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Kolumne von Yannick Gauch

13.11.2012

Kommt der Südzubringer, verschwindet die «Schüür» und zwar für immer

Das Kultur- und Jugendhaus Schüür ist nicht einfach so Mitglied im Komitee «Kein Südzubringer in die Stadt». Nein, die «Schüür», einer der letzten zentralgelegenen Orte für Jugendliche in der Stadt Luzern, ist in ihrer Existenz bedroht.


Die Jugend Luzerns muss mit Schrecken und Wut feststellen, dass sie immer mehr Opfer des Ausverkaufs der Stadt Luzern wird. Nachdem vor Jahren der «Wärchhof» und später das Kulturzentrum BOA und das «Frigorex»-Areal Opfer des neoliberalen Standortwettbewerbs der Stadt Luzern geworden sind, müssen wir uns jetzt wegen eines hirnrissigen, 250 Millionen kostenden Autobahnzubringers sogar noch Sorgen um eine der letzten kulturellen Oasen für die Jugend in der Stadt Luzern machen.

Auch wenn CVP-Grossstadtrat Markus Mächler und Co. gerne das Gegenteil behaupten: Kommt der Südzubringer, muss die «Schüür» weichen.

Denn der Südzubringer kommt direkt hinter der «Schüür» aus einem Tunnel. Für diese Grossbaustelle der Tunneleinfahrt müssen das Jugendkulturhaus, der Treffpunkt der Spanier und das dort angesiedelte Kleingewerbe unweigerlich weichen.

Es geht also in der Südzubringer-Abstimmung einerseits um diese Fragen:


. Wollen wir noch mehr Verkehr in der Stadt Luzern?


. Wollen wir 250 Millionen für eine Autobahnzufahrt ausgeben, nachdem ein Sparpaket das andere jagt?

. Wollen wir mit dem Südzubringer wirklich den öffentlichen Verkehr konkurrenzieren und damit eine andere Verkehrspolitik einschlagen, als jene, für welche wir uns 2010 mit der deutlichen Annahme der Initiative «Für eine nachhaltige Mobilität» entschieden haben?

Es geht hier andererseits aber auch um diese Fragen: 

. Wie soll eine durchmischte Kulturstadt (wie sie sich ja gerne anpreist) aussehen?


. Will man den Jugendlichen einen ihrer letzten kulturellen Orte auch noch wegnehmen?

Kurz gesagt, es geht auch um eine gesellschaftliche und kulturelle Grundsatzfrage.
 Denn muss die «Schüür» weichen, wird es einen Neubau in dieser Art sicher nicht geben, allein schon aus finanziellen Gründen.

Wer gegen die weitere Vertreibung der zentrumsnahen Kultur in der Stadt Luzern ist, muss für die Initiative stimmen. Kein Südzubringer ist ein Ja zur «Schüür» und damit für die Kultur!

Yannick Gauch, Luzern


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Kommentare:
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Edwin Beeler aus Luzern

Mittwoch, 14.11.2012, 09:13 · Mail

(Ironie ein) Kultur nützt nichts. Der ÖV ist zu teuer. PPP-Fächer an der Kanti Musegg sind überflüssig, da zu kuschelig. Und: nur der MIV (der motorisierte Individualverkehr) bringt die Werktätigen sicher und effizient an ihre Arbeitsplätze. Wer das bestreitet, ist ein linksnetter Unbelehrbarer.

Deshalb müssen die letzten Überreste der Rösslimatt-Baracken inklusive «Schüür» abgerissen werden. Genauso wie die alte Zentral- und Hochschulbibliothek und das unnütze Vögeligärtli. Dort lungern sowieso nur arbeitsscheue Elemente herum, vor allem auf dem renditefeindlichen, sogenannten «Kinderspielplatz».

Darum: Ja zum Südzubringer! Der bringt mehr Arbeitsplätze in die Stadt und dank der Unternehmenssteuerreform zusätzlich auch mehr Firmen. Die Stadt muss jetzt aber endlich das brachliegende Gelände des vormaligen «Schmitte»-Areals auf den Pilatusplatz überbauen, um diesen Firmen die entsprechende Attraktivität zu bieten. (Ironie aus)

Edwin Beeler, Luzern

 
 
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Über Yannick Gauch:

Yannick Gauch (1994) war von 2011 bis 2014 Präsident der JungsozialistInnen (JUSO) der Stadt Luzern. 2015 hat er die vierjährige Ausbildung zum Grafiker abgeschlossen. Er arbeitet als selbständiger Grafiker. Seit 2020 ist er zusammen mit Kantonsrätin Simon Brunner Co-Präsident der SP Stadt Luzern.

2016 ist er auf der JUSO-Liste in den Grossen Stadtrat gewählt worden, 2020 als SP-Vertreter.

Yannick Gauch auf der Website des Grossen Stadtrates:
http://www.stadtluzern.ch/politikverwaltung/behoerdenmitglieder/173590

Die Website der Firma, deren Mitbesitzer Yanick Gauch ist:
http://www.buerozwoi.ch/