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Kolumne von Rolf T. Spörri

09.01.2022

Die Idee des Grundeinkommens verdient eine neue, gründliche Debatte

In einem Leserbrief in der «LZ» vom 8. Januar meint der Obwaldner Jungfreisinnige Nico Fankhauser, den «Linksgrünen» sagen zu müssen, was sie bezüglich der Zukunft der AHV zu tun und – dies noch mehr – was sie zu lassen hätten (siehe unter «Dateien»).


Zwar erkennt er zu recht: «Die AHV ist das wichtigste und solidarischste Sozialwerk!»

Aber: Wer hat denn das Umlageverfahren erfunden? Es waren die «ideologischen» Linken, wie er unserseins etikettiert, wogegen ich allerdings in diesem speziellen Fall nicht wirklich was einzuwenden habe.

Lieber Nico Fankhauser, wir müssen bei der neuen Altersreform breiter und ganzheitlicher denken.

Nicht nur von Gleichberechtigung schwafeln, hier einmal mehr zu ungunsten der Frauen (wie bereits bei der letzten Revision 1997: Erhöhung des Frauenrentenalters von 62 auf 64 Jahre). Schade, dass die «AHV-Vorsorge 2020» im September 2017 vor dem Volk scheiterte. Dies ist der Grund, warum die arbeitende Generation selbstverschuldet jährlich sechs Milliarden Franken an die AHV-Generation umverteilt.

Wie der Schweizer Ökonom Thomas Straubhaar (Professor in Hamburg) und zusammen mit den Erfahrungen während der Pandemie müssen wir auf die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens – ganz unideologisch – zurückkommen (siehe unter «In Verbindung stehende Artikel»: Eintrag vom 25. Oktober 2021).

SVP-Bundesrat und Finanzminister Ueli Maurer wurde wegen der Pandemie, gegen seinen Willen (also gegen seine Ideologie), gezwungen grosszügig Kurzarbeitsentschädigungen, Hilfen an KMU‘s und Kulturschaffende auszuschütten. Dies mit dem Erfolg, dass wir heute, trotz allem, eine überraschend gut laufende Wirtschaft haben. Diese «grundeinkommensähnlichen Beiträge» haben die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung erhalten. Es ist demzufolge nicht Arbeit bis ins hohe Alter, die der Gesellschaft weiter hilft.

Zudem brauchen wir bekannterweise viele junge Grosseltern im AHV-Alter mit Rente (Grundeinkommen), welche die (noch) fehlenden oder zu teuren, Kita‘s ergänzen, beziehungsweise teils sogar ersetzen.
 
Es darf nicht sein, dass wir durch längeres Arbeiten die übervollen Tresore der Nationalbank zum bersten bringen (2021:  26 Milliarden, budgetiert für 2022: 21 Mia.). Dieses viele Geld (aus abgeschöpften Negativzinsen) gehört endlich grosszügig zurückverteilt an die Besitzer, also an die schuftende Bevölkerung; konkret in die AHV! So haben alle etwas davon. Die 13. AHV-Rente lässt grüssen.

Die vornehmste «Freiwilligenarbeit», die jetzt ansteht ist, die sofortige Unterschrift für das Referendum gegen den AHV-Abbau!. Ich lade Sie, lieber Herr Fankhauser, sowie ihre jungfreisinnigen Freudninnen und Freunde, in Obwalden und anderswo, sehr herzlich ein, zu unterschreiben. So kommts zu einem Abstimmungskampf und dann können wir diese Debatte in der ihr gebührenden Breite und Tiefe führen.

Rolf T. Spörri, Mitglied der Gewerkschaft VPOD und der SP, Luzern


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Über Rolf T. Spörri:

Rolf T. Spörri (* 1946) lebt in Luzern. Er ist ausgebildeter Hochbauzeichner, Primarlehrer und diplomierter Heilpädagoge. Spörri wirkte als Freiwilliger in der Entwicklungszusammenarbeit in Kathmandu (Nepal), Varanasi (Indien) und Tjachiv (Ukraine). Er ist Vater von vier erwachsenen Töchtern und eines ebenfalls erwachsenen Sohnes sowie Grossvater von acht Enkelkindern. Bis zur Pensionierung im August 2008 war Rolf T. Spörri während vieler Jahre Kleinklassenlehrer im Luzerner Maihofschulhaus. Von 1979 bis 1985 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat.