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Kolumne von Pascal Merz

11.01.2014

Wie Bischof Vitus Huonder Schwule und Wiederverheiratete diskriminiert

Der Bischof von Chur empört wieder einmal einen grossen Teil der Kirchenbasis. Laut Vitus Huonder dürfen Homosexuelle nicht mehr die Kommunion, jedoch den Segen empfangen.


Der Churer Bischof Vitus Huonder.

 

In einer «irregulären Situation» befinden sich gemäss Definition aus dem Bistum Chur jene Menschen, die entweder homosexuell oder wiederverheiratete Geschiedene sind. Sie alle dürften gemäss offizieller Lesart der katholischen Kirche keine Kommunion empfangen. In Zukunft aber dürften sie sich – wenn es nach dem Churer Bischof Vitus Huonder geht – trotzdem zur Kommunion einreihen, müssten aber dem Priester mit verschränkten Armen signalisieren, dass sie sozusagen irregulär sind und keine Kommunion empfangen dürfen. 

Wäre die Angelegenheit nicht so ernst, man könnte darüber lachen. Wenn sich dieses «Handzeichen» auch ausserhalb der Kirche durchsetzen würde, wäre die Einteilung und Kategorisierung der Menschen einfacher. Natürlich müsste die Ausgestaltung noch eindeutiger sein. 

Will heissen, die Homosexuellen müssten eindeutig und auf den ersten Blick von Heteros und wiederverheirateten Geschiedenen erkannt werden. Wie wäre es mit einem Tattoo auf den Unterarm?

Die Priester könnten noch eindeutiger und auf einen Blick feststellen, ob die Menschen in «regulärer» oder «irregulärer Situation» leben. Ja, diese Zeilen sind definitiv weltfremd und diskriminierend, aber im Gegensatz zu den Vorschlägen aus dem Bistum Chur nicht ernst gemeint.

Pascal Merz, Sursee

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Siehe dazu auch unter «Dateien» zwei Beiträge aus «Basler Zeitung» und «Landbote» (Winterthur).


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Pirmin Meier aus Rickenbach

Dienstag, 14.01.2014, 18:27 · Mail

Bin selber geschiedener Katholik und habe mehrere Jahre in die Erforschung der männlichen Homosexualität und Bisexualität investiert, zuletzt mit der Einleitung zu den Memoiren des ehemaligen katholischen Internatschülers Adriano im Buch «Kick, Verlangen, Leidenschaft», dessen 2. Auflage soeben in einem Zürcher Verlag erschienen ist. Dort kann man sehr Genaues lesen über die alltäglichen Bedürfnisse homosexueller und bisexueller Männer.

Beichte und Kommunion sind praktisch von keinerlei Relevanz. Auf die Kommunion verzichtete nach meinen Forschungen Klaus von Flüe, der bloss von homosexuellen Phantasien heimgesucht wurde, jedoch nie Homosexualität praktiziert zu haben scheint, wiewohl dies bei den Kriegszügen der alten Eidgenossen häufig war.

Das Hauptproblem bei der Kommunion liegt bei ihrer tatsächlichen Belanglosigkeit. Dass man sich mit jedem Kommunionempfang ernsthaft überlegen sollte, sein Leben zu ändern. Man ist sich nicht bewusst, dass zum Beispiel Abzocker, Ehebrecher, Schläger, Arbeitgeber, welche ihren Angestellten zu wenig Lohn geben und Menschen, die nicht zur Busse und Beichte sind, sowie solche, die nicht einmal den Wert des Fastens, des Gebetes und der Meditation realisieren, nach Auffassung der katholischen Heiligen am Tisch des Herrn eigentlich nichts zu suchen hätten.

Selber habe ich noch nie eine Hostie in die Hand genommen und bevorzuge seit Jahren die geistige Kommunion, einen Bestandteil der christlichen Mystik. Was Sie über die praktischen Probleme schreiben beim Kommunionempfang ist natürlich eine Groteske.

Von einer Diskriminierung durch Bischof Vitus Huonder kann man natürlich nicht sprechen. Der Kommunionempfang ist in jeder Hinsicht freiwillig, ganz im Gegensatz zur Kirchensteuer, welche der Bischof mutig in Frage stellt, eine völlig unbiblische Kuriosität und ein Relikt aus der Zeit vor der französischen Revolution, im Kanton Zürich mit grotesker Beanspruchung von Abgaben von muslimischen Kebab-Budenbesitzern verbunden.

Pirmin Meier, Rickenbach

 
 
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Über Pascal Merz:

Pascal Merz (SP/Sursee) kandidierte am 10. April 2011 für den Kantonsrat, ist aber nicht gewählt worden.