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Kolumne von Beat Wicki

07.09.2011

Die Mietenden zahlen monatlich rund 800 Millionen Franken zuviel

Seit Jahren werden die Mietenden durch die Berechnungsart des Referenzzins-Satzes systematisch benachteiligt. Die neueste Zinssenkungsrunde macht eine schnelle Änderung der Berechnungsmethode noch dringender.


Seit drei Jahren gilt ein neuer Referenzzinssatz für die Mieten. Dieser wird aus dem Durchschnittssatz aller Hypotheken berechnet. Auf Grund der komplizierten und willkürlich gewählten Rundungsmechanismen liegt der Referenzzinssatz seit seiner Einführung stets über dem jeweils aktuellen Durchschnittssatz – teilweise um mehr als 0.25 Prozent.

Bei seiner letzten Publikation am 2. September 2011 betrug der Durchschnittssatz 2.51 Prozent, der Referenzzinssatz blieb jedoch bei 2.75 Prozent. Eine Senkung des Referenzzinssatzes um ein Viertel Prozent berechtigt zu einer Senkung der Miete von 2.91 Prozent, was bei allen Mietverhältnissen rund 800 Millionen Franken monatlich ausmacht.

In den letzten drei Jahren belief sich somit die Umverteilung von der Mieter- zur Vermieterseite aufgrund des zu hohen Referenzzins-Satzes in Milliardenhöhe. Die hohen Mieten und die aufgrund der Berechnungsart nicht weitergegebenen Mietzinssenkungen an die Mietenden belasten das Haushaltsbudget mindestens so stark wie die den Konsumenten nicht weitergegebenen Importpreissenkungen aufgrund des tiefen Dollar- und Eurokurses. 

Da sich nun statt der erwarteten Zinswende nach oben eine weitere Senkung der Zinsen und eine länger anhaltende Tiefzinsperiode abzeichnet, ist nun dringender Handlungsbedarf angesagt. Der Mieterinnen- und Mieterverband (MV) hat deshalb in einer Eingabe an Bundesrat Johann Schneider-Ammann eine möglichst rasche Änderung der Berechnungsart hin zu einer mathematischen Rundung gefordert.

Diese ist auch wesentlich einfacher zu verstehen als das heutige System. Falls der Bundesrat nicht einlenken sollte, sind die neu gewählten National- und Ständeräte gefordert, mit entsprechenden Vorstössen Druck zu machen. Es ist deshalb wichtig, dass Mietervertreter und -vertreterinnen in den National- und Ständerat gewählt werden. 

Link zu den Mieterverbandskandidatinnen und -kandidaten: http://www.mieterverband.ch/2467.0.htm

Beat Wicki, Geschäftsleiter MV Luzern


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Über Beat Wicki:

Beat Wicki (Luzern) ist Geschäftsführer des Luzerner Mieterinnen- und Mieterverbandes.

http://www.mieterverband.ch/lu_top.0.html