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Kolumne der Redaktion

26.03.2011

Der etwas andere Smartspider

Die Visualisierung politischer Profile hat so ihre Tücken. Und sie animierte einen Luzerner Kantonsratskandidaten zu einem Spässchen.


KandidatInnen für politische Ämter stellen sich immer häufiger mit dem «Smartspider» vor. Das ist eine Grafik, welche aufgrund eines von ihnen ausgefüllten Fragebogens entsteht und so ein politisches Profil abgibt. Ein Profil freilich, das mit Vorsicht zu geniessen ist. Denn es stellt Gegensätze her, die nicht einfach so nachzuvollziehen sind.

Hasan Candan verulkt die Visualisierung politischer Positionen durch die Smartvote-Fragen in Form einer Grafik, des Smartspiders.

Bild: Herbert Fischer

Er stellte einen eigenen Katalog mit unsinnigen Fragen zusammen, die er alle mehr oder weniger bejahte. Dadurch entstand ein sehr spezieller Smartspider.

Warum soll ich mich beispielsweise für gesellschaftliche Liberalisierungen einsetzen, nicht jedoch zugleich auf der Anwendung rechtlicher Normen beharren können? Ist automatisch «rechts», wer genau deswegen mehr Polizei will? Und kann er nun nicht mehr ein radikaler Demokrat sein, weil er öffentliche Videoüberwachungen und das Wegweisungsrecht ablehnt? Ist handkehrum automatisch «links», wem die Forderung nach «restriktiver Finanzpolitik» nicht das höchste aller Gefühle vermittelt? Ich werde da nicht ganz schlau, lasse mich freilich gerne eines Besseren belehren.

Ganz ohne sein eigenes grafisches Profil kommt Hasan Candan jedoch auch nicht aus. Erraten: ein Juso.

KandidatInnen für politische Ämter stellen sich immer häufiger mit dem «Smartspider» vor. Das ist eine Grafik, welche aufgrund eines von ihnen ausgefüllten Fragebogens entsteht und so ein politisches Profil abgibt. Ein Profil freilich, das mit Vorsicht zu geniessen ist. Denn es stellt Gegensätze her, die nicht einfach so nachzuvollziehen sind. 

Warum soll ich mich beispielsweise für gesellschaftliche Liberalisierungen einsetzen, nicht jedoch zugleich auf der Anwendung rechtlicher Normen beharren können? Ist automatisch «rechts», wer genau deswegen mehr Polizei will? Wo aber steht, wer zugleich öffentliche Videoüberwachungen und das Wegweisungsrecht ablehnt? Ist handkehrum automatisch «links», wem die Forderung nach «restriktiver Finanzpolitik» nicht das höchste aller Gefühle vermittelt? Ich werde da nicht ganz schlau, lasse mich freilich gerne eines Besseren belehren.

Jetzt gibt es in dieser so farb- und inhaltslosen Vorwahlzeit - von Wahlkampf kann nicht wirklich die Rede sein -  endlich was zum Schmunzeln: Ein findiger Kopf kommuniziert diese Fragwürdigkeiten, die eigentlich deutliche Unschärfen in den Smartspidern sind, auf seine Art. Hasan Candan aus Luzern verulkt die Smartvote-Fragen, aus deren Beantwortung eben diese Smartspider entstehen, mittels eigener, absurder Kriterien. Er stellt witzige Fragen, die er ganz offensichtlich alle mehr oder deutlich bejaht, wodurch ein «Profil» entsteht, das bisher kein Smartspider zeigt. Nämlich überall mehr oder weniger die höchstmögliche Zustimmung, nirgends jedoch wirkliche Ablehnung.

Gönnen auch Sie sich diesen Spass, der keine Erklärungen braucht, einfach das Bild anklicken!

Sein eigener Smartspider ist Hasan Candan allerdings doch nicht ganz unwichtig. Denn er liefert ihn jeweils gleich mit, wenn er seine Karikatur präsentiert. 

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/