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Kolumne von Pascal Merz

24.03.2011

Landwirtschaft kann ihre Leistungen noch stärker differenzieren

Das Wohl der Tiere, die Folgen des Klimawandels, das Preisbewusstsein: Wer seine Lebensmittel kritisch auswählt, ist gefordert. Das eröffnet den Produzenten neue Chancen.


Wer am Markt einkauft, fördert saisonale Qualität und stärkt die Produzenten in der Region.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Wer am Markt einkauft, fördert saisonale Qualität und stärkt die Produzenten in der Region.

Bild: Herbert Fischer

Der Milchpreis ist tief, die Perspektiven für die hiesige Landwirtschaft sind alles andere als rosig. Bei den Grossverteilern bekomme ich – von gewissen Ausnahmen abgesehen – regionales Einheitsgemüse und Obst. Mit Pro Specie Rara fördert Coop zwar wieder ein bisschen mehr die Vielfalt, jedoch ist dies ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich bin überzeugt, dass altehrwürdigere Sorten an Obst und Gemüse einen vernünftigen Absatz und auch Umsatz generieren würden.

Differenzierung, Qualität und Regionalität - weg vom reinen Produzenten hin zur exklusiven Dienstleistungsunternehmung. Nutzen Sie Ihr Potential und münzen dieses in konstruktive und zukunftsträchtige Ideen um, statt den guten alten Zeiten vom hohen Milchpreis nachzutrauern. Vielleicht kommt irgendwann die Zeit, in welcher der Mensch, respektive Konsument wieder mehr zahlt für qualitativ hoch stehende Lebensmittel. Sie leisten tagtäglich sehr viel Arbeit zum Wohle unseres Landes, doch die Vermarktung dieser Leistung ist im höchsten Grade ungenügend. Sie haben die Möglichkeit, dem Kunden vor Ort und authentisch Ihre Leistung und Qualität zu präsentieren. 

Bereit, authentische Qualität zu bezahlen

Den letzten beissen die Hunde. Sie sind in der gesamten Nahrungsmittelkette entweder das letzte oder erste Glied. Eine Frage der Sichtweise. In der Preisentwicklung der landwirtschaftlichen Güter sind Sie eher das letzte Glied in der Kette. Diesen Prozess umzukehren ist alles andere als einfach, dessen bin ich mir durchaus bewusst. Trotzdem bin ich überzeugt, dass Sie eine Zukunft haben. Jedoch nicht, in dem wir die Subventionen und Direktzahlungen erhöhen, sondern durch bessere Differenzierung, mehr Sortenvielfalt, höhere Authentizität, konstant hohes Tierwohl und Topqualität. Hinzu kommen die sehr schwierig abschätzbaren Konsequenzen aus dem Klimawandel. Mit denen allerdings müssen wir wohl lernen, zu leben. 

Klimaneutrale Landwirtschaft. Auch dies könnte in Zukunft ein gewichtiges Argument werden. Sie sind Unternehmer, Sie haben eine eigene Produktion und damit ein hohes Differenzierungspotential. Bauen Sie an der Zukunft und verabschieden Sie sich von den vergangenen Zeiten. Der Schweizer Konsument – und damit glaube ich, für eine erhebliche Anzahl Menschen zu sprechen – ist bereit, für Ihre authentische Qualität, sofern Sie in jeder Beziehung stimmt, mehr zu bezahlen. Nutzen Sie dieses Potential und die regionale Nähe zu Ihren Kunden.


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Über Pascal Merz:

Pascal Merz (SP/Sursee) kandidierte am 10. April 2011 für den Kantonsrat, ist aber nicht gewählt worden.