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Kolumne von Marcel Budmiger

21.09.2014

Prämienexplosion und Bürokratie stoppen

Im Herbst ist wieder Jagdsaison. Gejagt wird aber nicht nur in unseren Wäldern, sondern auch per Telefon und mit gross angelegten Werbekampagnen. Mit der Bekanntgabe des Prämienanstiegs beginnt für die Krankenkassen nämlich die Jagd nach «guten Risiken».


Rund 225 Millionen Franken an Werbegeldern bezahlen die privaten Krankenkassen (und wir alle via Prämien), um sich einander Junge und Gesunde – die sogenannten «guten Risiken» – abzujagen. Ein gutes Geschäft, auch für die lästigen Telefonmakler. Weitere 100 Millionen kosten die Verwaltung der Kassenwechsel.

Die Initiative für eine öffentliche Krankenkasse macht Schluss mit dieser Geldverschwendung. Statt in Managerlöhne und Bürokratie soll in die Behandlungsqualität und Prävention investiert werden. Beispielsweise für jene sieben Krankheiten, welche 80 Prozent der Kosten verursachen.

Eine besser koordinierte, individuelle Behandlung steigert die Qualität und senkt die Kosten. Mittelfristig können so bis zu zwei Milliarden Franken pro Jahr eingespart werden. Wir bekämen die Gesundheitskosten endlich in den Griff, die Prämienexplosion der letzten Jahre würde gestoppt.

Pseudowettbewerb funktioniert nicht

Heute werden Menschen mit schweren Krankheiten von den Kassen abgewimmelt, statt gut betreut. Niemand will zu attraktiv sein für diese «schlechten Risiken». Statt einer Sozialversicherung wie der AHV haben wir heute viele private und unsoziale Versicherungen in einem Pseudowettbewerb. «Sozialversicherungen organisieren die Solidarität», deshalb funktioniert Wettbewerb in den Sozialversicherungen nicht: das sagt alt FDP-Präsident und -Nationalrat Franz Steinegger. Als ehemaliger SUVA-Chef weiss er, dass eine öffentliche Anstalt effizienter sein kann, als die privaten Versicherer. Hier konnten die Prämien während Jahren immer wieder gesenkt werden.

Wie wäre es, wenn künftig die öffentliche Krankenkasse - vielleicht ja mit Sitz in der Versicherungshochburg Luzern – einmal eine Prämiensenkung verkünden könnte? Damit dies kein Wunschdenken bleibt, sagt ein breites Bündnis von Ärzten, Pflegenden, Patientinnen und Gewerkschaften JA zu einer öffentlichen Krankenkasse.

Marcel Budmiger, Geschäftsleiter Luzerner Gewerkschaftsbund, SP-Kantonsrat, Luzern


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Über Marcel Budmiger:

Marcel Budmiger (*1980) hat an der Universität Bern das Studium der Politikwissenschaften mit dem Lizentiat abgeschlossen. Er arbeitet als Geschäftsleiter des Luzerner Gewerkschaftsbundes (LGB). Von 2010 bis 2014 war er SP-Grossstadtrat, seit 2013 ist er Kantonsrat. Daneben engagiert er sich beim Luzerner Mieterinnen- und Mieterverband, dem Schweizerischen Arbeiter Hilfswerk (SAH) Zentralschweiz sowie bei der Kontakt- und Beratungsstelle für Sans-Papiers Luzern.

Vorstösse von Marcel Budmiger im Grossen Stadtrat:
http://www.stadtluzern.ch/de/politik/ggr/polgeschaefte/?uz=MARCEL

Mehr über Marcel Budmiger als Kantonsrat:
www.lu.ch/Suchen=

Die Website von Marcel Budmiger:
marcelbudmiger.ch