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Kolumne von Xaver Vogel

12.10.2020

Das «C» darf und soll bleiben

Meine Partei, die CVP, krankt nicht, weil sie - wie die Parteigremien sagen - der katholischen Kirche zu nahe steht. Die CVP kränkelt immer mehr am inkonsequenten Umgang mit den christlichen Werten. Zu oft werden diese Werte von der CVP in den Hintergrund gestellt, wenn materielle Interessen lukrativer erscheinen.


Jüngstes Beispiel: die «Konzernverantwortungs-Initiative». Alle der zahlreichen christlichen Organisationen in der Schweiz sind für die gesetzliche Durchsetzung der UNO- und OECD-Leitsätze zum Schutz von Menschenrechten und der Umwelt im internationalen Wirtschaftskreislauf – ausser die CVP. 

Die CVP hat es bisher verpasst, sich in wichtigen Fragen von der Institution Kirche explizit abzugrenzen. Mit nachvollziehbaren Gründen könnte sie ihre Position klären. Sie könnte sich für die Evangelien als wertvolle Lebenswegweiser aussprechen.

Gleichzeitig müsste sie die Moralauffassungen der Institution Kirche wie den Umgang mit Frauen oder der Homosexualität (undsoweiter) in Frage stellen. Diese Moral ist so falsch, wie es das geozentrische Weltbild war, das die Kirche bis ins 18. Jahrhundert vehement verteidigt hatte. Immer mehr aufgeklärte Menschen erkennen in vielen Moralvorschriften Widersprüche zur Schöpfung. Fehlverhalten selbst von Würdenträgern in allen Epochen beschädigten die Glaubwürdigkeit und tun dies weiterhin.

Eine Partei wie die CVP dürfte da in der ersten Reihe der Kritiker zugunsten der wahren Werte des Christentums stehen. Wenn sie das nicht tut, steht sie verständlicherweise im Verdacht, hinter den Positionen der Kirche zu stehen. 

Als Lehrer (in der Oberstufe und der Berufsbildung) für Staat und Politik habe ich von Jugendlichen oft gehört, dass sie bei der CVP nicht den Namen bemängeln, sondern das inkonsequente Engagement für die Inhalte. Das handelte der CVP die letzten Jahrzehnte zur Recht den Übernamen «Wischiwaschi-Partei» ein, nicht nur bei Jugendlichen.

Es liegt also nicht am Namen. Es liegt an der Umsetzung der christlichen Inhalte. Und das kann, darf und soll man besser machen.

Glücklicherweise orientieren sich auch andere Parteien an gewachsenen christlichen Werten unserer Kultur: Die Werte Freiheit, Solidarität oder Verantwortung finde ich deshalb in fast allen Parteiprogrammen. Sie als neue Werte für die neue Partei «die Mitte» beanspruchen zu wollen, finde ich überheblich. Kann das nicht sogar als arrogant empfunden werden?

«Mitte» ist kein Mittel für das Selbstverständnis einer Partei. In keiner Weise vermag sie das «C» als gewachsenes und etabliertes Selbstverständnis zu ersetzen. Die Jungen hätten ein Problem mit diesem «C», wird argumentiert. Könnte das nicht deshalb sein, weil eben die Jungen hinter dem «C» nicht nachvollziehbare Moralvorstellungen der Institution Kirche vermuten? Das müsste halt endlich ge-klärt und er-klärt werden?

Man solle in dieser Frage nicht auf «die Alten» hören, wird weiter argumentiert. Ich bezweifle ernsthaft, ob das wirklich eine Generationenfrage ist. Wäre es jedoch nur ansatzweise eine, dann wäre zu bedenken, dass der Kampfjet am 27. Sptember ohne die Alten haushoch verworfen worden wäre! Man darf ein Argument nicht einfach nach Belieben nutzen. Wir können nicht proklamieren, auf die Jungen hören zu wollen und in anderen Fragen die Überzeugungen der Jungen negieren! «Wischiwaschi» kann und soll nicht zum Erfolg führen.

Wer sich mit dieser Partei weiter an christlichen Werten orientieren will das stellt die Parteileitung in Aussicht –, der soll das auch im Namen mit dem «C» weiterhin sichtbar machen.

Xaver Vogel, CVP Mitglied, Menzberg


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Über Xaver Vogel:

Xaver Vogel (Menzberg) ist pensionierter Sekundar- und Berufsschule-Lehrer und früherer Gemeinderat der CVP.

http://www.xaver-vogel.ch/