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Kolumne von Andreas Wüest

11.03.2012

Auch am 6. Mai kann für den Atomausstieg gestimmt werden

Wer aus der Atomkraft aussteigen will, hat dazu jeweils auch in kommunalen und kantonalen Abstimmungen und Wahlen Gelegenheit. Zum Beispiel am 6. Mai bei den Stadtratswahlen.


Am heutigen 11. März 2012 ist der traurige Jahrestag der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe von Japan. In deren Folge ist es in drei Reaktorblöcken von Daichi in Fukushima zu Kernschmelzen und dem Austritt von radioaktivem Material gekommen. Heute sind rund 30'000 km2  - was etwa zwei Drittel der Fläche der Schweiz entspricht! - radioaktiv kontaminiert (vgl. www.spiegel.de/flash/0,,28246,00.html). Dies führte zu Evakuationen aus der Sperrzone von 20 km aber auch darüber hinaus.

Alleine die Aufräumarbeiten beim Atomkraftwerk werden voraussichtlich bis 2050 andauern. Wohin dieser hochradioaktive Müll verbracht werden soll, ist jedoch überhaupt nicht geklärt. Angesichts der Toten und des unermesslichen Leids, das die Überlebenden ertragen müssen, ist es am heutigen Jahrestag angezeigt, innezuhalten. Ebenso wichtig ist es aber auch, in der Schweiz die unabdingbaren Lehren zu ziehen.

Nur ein endgültiger und möglichst rascher Atomausstieg kann die richtige Antwort sein. Leider sind sich einige «Atomkraftgegner neueren Datums» dieser Dramatik nicht bewusst; also Leute, die erst angesichts von «Fukushima» umgeschwenkt sind. Ansonsten würde sich BDP-Nationalrat Hans Grunder nicht in alter SVP-Manier dermassen ins Zeug legen, um «Mühleberg» mit seinen Rissen im Kernmantel noch möglichst lange am Netz zu halten. Die Rendite geht auch bei solchen «AKW-Gegnern» halt noch immer über die Sicherheit hunderttausender Bewohnerinnen und Bewohnern im Risikogebiet dieses AKWs vor den Toren Berns.

Wer den Atomaustritt wirklich zügig vorantreiben will, kann dies auch bei jeder Wahl auf kommunaler Ebene immer wieder deutlich ausdrücken. SP und Grüne haben die tatsächlichen Gefahren der Atomkraft längst erkannt und setzen auch in Zukunft alles daran, dass der Ausstieg ernsthaft vorangetrieben wird, wann und wo immer die Stadt Luzern darauf Einfluss nehmen kann. 

Wer hingegen auf die mit der Atomlobby zum Teil massiv verfiltzen bürgerlichen Parteien setzt, riskiert, dass in der Schweiz und somit auch in Luzern das sogenannte Restrisiko für weitere Jahrzehnte bestehen bleibt.

Andreas Wüest, SP-Grossstadtrat, Luzern


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Über Andreas Wüest:

Andreas Wüest (1974) ist im Luzerner Würzenbachquartier aufgewachsen. Er ist MSc Umweltgeowissenschafter und Tourismusfachmann HF und arbeitet als Geologe in der Privatwirtschaft. Seit 2006 vertritt er die SP im Grossen Stadtrat. Andreas Wüest ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Wüest-Vorstösse im Grossen Stadtrat:
www.stadtluzern.ch/de/politik/ggr/polgeschaefte/=