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Kolumne der Redaktion

25.12.2012

Wie die «Neue LZ» mit Kritik an ihr umgeht: zwei neue Beispiele

Das Tageszeitungsmonopol Neue LZ missbraucht seine Machtposition laufend. Vor allem, wenn an ihm berechtigte Kritik geübt wird. Zwei neue Beispiele belegen dies typisch.


Am 14. Dezember berichtete die «Neue Luzerner Zeitung», dass SP-Kantonsrat Lathan Suntharalingam vom Luzerner Obergericht gegen den früheren SVP-Präsidenten René Kuhn verloren hat (siehe weiter unten unter «Dateien»). Mit dieser Berichterstattung war der Vizepräsident der SP Kanton Luzern unzufrieden und schrieb einen Leserbrief. Eine Woche später erst ist er abgedruckt worden. Massiv gekürzt und mit verfälschten Aussagen.

Man beachte den Originaltext, den Gähwiler auch an lu-wahlen.ch geschickt hatte und der dort unzensuriert gelesen werden kann: 

Das hatten wir doch auch schon: Die «Neue LZ» hat ganz eigene Vorstellungen von berufsethischen Grundsätzen. Das zeigt ihre Berichterstattung über ein Obergerichtsurteil gegen SP-Kantonsrat Lathan Suntharalingam in ihrer Ausgabe vom letzten Freitag (14. Dezember 2012).

Der Bericht über die Obergerichtsverhandlung gegen SP-Kantonsrat Lathan Suntharalingam vermittelt den Eindruck, dieser habe gewissermassen ohne triftigen Grund den SVP-Politiker René Kuhn attackiert und sich dabei einzig und fahrlässig auf einen Bericht im «Blick» verlassen, der ihn 1999 des Frauenhandels bezichtigt hatte,

In Tat und Wahrheit berichtete allerdings auch die «Neue Luzerner Zeitung» mehrmals über diese Vorwürfe gegen René Kuhn. Zitat auf der «Neuen LZ» vom 14. Dezember 2002 (Bericht von Beat Vogt): «Kuhn hatte, wie er selber nicht bestritt, als Nebenjob für eine Partnerschaftsagentur Frauen aus der Dominikanischen Republik in die Schweiz vermittelt, mit Inseraten in einem Männermagazin.»

Im erwähnten NLZ-Artikel über die Obergerichtsverhandlung heisst es auch, der für den Bericht im «Blick» im Jahre 2009 verantwortliche Journalist habe unter Eid die Richtigkeit von Suntharalingams Aussagen bestätigt, Kuhn habe mit Frauen gehandelt. Was der Bericht nicht schreibt ist die Tatsache, dass der Journalist Thomas Heer heisst und heute selber bei der «Neuen Luzerner Zeitung», beziehungsweise deren Sonntagsausgabe arbeitet.

Es ist also keineswegs so, dass sich allein Suntharalingam über Kuhn empörte, sondern auch die «Neue LZ», sonst hätte sie darüber nicht mehrmals berichtet. 

Diese Feststellung ist hier deshalb wichtig, weil der Bericht der «NLZ» vom 14. Dezember 2012 überhaupt den Eindruck vermittelt, Kuhn sei von Suntharalingam ohne vertretbaren Grund angegriffen worden. Kuhn empfahl sich nämlich für die Stadtratswahl 2009 unter anderem damit, sich für «Sicherheit und Ordnung» einzusetzen. Da ist doch die Frage nach Kuhns Glaubwürdigkeit absolut angezeigt. 

Daniel Gähwiler, Vizepräsident SP Kanton Luzern

Und das ist als Leserbrief in der «NLZ»-Ausgabe vom 21. Dezember übrig geblieben:

Der Bericht über die Obergerichtsverhandlung gegen SP-Kantonsrat Lathan Suntharalingam kann den Eindruck erwecken, dieser habe gewissermassen ohne triftigen Grund den SVP-Politiker René Kuhn attackiert und sich dabei einzig und fahrlässig auf einen Bericht im «Blick» verlassen, der Kuhn 1999 des Frauenhandels bezichtigt hatte.

In Tat und Wahrheit berichtete allerdings auch die «Neue Luzerner Zeitung» mehrmals über diese Vorwürfe gegen René Kuhn. Zitat der Neuen LZ vom 14. November 2002: «Kuhn hatte, wie er selber nicht bestritt, als Nebenjob für eine Partnerschaftsagentur Frauen aus der Dominikanischen Republik in die Schweiz vermittelt, mit Inseraten in einem Männermagazin.» Es ist also keineswegs so, dass sich allein Suntharalingam über Kuhn empörte. Kuhn empfahl sich nämlich für die Stadtratswahl 2009 unter anderem damit, sich für «Sicherheit und Ordnung» einzusetzen. Da ist doch die Frage nach Kuhns Glaubwürdigkeit absolut angezeigt.

Daniel Gähwiler, Vizepräsident SP Kanton Luzern

Überhaupt nicht publiziert hat die «Neue LZ» den folgenden Leserbrief von Marino Keckeis:

Der heutige Bericht der «Neuen LZ» über das Obergerichtsurteil in Sachen René Kuhn versus Lathan Suntharalingam ist unvollständig, unkorrekt und journalistisch fragwürdig.

René Kuhn behauptet in diesem Bericht der «NLZ», in der Vorinstanz, also im Bezirksgericht Luzern, seien von drei Richtern zwei Richter SP-Mitglieder gewesen. Ich weiss nicht, ob das stimmt. Aber ich weiss, dass Kuhn diese Zusammensetzung des Gerichts hätte anfechten können. Warum hat er das nicht getan? Und vor allem: Warum weist die «NLZ» genau darauf nicht hin.

Zweitens: Wer nur den «NLZ»-Bericht liest, die Vorgeschichte aber nicht kennt, könnte meinen, Suntharalingam hätte - «einfach so» - Kuhn angegriffen. Tatsache ist: Suntharalingam hat Kuhns Kompetenz als Kandidat für die städtische Finanzdirektion, für die er 2009 ausdrücklich kandidierte, in Frage gestellt und dazu darauf hingewiesen, dass Kuhn bei der «Glasi» Hergiswil entlassen worden war, weil er dort Gelder veruntreut hatte. 

Auch dagegen hatte Kuhn geklagt, ist damit aber vor Gericht abgeblitzt. Davon steht im  heutigen Bericht der «NLZ» kein Wort.

Marino Keckeis, Luzern

Man sieht hier also einmal mehr, wie wichtig eine unabhängige Meinungsplattform wie lu-wahlen.ch ist.

Herbert Fischer, Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch - das ganze meinungsspektrum, Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/