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Kolumne von Priska Lorenz

17.02.2011

Videospiele: mehr Jugendschutz statt sinnloses Verbot

Der Luzerner Kantonsrat hat am 24. Januar 2011 einer Standesinitiative zugestimmt, welche ein Verbot von Videospielen fordert, bei denen Gewalt gegen Menschen und menschenähnliche Gestalten zum Spielerfolg beiträgt.


Dass ich im Kantonsrat als Einzige dagegen gestimmt habe und dass sich danach innert kürzester Zeit ein Jugendkomitee mit allen Jungparteien gegen das Verbot gebildet hat, zeigt den Graben zwischen den Generationen in dieser Frage. Ich wurde in den vergangenen Wochen oft auf das Thema angesprochen und dabei ist mir aufgefallen, dass Vieles missverstanden wird.

Auch ich will nicht, dass Kinder brutale Gewaltgames spielen. Ein generelles Verbot löst aber dieses Problem nicht. Wirksamer wären verbindliche und gesetzlich verankerte Altersrichtlinien beim Verkauf (ähnlich wie bei Filmen), denn die heutigen Vorgaben sind nur Empfehlungen. Von zentraler Bedeutung ist, dass Kinder und Jugendliche mittels Medienerziehung lernen, wie mit der enormen Medienflut umgegangen werden kann. Auch die Medienkompetenz der Eltern muss gefördert werden, damit sie besser beaufsichtigen können, was ihre Kinder spielen. Ein Verbot von Videospielen hingegen macht diese nur attraktiver und es wäre zudem auch gar kein Problem, Games aus dem Internet herunterzuladen – und zwar die unzensierte Version und ohne, dass jemand nach dem Ausweis fragt.

Ein generelles Verbot würde aber auch für Erwachsene gelten, was meiner Meinung nach zu weit geht. Es gibt sehr viele junge Leute, welche Videospiele auch mit gewaltsamen Inhalten gamen, rund um die so genannten e-Sports ist eine Sparte der Jugendkultur entstanden. Die allermeisten GamerInnen können sehr gut zwischen virtueller und realer Welt unterscheiden. Wenn jemand gewalttätig wird, dann hat er oder sie in den allermeisten Fällen noch andere Probleme, wie soziale Ausgrenzung oder fehlende wirtschaftliche Perspektiven. Statt tausenden jungen Leuten ihre Freizeitbeschäftigung zu nehmen, würde man besser diese echten Probleme lösen.

Es ist doch schizophren: Videospiele und virtuelle Gewalt sollen verboten werden, während die echte Waffe im Kleiderschrank kein Problem sein soll!


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Über Priska Lorenz:

Priska Lorenz (SP/Grosswangen) ist im April 2011 im Wahlkreis Sursee als Kantonsrätin wieder gewählt worden.