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Kolumne von Edwin Beeler

10.08.2011

Wir einheimischen Filmer haben hier auch unsere sozialen Netze

Bei aller Euphorie über Luzern und die Zentralschweiz als attraktive Filmkulisse geht mitunter vergessen, dass es hier auch eine eigene Filmszene gibt.


Gründungsversammlung des Vereins Film Zentralschweiz 2009 im «Rütli-Saal» in Luzern. Der Verein hat zurzeit drei Ehrenmitglieder: Xavier Koller, Erich Langjahr und Fredi M. Murer.<br><br>Bild: Andrea Capella

Gründungsversammlung des Vereins Film Zentralschweiz 2009 im «Rütli-Saal» in Luzern. Der Verein hat zurzeit drei Ehrenmitglieder: Xavier Koller, Erich Langjahr und Fredi M. Murer.

Bild: Andrea Capella




Dave Schläpfer schreibt in der «Neuen Luzerner Zeitung», Hollywood möchte Luzern in die Kinos bringen (4. August 2011). Warner Brothers, eines der grössten Filmstudios, möchte den Agententhriller The Lions Of Lucerne («Die Löwen von Luzern») des amerikanischen Bestseller-Autors Brad Thor verfilmen. Neben Bern und Interlaken sollen die Stadt Luzern und der Pilatus als Filmkulisse eine wichtige Rolle spielen.

Die Zentralschweiz, schreibt der NLZ-Journalist weiter, sei überhaupt als Drehort beliebt. Dabei listet er vorwiegend Filmbeispiele auf, die weder hier produziert wurden, noch von der Handlung oder vom Thema her etwas mit Luzern und der Zentralschweiz zu tun haben.
 Die Stadt Luzern im Besonderen und die Zentralschweiz im Allgemeinen werden nämlich nicht nur als Kulisse für auswärtige Produktionen wie beispielsweise den Fernsehspielfilm Tatort oder die Bollywood-Produktion Saath Nibhana Saathiya benutzt. Es gibt auch in der Zentralschweiz Filmschaffende, deren Werke spannende Geschichten erzählen, die hier passiert sind und die den hiesigen Lebensraum wiederspiegeln. Ich erinnere dabei an folgende Kinofilme und ihre Autorinnen und Autoren (die Liste ist unvollständig):


. Von Erich Langjahr: Ex Voto; Hirtenreise (Schweizer Filmpreis 2003); Das Erbe der Bergler


. Von Karl Saurer : Der Traum vom grossen blauen Wasser; Steinauer Nebraska; Holz schlaike mid Ross (realisiert zusammen mit Franz Kälin)

. Von Bernard Weber und Robert Müller: Die Wiesenberger (in Produktion, Arbeitstitel)

. Von Roger Bürgler: Syra Marty – Dächli Leni goes Hollywood


. Von Thomas Horat: Wätterschmöcker

. Von Cyril Schläpfer: Ur-Musig

. Von Thaïs Odermatt: Nid heicho


. Von Hans Haldimann: Bergauf, bergab


. Von Luke Gasser: Die Nagelprobe


. Von Michael Schärer (Regie) und Zodiac Pictures (Produktion): Stationspiraten


. Von Marcel Wolfisberg (Produzent): Winkelried (in Produktion, Arbeitstitel)

. Vom Verfasser dieses Beitrages (Edwin Beeler), unter anderem: Arme Seelen; Gramper und Bosse; Bruder Klaus; Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk.


Alle diese Filme und ihre Produzenten grasen die Zentralschweiz nicht nur nach idyllischen Kulissen ab und machen sich dann wieder aus dem Staub (zum Beispiel in andere Steuerdomizile), sondern leben auch hier und erzählen Geschichten, die mit der Zentralschweiz zu tun haben.
 Dass die Hochglanz-Kulissen für auswärtige Filmproduktionen, die überhaupt nichts mit dem Leben hier zu tun haben und hier auch nicht domiziliert sind, vielleicht den Tourismus ankurbeln können, ist gut und recht. Wir sind aber keine Museumswärter für den Car- und Massentourismus vor schönen Fassaden, sondern leben und arbeiten hier, haben hier unsere sozialen Netze. 

Bei aller durchaus berechtigten Euphorie für Hollywood, Bollywood, Quartz, Salle Modulables und Mega-Glamour-Events mit Sternchenpromis und goldenen Rosen sollte aber das vielfältige einheimische Filmschaffen mit seinen realen, künstlerisch-thematischen Beziehungen zur Zentralschweiz nicht unter den roten Teppich gekehrt werden.
 


Edwin Beeler, Filmautor und -produzent, Luzern



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Über Edwin Beeler:

Edwin Beeler (* 1958) schloss sein Studium in Allgemeiner Geschichte und Geschichte der Deutschen Literatur an der Universität Zürich mit dem Lizentiat ab. Seit rund 25 Jahren arbeitet er hauptsächlich als Filmemacher. 

1988 gründete er zusammen mit Marlon Heinrich und Guido Paul Denzler die Filmproduktionsfirma Calypso Film AG, welche unter anderem seine Kino-Dokumentarfilme produziert: «Arme Seelen» (2011), «Gramper und Bosse - Bahngeschichten» (2005), «Grenzgänge - Eine filmische Recherche zum Sonderbundskrieg 1847» (1998, realisiert zusammen mit Louis Naef), «Bruder Klaus» (1991), «Rothenthurm - Bei uns regiert noch das Volk» (1984). 

Die Stadt Luzern hat ihn 1992 mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet. Beeler arbeitet im Vorstand des Vereins Film Zentralschweiz mit. Er ist Vater von zwei Töchtern und lebt zusammen mit seiner Partnerin in Luzern.

calypsofilm.ch/Website_Calypso_26-07-2012/Index.html