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Kolumne von Franz Grüter

01.08.2012

Der SVP-Kantonalpräsident zum zwanzigjährigen Bestehen seiner Partei

In Grosswangen hat die SVP des Kantons Luzern heute ihr zwanzigjähriges Bestehen gefeiert. Kantonalpräsident Franz Grüter stellt lu-wahlen.ch das Manuskript seiner Rede, die er dort gehalten hat, zur Verfügung.


Sehr verehrter Parteipräsident Toni Brunner, 

hochgeschätzte Gründer und Pioniere der ersten Stunde, 

werte aktuelle und ehemalige Mitglieder der eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Räte, 

liebe Parteifreunde, 

liebe Luzernerinnen und Luzerner!

Der heutige Tag ist nicht nur der Tag einer erfolgreichen Partei. Der heutige Tag ist insbesondere auch der Tag von unserer Heimat: der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

«CH» steht auf dem Nummernschild unserer Fahrzeuge. Auf dem Rütli, das wissen wir, ist - «im Namen Gottes des Allmächtigen», wie es im Bundesbrief heisst und in der Verfassung von 1848 steht - keine Partei gegründet worden. Liest man den Bundesbrief genauer, haben sich Vertreter von kleinen ländlichen Gemeinden getroffen. Und zwar nicht mit Fusionsabsichten! 

Wie Toni Brunner es schon ausgeführt hatwollten sie sich der Arglist der Zeit entgegensetzen. Nein, der Ehrgeiz der Bundesgründer war es, liebe Parteifreunde, nicht ein Amt zu übernehmen, sondern sich für Grundsätze und Werte wie Freiheit und Unabhängigkeit einzusetzen. Werte welche bis heute nichts an ihrer Bedeutung verloren haben.

Wenn ich Sie heute als Kantonalpräsident zum 20-Jahr-Jubiläum begrüssen darf, so tue ich das weder als Nationalrat noch als Kantonsrat, auch nicht als Gemeindepräsident. Wenn es nur um die bequeme Verteilung von Posten gegangen wäre, hätte man weder eine Schweizerische Eidgenossenschaft noch eine SVP des Kantons Luzern gründen müssen. Auch um Bundesrat oder Regierungsrat zu werden, wäre für ehrgeizige und begabte Leute der Weg über jede andere Partei ab vier Prozent Stimmenanteil garantiert bequemer und erfolgsversprechender. Auch parteilos ist mit Sicherheit bequemer als SVP. 

Oder wie es der Dichter Gottfried Keller, ein Liberaler der ersten Stunde, auf den Punkt gebracht hat:«Wer über den Parteien sich wähnt mit stolzen Mienen, steht meistenteils beträchtlich unter ihnen.»

Diese Worte stammen aus einer schweren Zeit. Wer zur Zeit von Gottfried Keller im Kanton Luzern liberal war, musste mit Gefängnis, Berufsverbot, sogar Vertreibung aus dem Kanton rechnen.

Nach dem Sonderbundskrieg kamen für ein paar Jahre die Konservativen an die Kasse. Ihnen ist mit Hausdurchsuchung, Enteignung und Vermögenskonfiskation gedroht worden. Einige mussten das Land sogar verlassen.

Ein guter Liberaler zu sein, und ein guter Konservativer, das hat früher Mut gebraucht!

Vor 90 Jahren, beim Generalstreik, mussten auch die Linken Mut beweisen. Viel mehr Mut als die heutigen Staatsgewerkschaftler und Cüplisozialisten mit Vollkasko-Mentalität.

Robert Grimm, der «Blocher der Sozialisten», musste 1919 sogar Festungshaft absitzen.

Glücklicherweise sind wir heute nicht ganz so weit, wenn auch heute gegen unseren Christoph Blocher Klagen geführt werden, weil er einen groben Missbrauch aufgedeckt hat.

Mit keiner Parteimitgliedschaft bewegt man sich heute in der Schweiz so am Rande der schicken Gesellschaft wie mit dem Bekenntnis zur SVP. Nicht nur Toni Brunner hat dies bei den Ständeratswahlen erfahren müssen.

Wir von der SVP können aber gottlob immer auch mal wieder grosse Abstimmungserfolge für uns verbuchen. Aber noch heute ist es in vielen Schweizer Städten leider so, dass sie eher einen Primaten in den Stadtrat wählen würden, als jemand von der SVP.

Aber wir dürfen den Mut nicht verlieren! Der Kampf der letzten 20 Jahre hat sich gelohnt. 

Liebe Parteifreunde, wir sind hier auf dem Hof von Josef Kunz im ländlichen Grosswangen, zwei Dörfer weg von Ruswil wo ich aufgewachsen bin. Grosswangen gehörte früher zum Gerichtskreis Ruswil. Vor rund 150 Jahren hatte diese Gegend ein politisch stärkeres Gewicht als die Stadt Luzern.

Auch heute ist der Stadt-Land-Gegensatz politisch gesehen immer noch sehr wichtig. Das zeigen regelmässig die Abstimmungs- und Wahlresultate. Die ländliche Schweiz hat schon oft dazu beigetragen, dass Abstimmungsresultate im Sinne der SVP erfolgt sind. 

