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Kolumne von Laura Kopp

04.08.2011

Die Universität will wachsen

Die Universität Luzern sollte – so hiess es zumindest im Jahr 2000 – durchdacht und massvoll wachsen und das Angebot der damaligen Fachhochschule ergänzen. Elf Jahre später scheint diese Art Wachstum nicht mehr interessant zu sein. Hauptsache wachsen, egal zu welchem Preis.


Noch sind Uni und PHZ damit beschäftigt, ins neue Hauptgebäude hinter dem KKL einzuziehen. Und anfangs September wird der Betrieb aufgenommen. Doch wer wann wie und vor allem wieviel wachsen soll - und darf - ist im Moment ein umstrittenes Thema.<br><br>Bild: Herbert Fischer

Noch sind Uni und PHZ damit beschäftigt, ins neue Hauptgebäude hinter dem KKL einzuziehen. Und anfangs September wird der Betrieb aufgenommen. Doch wer wann wie und vor allem wieviel wachsen soll - und darf - ist im Moment ein umstrittenes Thema.

Bild: Herbert Fischer

Man denke an das Jahr 2000 zurück. Damals hat das Luzerner Stimmvolk das Universitätsgesetz mit grosser Mehrheit angenommen: Der Grundstein für den Ausbau der damaligen Universitären Hochschule Luzern wurde gelegt. 

Drei Fakultäten mit 900 Studierenden als Ergänzung zum Angebot der Fachhochschule 

Ziel war es, bis 2005 eine Universität mit drei Fakultäten und 900 Studierenden zu haben. Da die Alternative die Schliessung der bestehenden universitären Hochschule gewesen wäre, entschloss man sich – wie im Abstimmungsbüchlein zu lesen ist – für den durchdachten und massvollen Ausbau: «Die Universität Luzern wird eine "schlanke Universität" mit drei Fakultäten: einer theologischen, einer geisteswissenschaftlichen und einer juristischen. Sie bündelt geisteswissenschaftliche Kompetenz - wie es der Tradition der Innerschweiz entspricht - und bildet qualifizierte Juristinnen und Juristen aus. Dieses Profil ergänzt die Angebote der Fachhochschule Zentralschweiz und der Lehrerinnen- und Lehrerbildung ideal.» (Seite 7)

Dieser durchdachte, massvolle Ausbau wurde seither vorangetrieben und das Angebot stetig ausgebaut. Wenn wundert es da, dass die ursprüngliche erwartete Zahl von 900 Studierenden rasch übertroffen wurde. Im Jahr 2006, als über den Kauf und Umbau des Postbetriebsgebäudes für die Universität und die Pädagogische Hochschule abgestimmt wurde, waren rund 1'600 Personen eingeschrieben. 

Stagnation als Entwicklungsszenario

Jetzt kann die Universität mit gut 2 000 Studierenden in ihr neues Gebäude einziehen. Doch nun droht ihr Ungemach. Gemäss Bundesamt für Statistik wird die Zahl der Studierenden kurzfristig etwas wachsen, um dann bei etwa. 2 200 zu stagnieren. Stillstand bedeutet Rückschritt und das will die Universität auf keinen Fall. Bereits jetzt werden die Ängste vor Stellenabbau deshalb geschürt. Ein idealer Zeitpunkt, noch lauter als im Frühling nach einer eigenen Wirtschaftsfakultät für die Universität zu rufen. 

Wirtschaftsfakultät als Heilmittel?

Ist eine eigene Wirtschaftsfakultät die richtige Lösung? Natürlich könnte diese eine begrenzte Zahl Studierender nach Luzern locken. Doch gerade im Bereich Wirtschaft gibt es qualitativ hochwertige Angebote. Es ist zu bezweifeln, dass Luzern die notwendigen Mittel hat, um mit den hochkarätigen Wirtschaftsfakultäten zu konkurrenzieren. Und wie ich bereits in einem früheren Beitrag auf lu-wahlen.ch festgehalten habe: Eine neue Fakultät darf nicht auf Kosten der bestehenden und sehr erfolgreichen Bildungsinstitutionen finanziert werden. Die Bildungspolitikerinnen und -politiker des Kantons tun gut daran, gemeinsam mit allen involvierten Institutionen eine Lösung zu finden. Qualität statt Quantität soll den Luzerner Bildungsstandort auch in Zukunft auszeichnen. Dafür braucht es eine gemeinsame und langfristige Strategie. 

 


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Über Laura Kopp:

Laura Kopp (* 1973) ist Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als Fachspezialistin Planung/Koordination beim Bundesamt für Energie, Abteilung Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Am 10. April 2011 hatte sie in Luzern für die Grünliberalen als Kantonsrätin kandidiert und den vierten Ersatzplatz erreicht. Bei den Nationalratswahlen vom 23. Oktober landete sie auf dem ersten Ersatzplatz. Am 6. Mai 2012 ist sie in den Grossen Stadtrat gewählt worden. 

Seit 29. Oktober 2012 ist sie Kantonalpräsidentin der glp.

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