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Kolumne von Franz Grüter

18.01.2016

Vom Kulturkampf zum Kulturbruch - warum SVP-Nationalrat Franz Grüter keine Gebetsräume für Muslime will

Im Kanton Luzern unterzeichneten 1840 die Vertreter einer katholisch-konservativen Volksbewegung die «Ruswiler Erklärung», die sich gegen den liberalen Zeitgeist stellte und den Glauben verteidigen wollte. Diese Gegenbewegung führte zum Kulturkampf zwischen den Roten und Schwarzen, der Luzern bis ins neue Jahrtausend hinein tief bewegte.


Eine erste Aufweichung der Fronten entstand erst im Dezember 1891, als mit dem Luzerner Josef Zemp erstmals ein Katholisch-Konservativer in den Bundesrat gewählt wurde. Ein teilweise eingefleischtes Konkurrenzdenken blieb aber bis in die jüngste Zeit hinein erhalten.

In den meisten Gemeinden gab und gibt es rote und schwarze Beizen, Musikgesellschaften und Vereine. Die weltanschaulichen Differenzen zogen sich bis weit ins Private hinein. So ist es auch nicht erstaunlich, dass in Luzern die CVP als Nachfolgeorganisation der katholisch-konservativen Bewegung bis zu den letzten nationalen Wahlen die wählerstärkste Partei war.

In den letzten Jahren spielten sich in Luzern aber Dinge ab, die nach dem Abflauen des Kulturkampfes den Beginn eines Kulturbruches erkennen lassen. 1990 entschied das Bundesgericht, dass Kruzifixe – nicht aber Kreuze! – als Ausdruck des katholischen Glaubens aus den Schulzimmern entfernt werden müssen.

2001 wurde der Luzerner Kantonsratssaal renoviert und das Kreuz entfernt. Auch aus den Kantons- und Bezirksgerichten wurden alle Kreuze verbannt. Aber nicht nur der Kanton Luzern, auch die ehemals stolze CVP distanziert sich von ihren Wurzeln. So entbrennen innerhalb der CVP immer wieder Diskussionen, ob das C aus dem Parteinamen und Parteiprogramm getilgt werden sollte.

Bei der Entfremdung zu den eigenen weltanschaulichen Wurzeln blieb es aber nicht. Die geistige Leere wurde durch eine Vorzugsbehandlung alles Fremden kompensiert. Bei der CVP geschah dies mit der Gründung einer Kosovaren-Sektion, die der Partei frisches Blut und neue Stimmen bringen sollte. Im Kanton Luzern wurde dies ersichtlich, als 2015 ein altgedienter Religionslehrer von der Katholischen Kirchgemeinde ein paar Jahre vor seiner ordentlichen Pensionierung Knall auf Fall entlassen wurde.

Der Grund: Ein junger Muslim hatte sich über den Lehrer beschwert und behauptet, dieser äussere sich kritisch zu gewissen Aspekten des Islams. Damit nicht genug. Jetzt preschen die Luzerner Schulen nochmals vor und stellen, auf Forderung von jungen Muslimen, Gebetsräume an den Schulen Biregg und Hubelmatt zur Verfügung.

Diese Entwicklungen machen mir Sorgen. Unsere Gesellschaft ist im Begriff, Schritt für Schritt ihre eigene Identität und Wurzeln aufzugeben. In einem Anfall von angeblicher Toleranz entfernen wir uns von den Werten, die uns stark gemacht haben. Dass die Regierung und insbesondere CVP-Bildungsdirektor Reto Wyss nicht klar Gegensteuer geben, zeugt nicht von Stärke. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass der Frust über diese Vorgänge bei vielen Bürgern sehr tief sitzt.

Solche Auswüchse brauchen wir nicht – weder in Luzern noch sonstwo! Ich wünsche mir eine Regierung und Schulen, die wieder zu unseren Werten stehen und selbstbewusst auftreten.

Nationalrat Franz Grüter, Präsident der SVP des Kantons Luzern, Eich

Siehe auch unter «Dateien».


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Über Franz Grüter:

Franz Grüter (1963) wohnt mit seiner Frau und drei Kindern in Eich. Aufgewachsen ist er in Ruswil und ist seit je her mit dem Kanton Luzern verbunden. In seiner Freizeit ist er oft beim Biken oder an einem Match des FCL anzutreffen.

Berufliche Laufbahn

Der gelernte Elektrotechniker TS gründete schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn ein eigenes IT-Unternehmen das er 2008 mit green.ch, die er zusammen mit einem Investmentpartner übernommen hatte, fusionierte. Als Verwaltungsratspräsident richtete er das Unternehmen strategisch neu aus und baute das Cloud- und Rechenzentrumsgeschäft erfolgreich auf.

Politischer Werdegang

Interessiert am politischen geschehen war Franz Grüter schon während der Kantizeit. Aktiv wurde er aber erst 2010, als Mitglied der Bau- und Zonenkommission der Gemeinde Eich. Von Mai 2012 bis Juni 2017 amtete er als Präsident der SVP Kanton Luzern und baute zahlreiche Ortsparteien auf und aus. Von März 2015 bis November 2015 sass er im Kantonsrat – bis zu seiner Wahl in den Nationalrat. Bei den Wahlen vom 20. Oktober 2019 kandidiert Franz Grüter für den frei werdenden Ständeratssitz und präsentierte dazu jüngst seine Kampagne «Besser för Lozärn».

Schwerpunkte

Seit 2014 engagiert sich der Luzerner als Stiftungsrat in der Schweizerischen Stiftung für Arbeit und Weiterbildung (SSAW), die insbesondere ältere Stellensuchende unterstützt. In seiner politischen Arbeit setzt er sich unter anderem für Transparenz im Arbeitsmarkt, vor allem bei den ausgesteuerten Arbeitssuchenden ein. Gleichzeitig gilt er als Kenner der Digitalwirtschaft und ausgezeichnet vernetzter Unternehmer. Er setzt sich unter anderem ein für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die innere Sicherheit, den Abbau von Bürokratie und die Unabhängigkeit der Schweiz.

Mandate

Franz Grüter führt als Vizepräsident den ICT-Dachverband ICTswitzerland, sitzt im Vorstand des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes und ist Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank.
 
Die Website von SVP-Nationalrat Franz Grüter:

http://www.franz-grueter.ch/

Franz Grüter auf der Website des Nationalrates:
http://www.parlament.ch/de/biografie/franz-gr%C3%BCter/4162

Die Website der Firma Green.ch, deren Verwaltungsratspräsident Franz Grüter ist:
thttp://www.green.ch/de-ch/home.aspx