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Kolumne von Yannick Gauch

30.07.2012

«Heimat» ist eine Frage der ganz eigenen Definition

HEIMAT-DEBATTE (14) - Wenn ich «Heimat» höre oder lese, bin ich in Gedanken und Gefühlen in meinen engsten und wichtigsten persönlichen Umfeldern: in der Familie, bei Freundinnen und Freunde, am Arbeitsplatz, in der Pfadi, in meiner Partei. Denn für mich entsteht Heimat, wo ich mich geborgen fühle, wo ich herkomme, wo ich Teil einer Gemeinschaft sein darf.


Yannick Gauch mit PfadikameradInnen Ende November 2011 beim Adventskerzen-Verkauf vor der Franziskanerkirche in Luzern.

Bild: Herbert Fischer

Dazu gehört auch, dass ich Leute, die anders denken als ich, ebenfalls zu meiner Heimat zähle. Denn Gespräche und Diskussionen mit ihnen sind oft spannender und fordern mich mehr heraus, als wenn ich mich mit Gleichgesinnten auseinandersetze. Das ist einer der Gründe, warum ich Politik mache. Ich will andere anhören, ihre Argumente kennenlernen, sie im besten Fall gar überzeugen. 

«Heimat» ist also eigentlich ein imaginärer Ort, wo der Charakter und die Mentalität eines Menschen entstehen, stark geprägt durch Faktoren wie das soziale Umfeld.

Niemand hat das Recht darüber zu entscheiden, wer «zur Heimat gehört» und wer nicht, schon gar nicht, wer «heimatmüde» ist. Jeder Mensch definiert «Heimat» für sich und er wird dabei bald feststellen, dass es eben mehrere Umfelder sind, welche seinen ganz eigenen Heimatbegriff ausmachen. 

Ich bin froh, in der Schweiz geboren zu sein, hier leben und arbeiten zu dürfen, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der ich mich zuhause fühle; Teil einer Demokratie zu sein, die ich aktiv mitgestalten kann; eines Landes, an dessen Zukunft ich so mitwirke.

Aber ich bin nicht stolz darauf, Schweizer zu sein. Wer sich stolz fühlt, hebt sich von anderen ab, fühlt sich besser, schaut auf andere hinunter. Das entspricht nicht meinem Menschenbild. Für mich sind alle Menschen gleichwertig. Egal, woher sie kommen, was sie haben, wie sie denken, wie sie leben.

Irgendwie irritiert es mich, dass der Begriff Heimat allein im Zusammenhang mit dem 1. August Hochsaison hat. Denn Heimat ist das ganze Jahr, Heimat ist immer und überall, ist dort, wo und wann ich mich frage, woher ich komme, was mich prägt und was mich trägt. 

Yannick Gauch, Präsident der JungsozialistInnen Stadt Luzern, Luzern


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Über Yannick Gauch:

Yannick Gauch (1994) war von 2011 bis 2014 Präsident der JungsozialistInnen (JUSO) der Stadt Luzern. 2015 hat er die vierjährige Ausbildung zum Grafiker abgeschlossen. Er arbeitet als selbständiger Grafiker. Seit 2020 ist er zusammen mit Kantonsrätin Simon Brunner Co-Präsident der SP Stadt Luzern.

2016 ist er auf der JUSO-Liste in den Grossen Stadtrat gewählt worden, 2020 als SP-Vertreter.

Yannick Gauch auf der Website des Grossen Stadtrates:
http://www.stadtluzern.ch/politikverwaltung/behoerdenmitglieder/173590

Die Website der Firma, deren Mitbesitzer Yanick Gauch ist:
http://www.buerozwoi.ch/