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Kolumne von Rolf T. Spörri

22.08.2023

Die SRG hält die Schweiz zusammen – wie Die Mitte, die Partei von Ruedi Lustenberger

In einem Leserbrief unter dem Titel «Gratiswerbung für linksgrün» wettert in der gestrigen «Luzerner Zeitung» der Entlebucher Schreinermeister Ruedi Lustenberger (Romoos) gegen die SRG.


Im wesentlichen besteht seine aggressive Attacke auf das nationale Medienunternehmen aus Textbausteinen, wie sie seinerzeit die Initianten des Volksbegehrens «No Billag» ihren Unterstützern zur Verfügung gestellt haben, um für diese Initiative in Leserbriefen zu werben und so gegen die SRG-Mitarbeitenden vom Leder zu ziehen.

Lustenberger – als Nationalratspräsident des Jahres 2014 immerhin «höchster Schweizer» und damit ein Aushängeschild der heutigen Partei Die Mitte – beruft sich in seinen abgelutschten Standard-Beschimpfungen gegen die SRG unter anderem auf Leute aus Die Mitte, die deren «Linksdrall» satt haben würden.

Dem Schreinermeister aus dem Entlebuch sei hier eine Lektion in Parteiarchäologie empfohlen.

Erstens: Keine Bundesratspartei stellte bislang so viele Generaldirektoren und Verwaltungsratspräsidenten der SRG wie Die Mitte (vormals CVP). Haben diese Herren ihren Job nicht richtig gemacht, dass das grösste Medienunternehmen des Landes – aus Sicht von Ruedi Lustenberger und Konsorten – eine Keimzelle des medialen Klassenkampfes geworden sein soll?

Zweitens: Justament im Vorfeld der «No Billag»-Abstimmung (4. März 2018) ergötzte sich Ruedi Lustenberger öffentlich an einem Film über die Köhler vom Napf (siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»: Eintrag vom 29. Dezember 2017). Was er nicht öffentlich von sich gab: Dieser Film – wie auch Dutzende, wenn nicht sogar mehr als hundert Produktionen – wäre nie zustande gekommen, wenn die SRG ihn nicht finanziell stark unterstützt hätte. Überhaupt könnte das einheimische Filmschaffen längst zusammenpacken, wenn aus der SRG nicht solche Mittel flössen. Siehe dazu unter «In Verbindung stehende Artikel», Eintrag vom 6. Februar 2018.

Drittens: In Regionen, die etwas abseits der Heerstrassen liegen – wie beispielsweise dem Entlebuch –, ist die Pflege der einheimischen Kultur tief verwurzelt und wird entsprechend gepflegt; in festen Sendegefässen ebenso wie auch in Direktübertragungen vermittelt SRF aussagekräftige Abbilder des realen ländlichen Lebens in seiner ganzen Breite und Tiefe.

Dieser Erkenntnis hat sich offensichtlich die Wahlkreispartei Entlebuch der CVP (heute: Die Mitte) erinnert, als sie am 6. Februar 2018 ihre Parole zur Initiative «No Billag» beschloss und diese mit 39 «Nein» zu 1 «Ja» (keine Enthaltungen) wuchtig abschmetterte.

Dies offenbar getreu der Partei-Devise «Wir halten die Schweiz zusammen»; einem Slogan übrigens, den ich für genial halte und zu dem ich – als Sozialdemokrat – dieser Partei respektvoll gratuliere.

Daran wird sich Die Mitte wohl auch erinnern, wenn sie Stellung nehmen wird zur eben erst eingereichten «Halbierungs-Initiative» der SVP, für die CVP-Lustenberger Feuer und Flamme ist; jedenfalls sitzt er im rechtsbürgerlichen Unterstützungskomitee (siehe unter «Links»).

Dann nämlich gilt es ernst. Eine Halbierung der SRG-Gebühren würde auch dazu führen, dass für das Tessin überhaupt keine SRG-Leistungen mehr produziert werden könnten und jene in der Westschweiz massiv reduziert werden müssten.

Die Leistungen, die aus dem Gebührentopf mittels Radio- und TV-Sendungen sowie für Onlineangebote freundeidgenössisch in den Südkanton und auf die andere Seite des «Röstigraben» fliessen, stehen nämlich in keinem Verhältnis zu den Anteilen, die von dort in den Gebührentopf kommen.

Man kann es drehen, wie man will: Die SRG leistet einen überlebenswichtigen Beitrag zur medialen Darstellung der gesellschaftlichen, kulturellen und historischen Vielfalt unseres Landes.

Wie Ruedi Lustenbergers Partei, Die Mitte («Wir halten die Schweiz zusammen»).

Rolf T. Spörri, SP-Grossstadtrat von 1979 bis 1985, Luzern

Siehe unter «Links» und «Dateien».


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Über Rolf T. Spörri:

Rolf T. Spörri (* 1946) lebt in Luzern. Er ist ausgebildeter Hochbauzeichner, Primarlehrer und diplomierter Heilpädagoge. Spörri wirkte als Freiwilliger in der Entwicklungszusammenarbeit in Kathmandu (Nepal), Varanasi (Indien) und Tjachiv (Ukraine). Er ist Vater von vier erwachsenen Töchtern und eines ebenfalls erwachsenen Sohnes sowie Grossvater von acht Enkelkindern. Bis zur Pensionierung im August 2008 war Rolf T. Spörri während vieler Jahre Kleinklassenlehrer im Luzerner Maihofschulhaus. Von 1979 bis 1985 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat.