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Kolumne von Rolf T. Spörri

02.09.2021

«Renteninitiative» der Jungfreisinnigen basiert auf einem veralteten Denken

Eine Antwort auf den Gastbeitrag von Patrick Eugster («Warum wir länger arbeiten müssen») in der «éuzerner Zeitung» vom 1. September (siehe unter «Dateien»).


Einmal mehr wird hier die AHV schlecht geredet und als Sanierungsfall dargestellt. Patrick Eugster hat eine zu einfache ökonomische Sicht auf die Rentenproblematik. Die Arbeitnehmer, insbesondere die fleissigen Frauen, dürfen nicht Jahre länger als heute (gemäss geltendem Pensionierungsalter) in den lohnabhängigen Arbeitsprozess gezwungen werden.

Da hilft nur eine ganzheitliche Betrachtungsweise: Beginnen wir doch bei den Steuergeschenken. Den Regierungsherren im Kanton Luzern fällt nichts Besseres ein, als mit den geschenkten Nationalbank-Millionen die Steuern zu senken.

Mit den seit Jahren gemachten Steuergeschenken an die reicheren Bevölkerungsschichten (nur teilweise Besteuerung von Dividenden, Abschaffung der Stempelsteuer, undsoweiter) wird unnötig Geld verteilt, statt damit die AHV zu stärken. Das käme im AHV-Alter allen zu gute.

Wir müssten nicht mehr so lange arbeiten. In der hoch industrialisierten und digitalisierten Gesellschaft könnten wir vermehrt Apparate unsere Arbeit machen lassen, um uns vermehrt sinnvollen Lebensinhalten – ohne oder mit weniger Arbeit – zu widmen.

Diese Initiative stammt zwar von jungen Freisinnigen. Aber sie basiert auf einem veralteten kapitalistischen Denken von Leuten, die offenbar noch nie etwas von Grundeinkommen oder Helikoptergeld gehört haben. Dabei haben wir doch eben erst gelernt, dass es unserer Wirtschaft trotz der Pandemie wieder gut geht. Und zwar, weil der Staat vielen Firmen und ihren Arbeitnehmer*innen sowie vielen Selbständigen grosszügig mit Geld geholfen hat. Damit wurde die Kaufkraft der Bevölkerung weitgehend erhalten.

Der AHV wird nicht geholfen, indem wir die Frauen einmal mehr schlechter stellen und die arbeitende Bevölkerung zusätzlich schuften lassen. Es muss mehr Geld in die AHV fliessen. Zum Beispiel mit der «99%-lnitiative» und dank den Gewinnen der Nationalbank.

Ja, Herr Patrick Eugster, es braucht mehr Mut!

Rolf T. Spörri, Luzern

Siehe auch unter «Dateien».


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Über Rolf T. Spörri:

Rolf T. Spörri (* 1946) lebt in Luzern. Er ist ausgebildeter Hochbauzeichner, Primarlehrer und diplomierter Heilpädagoge. Spörri wirkte als Freiwilliger in der Entwicklungszusammenarbeit in Kathmandu (Nepal), Varanasi (Indien) und Tjachiv (Ukraine). Er ist Vater von vier erwachsenen Töchtern und eines ebenfalls erwachsenen Sohnes sowie Grossvater von sieben Enkelkindern. Bis zur Pensionierung im August 2008 war Rolf T. Spörri während vieler Jahre Kleinklassenlehrer im Luzerner Maihofschulhaus. Von 1979 bis 1985 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat.