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Kolumne von Jacqueline Theiler

15.01.2020

Wie sich die neue Kantonalpräsidentin den FDP-Delegierten vorstellte

Jacqueline Theiler hat lu-wahlen.ch das Manuskript der Rede übermittelt, mit der sie sich gestern Dienstagabend (14. Januar) im Pilatussaal in Kriens den Delegierten der FDP.Die Liberalen als neue Präsidentin vorstellte. Ihre Wahl erfolgte einstimmig (siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»).


Herr Präsident, liebe Liberale

Mit grosser Freude stehe ich heute vor euch und versichere euch, dass ich mich noch mehr freue, wenn ihr mich heute zur kantonalen Parteipräsidentin wählen würdet.

Ich gebe zu, die Entscheidung für das Parteipräsidium zu kandidieren, fällt man nicht von heute auf morgen. Als ehemalige Geschäftsführerin kenne ich die Aufgaben des Parteipräsidiums gut. Zum einen ist das Amt spannend, abwechslungsreich und man hat Gestaltungsmöglichkeiten. Zum anderen ist es zeitintensiv, herausfordernd und man braucht einen breiten Rücken.

So hat mir mal ein Liberaler gesagt: «Weisst du, Jacqueline, ein Parteipräsident ist wie eine Strassenlaterne. Stets muss er leuchten und unten “bislet eim d’ Hönd as Bei”».

Wieso ich trotz diesen überaus motivierten Worten mit Stolz und Freude hier stehe, möchte ich euch im Folgenden erläutern.

Das Jahr 2019 war für mich ein intensives politisches Jahr. Ich durfte für die FDP an zwei spannenden Wahlen teilnehmen. Während die Kantonsratswahlen noch ein Testlauf waren, hat es mir bei den Nationalratswahlen «de Ärmel inezoge». Das brachte mich zur Überzeugung und zum Bedürfnis, mich für unsere Liberalen verstärkt einzusetzen. Hier fühle ich mich wohl hier, fühle ich mich dazugehörig.

Als ehemalige Geschäftsführerin der Kantonalpartei kenne ich viele von euch schon länger. Ein gute Voraussetzung für das Amt einer Parteipräsidentin. Die vielen interessanten Begegnungen, die ich in den Wahlen auffrischen und erweitern konnte, zeigten mir auf, dass ich mich bei der FDP zu Hause fühle. Mit diesen Persönlichkeiten kann und will ich gemeinsam etwas bewirken. Schlussendlich waren es dann aber die Sitzverluste, die mich zur Überzeugung brachten, dass es jetzt die Hilfe aller benötigt, um die Sitze zurückzuerobern. Für mich ist klar, ich will das nicht einfach so hinnehmen.  

Diese Sitze holen wir uns wieder zurück – komme, was wolle.

Und dazu will auch ich meinen Beitrag leisten. Die Aufbruchstimmung, die ich in der Partei spüre, motiviert mich zusätzlich. Das Ziel ist machbar, aber wir müssen hier und jetzt mit Arbeiten anfangen. Aus dieser Perspektive ändert sich auch die Thematik mit der Strassenlaterne. Ganz nach dem Motto: «Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll.»

Als Parteipräsidentin bin ich ja nicht eine einsame Strassenlaterne – schliesslich gibt es unzählige Ortsparteipräsidentinnen und –präsidenten, die unter den gleichen Voraussetzungen einen hervorragenden Job machen. Man wäre also zumindest eine Art Schicksalsgemeinschaft.

Vielmehr sehe ich die Aufgabe der Kantonalpartei darin,  die Lichter zu ordnen und aufeinander abzustimmen. Mir liegen die Orts- und Wahlkreisparteien dabei besonders am Herzen. Sie sind unsere Mitglieder – das heisst, es liegt an uns, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, damit die Ortsparteien gute Arbeit machen können. Schlussendlich sind sie es, die das Personal rekrutieren und mit ihrer Politik für die Bevölkerung direkt sichtbar sind. Sie sind ein Schlüssel zum Erfolg. Zudem macht gemeinsames Schaffen nur dann Freude, wenn man sich gegenseitig kennt und schätzt. Schliesslich verbringen wir alle viel Zeit mit Politik, da soll es auch «es bezelli» Spass machen dürfen.

Aber nicht nur die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Auch hier schreiben wir die Eigenverantwortung hoch. Fürs Leuchten ist nämlich jede und jeder selber verantwortlich.  

Erlaubt mir eine Bemerkung zu den Hunden – die gibt’s nämlich gar nicht: Wir begegnen Parteikollegen und politische Gegner immer auf Augenhöhe. Aber ja, ein Parteipräsident ist dem Wetter ausgesetzt und benötigt deshalb Rückgrat und Bodenhaftung. Aber dies ist wohl die Eigenschaft eines jeden Politikers! In diesem Sinne sind wir alle Laternen unter uns! Wir haben sogar viele tolle davon. So zum Beispiel:

. Unsere Fraktion: Zwar nun kleiner, aber immer noch mit tollen Persönlichkeiten, die unsere liberalen Werte nach aussen tragen können.
. Unsere Partnerorganisation wie unsere Jungfreisinnigen, Frauen und Senioren, die regelmässig beweisen, dass mit ihnen zu rechnen ist.
. Mit unserem Regierungsrat Fabian Peter, unserem Ständerat Damian Müller und unserem Nationalrat Albert Vitali haben wir sogar drei Leuchttürme, auf die wir besonders stolz sein dürfen. Aber auch hier gilt: Wir stützen uns nicht auf sie, sondern unterstützen sie!
Es gilt also für die Kantonalpartei alle aufeinander abzustimmen, sodass wir gemeinsam leuchten können.

Zudem gilt es, gemeinsam zu definieren, welchen Weg wir beleuchten wollen. Das Ziel ist klar: 2023. Dazu brauchts den liberalen Weg.

Wir haben gute Positionspapiere erarbeitet. Diese gilt es nun umzusetzen und nach aussen zu tragen. Es gilt zu bestimmen, vorauszuschauen, mit welchen Themen wir die nächsten Jahre angehen wollen. Zu bestimmen also, wo und wann welches Licht am hellsten zu leuchten hat.

Das bedingt eine langfristige Planung und eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Fraktion.

Auch die Themenvielfalt ist mir ein grosses Anliegen.

Wir sind eine wirtschaftsfreundliche Partei. Dies aus der vollen Überzeugung, dass es uns nur gut gehen kann, wenn es der Wirtschaft gut geht. Nur dadurch können wir unsere Lebensqualität auch sichern.

Wir sind aber nicht nur wirtschaftsliberal, sondern auch gesellschaftsliberal und schreiben Fortschritt und Innovation hoch. Das ist gerade in der Umweltpolitik wichtiger denn je. Der Weg über Verbote ist wenig nachhaltig. Es braucht wirtschaftsfreundliche und sozialverträgliche Lösungen. Neue Technologien werden der Schlüssel zum Erfolg  sein.

Auch in gesellschaftspolitischen Bereichen wie beispielsweise bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind eigene, innovative Lösungen, die wirtschaftsfreundlich und somit sozialverträglich sind, gefragt. Maximalforderungen, die von den Linken kommen, bringen uns nicht weiter, aber auch einfach Nein sagen, hilft nicht. Deshalb sind eigene Lösungen gefragt.

Im Kanton geht in beiden Bereichen schon viel. Gerade in der Umwelt investieren bereits viele Unternehmen in nachhaltige Wärmsysteme, und sogar wasserstoffbasierte Lastwagen fahren durch den Kanton. Mir ist klar: das reicht noch nicht, aber dass etwas geht sollte mehr gewürdigt werden. Ein Grund mehr, sich doch ab und zu etwas mehr mit der Wirtschaft zu beschäftigen. Das zu meinen Vorstellungen und meiner Motivation.

Solltet ihr mich wählen, werde ich in den kommenden Wochen detaillierte Gespräche führen, wie wir das gemeinsam angehen können.

Macht also in den kommenden Monaten nicht die Faust im Sack. Bringt euch ein und deponiert eure Anliegen. Jetzt ist der richtig Moment dafür!

Bevor wir es angehen, stehen die Gemeinderatswahlen an. Bereits sind unzählige freiwillige Stunden für die Wahlen investiert worden. In Anbetracht des bereits anstrengenden Wahljahrs 2019 ist das keine Selbstverständlichkeit. Ich danke allen für die geleistete Arbeit und wünsche viel Erfolg.

Ebenfalls einen Dank aussprechen möchte ich der Findungskommission, allen voran dem Präsidenten Andreas Moser für die gute und faire Abwicklung. Ich fühlte mich bestens aufgehoben.

Zusammengefasst kann ich sagen:

Ich bin bereit mit zu leuchten. Alleine kann ich es jedoch nicht. Es braucht die Mithilfe aller.

Im Gegenzug kann ich versichern, dass ich um das Wohl der Partei besorgt sein werde und gemeinsam mit euch unsere liberalen Werte mit Herzblut verteidigen werde. Oder im liberal-slogan-Deutsch ausgesprochen:

. Gehen wirs zusammen an, ganz nach unserer liberalen Überzeugung, dass sich Leistung lohnen muss.
. Packen wir es an und setzen mit Herz und Verstand um.
. Dies mit der innersten Überzeugung, dass wir nur gemeinsam weiterkommen – aus Liebe zu Luzern!

Ich danke, wenn ihr mich heute zu eurer Präsidentin wählen werdet.

Jacqueline Theiler, Luzern


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Über Jacqueline Theiler:

Jacqueline Theiler (1982) kandidiert in Luzern als FDP-Kantonsrätin.