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Kolumne von Cédric Vollmar

28.02.2011

Uni braucht keine Wirtschaftsfakultät

Die Regierung plant eine Wirtschaftsfakultät an der Uni. Doch besteht in Luzern dafür kein Bedürfnis.


Die Universität Luzern und die Fachhochschulen befinden sich aktuell in einer Konsolidierungsphase. Nach dem rasanten Wachstum in den vergangenen zehn Jahren hat sich der Regierungsrat im Rahmen der Budgets 2011/2012 für eine Begrenzung dieses Wachstums ausgesprochen.

In Anbetracht der bevorstehenden Einsparungen überraschen die Ausbaupläne der Luzerner Regierung. Gemäss Bildungsexperte Ernst Buschor ist bei einer kleinen Fakultät (etwa 1 000 Studenten) mit jährlichen Kosten von rund 20 Millionen CHF zu rechnen. Davon müsste etwa die Hälfte der Kanton tragen («Zentralschweiz am Sonntag» vom 27. Februar 2011). Ein weiterer Ausbau der Universität Luzern würde Bedarf nach zusätzlichen Räumlichkeiten nochmals drastisch ansteigen lassen. 

Erste Jobs in Zug und Zürich

Neben der Finanzierungs- und der erneut aufflammenden Standortdiskussion stellt sich die Frage, ob die Wirt-schaft Bedarf an zusätzlichen Wirtschaftsstudenten hat. Bereits heute findet ein akuter Brain-Drain statt, da jedes Jahr viele Absolventen der Hochschule Wirtschaft keine geeignete Anstellung im Kanton Luzern finden und deshalb ihre erste Anstellung in Zug oder Zürich antreten. 

Im Gegensatz zur Uni-Ausbildung befähigt das praxisorientierte FH-Studium in erster Linie für Aufgaben in  kleinen bis mittelgrossen Unternehmen. Im Kanton Luzern sowie den anliegenden Kantonen wird mit Abstand der grösste Teil der Stellen von KMU angeboten. Diese sind in erster Linie auf gut ausgebildete Führungskräfte angewiesen, die einen starken Praxisbezug vorweisen können. Grossunternehmen, welche vor allem für viele Universitätsabsolventen interessante Anstellungen offerieren, sind hier leider nur sehr spärlich angesiedelt. Es fragt sich also, ob es zusätzliche Stellenangebote auf dieser Qualifikationsstufe braucht. 

Kein weiterer Leistungsauftrag 

Um auch in Zukunft erfolgreich im Bildungsmarkt bestehen zu können, müssen sich die Luzerner Hochschulen durch eine Spezialisierung national wie auch international positionieren. Dies erfordert eine klare Fokussierung auf einige wenige Fakultäten, welche nationale Ausstrahlungskraft geniessen (beispielsweise die juristische oder die theologische Fakultät). Die Luzerner Regierung soll den mit dem Budget 2011/2012 eingeschlagenen Konsolidierungs- und Effizienzsteigerungskurs weiter verfolgen und auf keinen Fall den Hochschulstandort Luzern durch eine Erweiterung des Leistungsauftrages mit einer Wirtschaftsfakultät schwächen.


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Über Cédric Vollmar:

Cédric Vollmar (1985/FDP.Die Liberalen/Luzern) ist in Luzern geboren und aufgewachsen. Nach dem abgeschlossenen Master Studium in Wirtschaftswissenschaft an der Hochschule Luzern – Wirtschaft arbeitet Cédric Vollmar am Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ. Er ist Vizepräsident und Kassier der Jungfreisinnigen Stadt Luzern und engagiert sich auf nationaler Ebene bei den Jungfreisinnigen Schweiz wo er unter anderem für die Finanzen der Partei zuständig ist. Seine politischen Schwerpunkte sind: Bildungspolitik sowie Finanz- und Wirtschaftspolitik. Als Mit-Initiant der Ladenschluss-Initiative setzt sich Cédric Vollmar im Kanton Luzern für flexible Ladenöffnungszeiten ein. Er kandidiert als Vertreter der Jungfreisinnigen auf der Liste der FDP.Die Liberalen Luzern (Liste 2). Am 10. April hatte er für den Kantonsrat kandidiert.

Die Website von Cédric Vollmar:
cedricvollmar.ch

Bericht im «Migrosmagazin»:
http://www.migrosmagazin.ch/index.cfm?id=45489

Beitrag in «Star TV»:
http://www.startv.ch/index.cfm?CFID=4929586&CFTOKEN=59994094&page=116884&sendung_id=1028&format_id=22

 

Vollmars smartspider: