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Kolumne von Heidi Scherer

02.09.2021

Homeoffice bringt positiven Nutzen für das lokale Gewerbe und die Randregionen

Nicht erst seit der Pandemie ist das Bedürfnis nach vermehrter Teilzeitarbeit und der Möglichkeit von Homeoffice gestiegen. Die zunehmende Digitalisierung hat bei vielen Unternehmen im Kanton Luzern zu einem Umdenken geführt.


Wo vor kurzem noch unvorstellbar, arbeiten viele Arbeitnehmende inzwischen an einzelnen Wochentagen oder sogar vollständig zuhause oder in Co-Working-Spaces statt wie vor der Pandemie im Büro.

Dadurch sind neue Fragestellungen zu Homeoffice aufgetaucht (soziale, arbeitsrechtliche, sicherheitstechnische und unternehmenskulturelle Themen), welche mit zunehmenden Erfahrungen beantwortet werden müssen. Begeisterte, langjährige Homeoffice-Arbeitende nutzen die vielen Vorteile schon heute und gewichten die möglichen Nachteile tiefer.

Der Wegfall des Arbeitsweges, oft im Pendlerstau, führt zu mehr Freizeit und Lebensqualität und entlastet die Strassen. Homeoffice bietet eine grössere Flexibilität und kann damit auch die Arbeitsmotivation erhöhen.

Doch Homeoffice bietet auch für die Randregionen im Kanton Luzern Vorteile, die offenbar noch nicht erkannt worden sind: Ein Erstarken des lokalen Gewerbes, des Detailhandels und der Gastronomie, da die Homeoffice-Arbeitenden vor Ort einkaufen und nicht noch schnell nach Feierabend auf dem Heimweg Bahnhofshoppings oder Tankstellenshops frequentieren.

Auch die Hofläden mit ihren lokalen und saisonalen Produkten konnten letztes Jahr von vermehrtem Homeoffice ihrer Kunden profitieren. Dieser Trend darf sich ruhig fortsetzen. Vielleicht wird zukünftig wieder mehr repariert statt ersetzt, da Handwerkereinsätze flexibler geplant werden können. Zudem bietet das Homeoffice die grosse Chance, gerade auch für Frauen, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen.

Wir erinnern uns alle daran, dass früher viele Frauen in der «Heimarbeit» tätig waren, ganz früher vor allem in der Textil- und Uhrenindustrie, später als Näherinnen für die Armee, als Verpackerinnen oder dann auch im Telemarketingbereich. Diese Heimarbeit ist mit der Digitalisierung wieder möglich und bietet auch hochqualifizierten Arbeitskräften gute Chancen, ihre berufliche Karriere zu verfolgen.

Aber auch viele Männer schätzen den stärkeren Bezug zum Alltag zuhause und die grössere Flexibilität. Wie die Erfahrungen der letzten 18 Monate zeigen, können auch hoch qualifizierte Arbeiten in verschiedensten Sektoren, wie im Finanz- und Versicherungswesen oder in anderen Dienstleistungsbereichen, vollständig oder teilweise von zuhause aus erledigt werden.

Ich wage zu prognostizieren, dass vermehrte Homeoffice-Möglichkeiten, auch verbunden mit Teilzeitarbeit, zu weniger Abwanderung aus den Randgebieten führen.

Selbstredend kann nicht jede Arbeit im Homeoffice erledigt werden und es benötigt einen gewissen Grad an Selbststrukturierung, Selbstmotivation und Selbstverantwortung. Doch wo es möglich ist, sollten die Chancen unbedingt genutzt werden und die positiven Auswirkungen auf den Fachkräftemangel, den Verkehr und generell die Volkswirtschaft stärker gewichtet werden als eventuelle Nachteile.

Fazit: Homeoffice ist gut für das lokale Gewerbe und kann dem Abwanderungstrend aus den Randregionen entgegenwirken.

Heidi Scherer, Kantonsrätin FDP.Die Liberalen, Meggen


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Über Heidi Scherer:

Heidi Scherer (1963), Meggen, ist Kantonsrätin der FDP.Die Liberalen. Sie wurde am 31. März 2019 wieder in den Kantonsrat gewählt und zwar mit dem zweitbesten Resultat überhaupt. 

Mehr über sie auf der Website des Kantonsrates:
http://www.lu.ch/kr/mitglieder_und_organe/mitglieder/mitglieder_detail?

Die Website von Heidi Scherer:
http://www.heidi-scherer.ch/