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Kolumne von Marcel Budmiger

25.08.2013

Die Bevölkerung will kein Shopping rund um die Uhr!

Wir stimmen am 22. September nicht nur über den Verkauf von ein paar Bratwürsten ab, wie uns die Befürworter der Vorlage weismachen wollen. Vielmehr geht es um einen Dammbruch bei den Ladenöffnungszeiten.


Nach der massiven Ablehnung der jungfreisinnigen Initiative zur Abschaffung des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes im Kanton Luzern, kommt nun ein noch radikalerer Vorschlag: Zum ersten Mal soll in der Schweiz der 24-Stunden-Arbeitstag im Detailhandel eingeführt werden. 

Nacht- und Sonntagsarbeit sind familienfeindlich

Gegen mehr Nacht- und Sonntagsarbeit wehren sich Detaillisten, Gewerkschaften und Kirchen zusammen mit Vertretern aller grosser Parteien. Denn nachts und am Sonntag müssen die Menschen sich erholen und ihre Freizeit geniessen können. Ständige Verfügbarkeit am Arbeitsplatz ist familienfeindlich, erhöht den Stress und macht krank. Bereits jetzt sind im Verkauf zerstückelte Arbeitszeiten, Samstagsarbeit und Arbeit auf Abruf die Regel – und das zu sehr tiefen Löhnen. Soll im Detailhandel wirklich rund um die Uhr gearbeitet werden, nur damit ein paar wenige auch nach Mitternacht ihre Tiefkühlpizza einkaufen können?

Unehrliche Salamitaktik

Statt einer Bratwurst, hätten die Befürworter des 24-Stunden-Sjoppings besser eine Salami als ihr Kampagnen-Logo gewählt. Denn mit ihrer unsäglichen Salamitaktik wollen die Grossverteiler und die Erdölvereinigung den 24-Stunden-Arbeitstag einführen – zuerst bei den Tankstellenshops, dann im ganzen Detailhandel. Denn allein für 23 Tankstellenshops bräuchte es keine Gesetzesänderung. Vielmehr warten schon weitere Vorlagen, die Luzern zwingen würden, die Ladenöffnungszeiten abends bis um 20 Uhr zu verlängern oder flächendeckend Sonntagsarbeit einführen wollen. Fragen Sie mal unsere bürgerlichen Parlamentarier in Bern, wie sie jeweils gestimmt haben! Der Begriff «Volksvertreter» erhält hier eine ganz neue Dimension. Dies ist umso schlimmer, weil die Durchlöcherung der Schutzbestimmungen im Arbeitsgesetz uns alle betrifft. Wenn im Verkauf rund um die Uhr gearbeitet wird, hat dies auch Auswirkungen auf Zulieferer und andere Branchen.

Volkswille respektieren

Das angebliche Kundenbedürfnis, nach Mitternacht einkaufen zu können, ist herbeigeredet. Die Luzerner wollen keine längeren Öffnungszeiten: Jede Liberalisierungsvorlage wurde an der Urne abgelehnt – das letzte Mal vor weniger als drei Monaten. Diese Zwängerei muss endlich aufhören! Mit einem klaren Nein schicken wir ein Zeichen nach Bern, dass wir uns keine längeren Ladenöffnungszeiten aufzwängen lassen wollen. Und dass wir den Sonntag als freien Familientag bewahren wollen.

SP-Grossstadtrat Marcel Budmiger, Geschäftsleiter Luzerner Gewerkschaftsbund, Luzern


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Über Marcel Budmiger:

Marcel Budmiger (*1980) hat an der Universität Bern das Studium der Politikwissenschaften mit dem Lizentiat abgeschlossen. Er arbeitet als Geschäftsleiter des Luzerner Gewerkschaftsbundes (LGB). Von 2010 bis 2014 war er SP-Grossstadtrat, seit 2013 ist er Kantonsrat. Daneben engagiert er sich beim Luzerner Mieterinnen- und Mieterverband, dem Schweizerischen Arbeiter Hilfswerk (SAH) Zentralschweiz sowie bei der Kontakt- und Beratungsstelle für Sans-Papiers Luzern.

Vorstösse von Marcel Budmiger im Grossen Stadtrat:
http://www.stadtluzern.ch/de/politik/ggr/polgeschaefte/?uz=MARCEL

Mehr über Marcel Budmiger als Kantonsrat:
www.lu.ch/Suchen=

Die Website von Marcel Budmiger:
marcelbudmiger.ch