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Kolumne von Laura Kopp

12.10.2011

Beschränkung der Zuwanderung – eine never ending story

Wenn es ein Thema gibt, das hierzulande viel zu unsachlich und zu emotional diskutiert wird, dann ist das Immigration und Ausländerpolitik. Das war schon früher so und wird wohl auch in Zukunft so bleiben.


Seit sich die Schweiz von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt hat, steht die ausländische Bevölkerung in der Schweiz unter Generalverdacht. So wurde ihr – damals hauptsächlich Italienerinnen und Italiener – bereits um 1910 vorgeworfen, die Krankenkasse missbräuchlich zu nutzen. Heute, 100 Jahre danach, sind es die «Scheininvaliden», meist aus dem ex-jugoslawischen Raum, die unser System «unterwandern» und unsere Sozialversicherungen «plündern». 

Bevölkerungsexplosion in der Schweiz: 10 Millionen im Jahre 2000

Auch Ängste vor einer Überfremdung können bis in diese Zeit zurückverfolgt werden. So schrieb der Bundesrat 1924 in einer Botschaft über die bundesrechtliche Regelung von Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer von einem «chronischen und akuten Überandrang» sowie davon, dass der 1910 bei 14.7 Prozent liegende Ausländeranteil binnen 70 Jahre 50 Prozent erreichen könnte. Gross in Mode kam das Thema aber erst in den 1960er-Jahren. Ausländische Arbeitskräfte wurden zunehmend als Problem betrachtet und eine Bevölkerungsexplosion aufgrund der Einwanderung bis zu 10 Millionen im Jahre 2000 befürchtet. 

2011 und immer noch die gleichen Ängste

Es ist jetzt 2011 und wieder wird das Bevölkerungswachstum bis auf 10 Millionen angeführt, um Unterschriften für die Beschränkung der Zuwanderung zu sammeln. Heute wie damals wird die Einwanderung als Ursache für den Kollaps der Infrastruktur herangezogen. In der Schweiz lebende Ausländerinnen und Ausländer werden für den wachsenden Energieverbrauch, die zunehmende Mobilität und Überbauung verantwortlich gemacht. 

Interessanterweise nimmt die verbaute Fläche aber stärker zu als die Bevölkerung. Gleiches gilt auch für die Mobilität und den Energieverbrauch. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit diesen Problemen wäre deshalb notwendig. Denn der zunehmende Verbrauch unserer natürlichen Ressourcen, der steigende Energieverbrauch und die rasant wachsende Mobilität sind hausgemachte Probleme und haben vor allem mit der wirtschaftlichen Entwicklung und unserem Wohlstand zu tun. Denn wir alle wollen heute mehr als früher: mehr Luxus, mehr Mobilität, mehr Raum, mehr technische Errungenschaften. 

Laura Kopp (glp/Luzern), Nationalratskandidatin


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Über Laura Kopp:

Laura Kopp (* 1973) ist Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als Fachspezialistin Planung/Koordination beim Bundesamt für Energie, Abteilung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Am 10. April 2011 hatte sie in Luzern für die Grünliberalen als Kantonsrätin kandidiert und den vierten Ersatzplatz erreicht. Bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober landete sie auf dem ersten Ersatzplatz. Am 6. Mai 2012 ist sie in den Grossen Stadtrat gewählt worden. 

Seit 29. Oktober 2012 ist sie Kantonalpräsidentin der glp.

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