer Unternehmen Fachkräfte im Ausland suchen müssen, obwohl sie im Inland eigentlich vorhanden wären, sei «ein volkswirtschaftlicher Irrsinn»: «Dies wird sich insbesondere in den kommenden Jahren zeigen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Pension gehen und die Schweiz aus demografischen Gründen noch mehr Arbeitskräfte braucht.» 

So kommt eine vom Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse in Auftrag gegebene Studie zum Schluss, dass im Jahr 2030 in der Schweiz 400 000 Fachkräfte fehlen werden: «Wenn wir dafür sorgen, dass dank einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Löhne für die Familienhaushalte erhöht werden können, profitieren davon auch Staat und Sozialversicherungen. Dank höherer Steuereinnahmen und höherer Sozialversicherungsbeiträge fliessen pro investierten Franken in die Kinderbetreuung mindestens zwei Franken an Staat und Sozialversicherungen zurück», sagte Toni Walker (Schattdorf), Regionalsekretär der Gewerkschaft Syna. Familienpolitische Massnahmen sind für ihn deshalb «eine gute Investition in die Zukunft, für unser ganzes Land!»

Dem überparteilichen Komitee «Ja zur Familie» gehören auf gesamtschweizerischer Ebene CVP, SP, Grüne, BDP, GLP, EVP, die FDP-Frauen Schweiz sowie über 40 Organisationen wie beispielsweise Travail Suisse, Pro Familia oder Pro juventute an. 

(red)

Siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»: Die Voten von CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger, SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo, Toni Walker (Regionalsekretär der Gewerkschaft Syna) und CVP-Regierungsrat Reto Wyss.


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/