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Kolumne von Rolf T. Spörri

10.09.2021

Mehr Selbstbewusstsein für Radfahrer

Ein Antwort auf den Beitrag unter dem Titel «In der Stadt Luzern werden Autofahrer ständig ausgebremst» in der «LZ» vom 8. September (Seite 29, siehe unter «Dateien»).


Als täglicher Radfahrer habe ich fast Mitleid mit all den gebashten Autofahrer*innen. Herr Werner Amrein meint, «die Automobilisten sind die wichtigsten Verkehrsteilnehmer, denn sie zahlen hohe Steuern und Gebühren». Alle anderen sind steuerfrei!? Auch die Behauptung, das Gewerbe zahle «am meisten Steuern» ist eben kein Fakt! Nur, weil der motorisierte Individualverkehr, (MIV) am meisten Raum einnimmt, wird er nicht wichtiger. ÖV, Fussgänger und Zweiradfahrer sind inzwischen wohl mehr an der Zahl. Autobenutzer sind sich ihrer einseitigen Sichtweise kaum bewusst.

Ich bin mir nicht sicher, wie groß der MIV noch wäre, wenn nur bezahlte Autos unterwegs wären.

Es wird auch vergessen, dass jahrzehntelang der Autoverkehr priorisiert wurde. Ich denke da insbesondere an die Abschaffung der Luzerner Tramlinien, einfach mit einem Schlag «ausgebremst». Und heute entbrennt um jeden Meter Busstreifen ein Kampf.
Die meisten Autofahrer*innen sind sich nicht bewusst, wie selbstverständlich sie ungebührend Stadtraum einnehmen, Velofahrer*innen an den Rand drängen und ihnen zudem die Luft verpesten.

Ich freue mich auf die Zeit, wenn Zweiradfahrer ganz selbstverständlich auf unbenutzten Autoparkplätzen Velos abstellen, um sichtbar zu machen, wie egoistisch es ist, als einzelne Person, einen ganzen Parkplatz zu beanspruchen.

Ich freue mich über die Kreiselkampagne der SUVA, die den Velofahrer*innen mehr Selbstbewusstseins zumutet und sie bereits vor dem Kreisel in die Strassenmitte bittet, um sichtbarer zu werden. Ich wünsche den Radfahrer*innen dasselbe Selbstverständnis, wie es die Automobilist*innen leben.
Rolf T. Spörri, Luzern

 

 


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Über Rolf T. Spörri:

Rolf T. Spörri (* 1946) lebt in Luzern. Er ist ausgebildeter Hochbauzeichner, Primarlehrer und diplomierter Heilpädagoge. Spörri wirkte als Freiwilliger in der Entwicklungszusammenarbeit in Kathmandu (Nepal), Varanasi (Indien) und Tjachiv (Ukraine). Er ist Vater von vier erwachsenen Töchtern und eines ebenfalls erwachsenen Sohnes sowie Grossvater von sieben Enkelkindern. Bis zur Pensionierung im August 2008 war Rolf T. Spörri während vieler Jahre Kleinklassenlehrer im Luzerner Maihofschulhaus. Von 1979 bis 1985 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat.