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Kolumne von Beat Murer

25.01.2020

Utopie «Metro» in Ehren – aber Nein zu diesem Schildbürgerstreich

Da wird das Pferd wirklich am Schwanz aufgezäumt. Es ist nicht einzusehen, warum eine verkehrspolitisch und finanziell völlig fragwürdige «Metro» das Carproblem am Schwanenplatz lösen sollte.


Wegen ein paar Geschäften, welche in erster Linie von Einkaufstouristen aus Fernost frequentiert werden, sollen x-Millionen in Planung, Bau und Betrieb einer Mini-Metro investiert werden? Warum haben die einschlägigen Geschäfte nicht längst ihren Geschäfts-Standort an verkehrsgünstiger Lage ausserhalb der Stadt Luzern in Nähe eines Autobahnschlusses – zum Beispiel in einem Hochhaus mit Rundsicht als «House of Swiss Souvenirs» – realisiert?

Ein «Metro-Torso» von der Reussegg zum Schwanenplatz wäre völlig abseits der innerstädtischen Verkehrsbedürfnisse der einheimischen Bevölkerung.

Wenn schon nachhaltig investiert werden soll, dann wäre – wie durch VBL-Direktor Norbert Schmassmann angedacht – ein Bus- und Carterminal über den Geleisen des Bahnhofs Luzern realistischer.

Wer schon die verschiedenen «Metros», beziehungsweise U-Bahnen in den Grossstädten Europas kennen gelernt hat, sollte sich eigentlich bewusst sein, dass eine «Metro» nur mit grossen Benützungsfrequenzen überhaupt Sinn macht.

Selbst in der Stadt Zürich wurde in den 60-Jahren die Erschliessung des Flughafens Zürichs durch eine U-Bahn durch die Stimmenden abgelehnt. Dessen Erschliessung wurde später in die Ost-West-Transversale der SBB eingebunden. Inzwischen wurde der Flughafen Zürich auch noch durch eine neue Tramlinie erschlossen.

Auch der Vergleich mit Lausanne zur Propagierung einer Luzerner «Metro» ist äusserst fragwürdig, weist doch die U-Bahn Lausanne 14 Stationen auf und ist voll ins ÖV-Netz eingebunden, inklusive Bahnhof SBB und CNG-Schifffahrt (in Ouchy).  

Die am Urnengang vom 9. Februar 2020 abstimmenden Stadtluzernerinnen und -Luzerner werden hoffentlich mit einem klaren Nein zur «Metro-Initiative» den Weg für zeitnahe realistische und wirtschaftlich verantwortbare Verkehrslösungen und Tourismuskonzepte ebnen.

Beat Murer, ehemaliger SP-Grossstadtrat, Luzern


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Über Beat Murer:

Beat Murer (*1949) ist in Luzern aufgewachsen, wo er nach dem Besuch der Zentralschweizerischen Verkehrsschule 23 Jahre bei den SBB diverse Funktionen - vom Betriebsdisponenten bis zum Liegenschaftsverwalter - ausübte. Als Weiterbildungen besuchte er den Verwaltungskurs für Luzernische Verwaltungsbeamte und den SVIT-Fachkurs für Immobilientreuhänder.

Bis zu seiner Pensionierung im Frühjahr 2011 leitete er 17 Jahre das Ressort  Wahlen und Abstimmungen der Stadt Luzern. Dies beinhaltete unter anderem die Organisation und Durchführung sämtlicher eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Wahlen sowie diejenigen der katholischen und reformierten Kirchgemeinden. Zudem war er dort bis 2010 für die Prüfung von Initiativen/Referenden/Volksmotionen zuständig. 1990 bis 1992 vertrat er die SP im Grossen Stadtrat und von 1998-2006 war Beat Murer Mitglied des Grossen Kirchenrates der Katholischen Kirche Stadt Luzern.

Beat Murer kandidierte für die glp 2012 als Grossstadtrat.

Sein Motiv, bei lu-wahlen.ch als Kolumnist mitzuwirken: «Ich will so mithelfen, dass verantwortungsbewusste politische Diskurse möglich werden.»