Ohne die ländliche Schweiz wären wir vielleicht schon längst in der Sackgasse und in der bankrotten EU angelangt. Dafür müssen wir nicht nur der SVP dankbar sein, noch viel mehr müssen wir dafür aber den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern danken.

Unsere schweizerischen Freiheiten dürfen nicht der Globalisierung geopfert werden. Im Gegenteil. Gerade ein so heikles Gebiet wie zum Beispiel der Datenschutz oder Kommunikation, aber auch die Meinungsfreiheit brauchen als Hintergrund eine freiheitliche Ordnung. Wir brauchen auch keine Einmischung des amerikanischen FBI’s, und wir brauchen keinen europäischen Datenvogt. Wir brauchen auch keine Zustände, wie sie in China vorherrschen. Es geht bei der Meinungsfreiheit, beim Datenschutz und auch beim Bankgeheimnis um viel mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein macht.

Als Unternehmer auf dem erstgenannten Gebiet stehe ich für eine liberale, fortschrittliche Schweiz ein. Als einer der im katholisch konservativen Umfeld in Ruswil aufgewachsen ist, weiss ich aber auch, dass es keinen Fortschritt in Freiheit gibt ohne sichere konservative Werte und ohne heimatliche Traditionen. 

Die SVP soll von mir aus gesehen nicht ganz anders sein als die Liberalen, nur etwas mutiger. Die SVP ist auch nicht das Gegenteil der Konservativen, aber klar mutiger und notfalls frecher. Und die SVP kann und muss auch sozial sein. Sozial ist, was Arbeitsplätze schafft. Aber ganz sicher nicht sozial ist der Weg zu einer Zehnmillionen-Schweiz mit unqualifizierter Einwanderung. 

Wir müssen die Probleme auch in Zukunft bezeichnen, das Kind beim Namen nennen. In diesem Sinne gratuliere und danke ich allen SVP-Pionieren der ersten Stunde, und garantiere Ihnen, dass diese Politik konsequent fortgesetzt wird. Niemand anders macht dies für uns, ausser wir selber. Gegen die Arglist der Zeit und aus Liebe zur Schweiz.

An Josef Kunz und dem ganzen OK geht mein Dank für die gute Organisation dieses Anlasses. Ich danke Dir Josef für Deine Initiative.

Ich gratuliere der SVP des Kantons Luzern und der Eidgenossenschaft zu ihrem Geburtstag, und wünsche uns allen nun ein tolles 1. August Fest!


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Über Franz Grüter:

Franz Grüter (1963) wohnt mit seiner Frau und drei Kindern in Eich. Aufgewachsen ist er in Ruswil und ist seit je her mit dem Kanton Luzern verbunden. In seiner Freizeit ist er oft beim Biken oder an einem Match des FCL anzutreffen.

Berufliche Laufbahn

Der gelernte Elektrotechniker TS gründete schon zu Beginn seiner beruflichen Laufbahn ein eigenes IT-Unternehmen das er 2008 mit green.ch, die er zusammen mit einem Investmentpartner übernommen hatte, fusionierte. Als Verwaltungsratspräsident richtete er das Unternehmen strategisch neu aus und baute das Cloud- und Rechenzentrumsgeschäft erfolgreich auf.

Politischer Werdegang

Interessiert am politischen geschehen war Franz Grüter schon während der Kantizeit. Aktiv wurde er aber erst 2010, als Mitglied der Bau- und Zonenkommission der Gemeinde Eich. Von Mai 2012 bis Juni 2017 amtete er als Präsident der SVP Kanton Luzern und baute zahlreiche Ortsparteien auf und aus. Von März 2015 bis November 2015 sass er im Kantonsrat – bis zu seiner Wahl in den Nationalrat. Bei den Wahlen vom 20. Oktober 2019 kandidiert Franz Grüter für den frei werdenden Ständeratssitz und präsentierte dazu jüngst seine Kampagne «Besser för Lozärn».

Schwerpunkte

Seit 2014 engagiert sich der Luzerner als Stiftungsrat in der Schweizerischen Stiftung für Arbeit und Weiterbildung (SSAW), die insbesondere ältere Stellensuchende unterstützt. In seiner politischen Arbeit setzt er sich unter anderem für Transparenz im Arbeitsmarkt, vor allem bei den ausgesteuerten Arbeitssuchenden ein. Gleichzeitig gilt er als Kenner der Digitalwirtschaft und ausgezeichnet vernetzter Unternehmer. Er setzt sich unter anderem ein für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die innere Sicherheit, den Abbau von Bürokratie und die Unabhängigkeit der Schweiz.

Mandate

Franz Grüter führt als Vizepräsident den ICT-Dachverband ICTswitzerland, sitzt im Vorstand des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes und ist Verwaltungsrat der Luzerner Kantonalbank.
 
Die Website von SVP-Nationalrat Franz Grüter:

http://www.franz-grueter.ch/

Franz Grüter auf der Website des Nationalrates:
http://www.parlament.ch/de/biografie/franz-gr%C3%BCter/4162

Die Website der Firma Green.ch, deren Verwaltungsratspräsident Franz Grüter ist:
thttp://www.green.ch/de-ch/home.aspx