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Gastbeitrag von Armin Beeler

Über den Autor:

Armin Beeler
(1933), ist schon sehr lange pensionierter Didaktiker und Rektor des Lehrerseminars der Stadt Luzern. Er war auch zwölf Jahre Präsident der Kleintheaterstiftung. Beeler hat den in der ganzen Deutschschweiz verbreiteten Volksschul-Lehrplan «Mensch und Umwelt» entwickelt.

Bild: Herbert Fischer

14.05.2011

Es gab einmal eine Urschweiz

Die Waldstätte UR SZ OW NW gründeten die Urschweiz 1291. Luzern war schon 1315 auch dabei. Das waren noch Zeiten noch Zeiten.

Diese Stände haben nämlich – es tönt heute abenteuerlich – sie haben nämlich zusammengearbeitet. Wir wissen es alle: Sie waren gegen die Habsburger und zuerst auch ein bitzeli gegen die Zuger, Zürcher, Glarner, Berner und Basler, haben sich dann aber eines Besseren belehren lassen und tatsächlich begonnen, mit denen zusammenzuarbeiten.

Heute gibt es eine Innerschweiz

Auch sie besteht immer noch aus UR SZ NW OW und LU. Zusätzlich gäbe es, sagt man, eine Zentralschweiz mit den obigen plus ZG. Aber: Welch ein Unterschied. Weil sie nicht mehr gegen die Habsburger kämpfen können, denn die sind unterdessen Aargauer geworden und weil sie auch sonst Mühe haben, Feinde zu finden, haben sie beschlossen, sich selbst Feind zu sein. «Jeder gegen Jeden» nennt man dieses Spiel, das schon meine Primarschüler in den 50-er-Jahren auf der Schulreise gespielt haben.

Das Spiel «Jeder gegen Jeden» hat sich auf die ganze Innerschweiz ausgebreitet

Jeder will noch etwas mehr tun für die Kreditkräftigen, jeder will noch schönere‚ «gehobene Wohnzonen» schaffen, jeder will noch etwas tiefer gehen mit den Steuern – dafür geht auch jeder immer etwas höher mit den Gebühren: Etwas mehr Geld für den Vorkindergarten darf man wohl verlangen – zumutbar – und für den Musikunterricht auch – zumutbar – und auch den Alten darf man etwas höhere Heimbeträge zumuten, dafür reduziert man dann die Güselabfuhr – zumutbar – salzt im Winter etwas weniger – ein Rutsch aufs Arsch ist doch zumutbar. Auch etwas höhere Gebühren für die Beerdigung liegen doch drin, schliesslich erlässt man ja die Erbschaftssteuer. Wenn das alles nicht reicht, kann man ja noch die Konkordate mit den andern Zentralschweizer Kantonen künden.

Zumutbar?

Wo sind sie plötzlich, unsere hemdsärmligen Hurrapatrioten, …

… unsere Europafeinde und Gartehägli-Pfleger? Wieso sorgen sie sich nicht wenigstens um ihre Mit-Patrioten, die alten Eidgenossen? 

Dumm, ich habe es vergessen: Meine Primarschüler spielten schon in den 50-er-Jahren «Jeder gegen Jeden» und nannten es «Eidgenösserlis».

Ich wünsche mir andere Eidgenossen. Sie sind nicht leicht zu finden. Das üble Kinder-Spiel läuft heute halt unter dem Titel «gesunde Konkurrenz».

Mich macht sie krank.

 

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Armin Beeler liest am Samstag, 21. Mai 2011 im Kleintheater Luzern:
http://www.guidle.com:80/angebote/67662383/armin_beeler__markus_lauterburg/luzern


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Kommentare:
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Albert Lötscher aus Luzern

Sonntag, 15.05.2011, 10:37 · Mail

Lieber Armin
Du schreibst mir das in wenigen Sätzen vom Herzen, was ich schon lange auch dachte und immer wieder sage. Sind die hemdsärmeligen Hurrapatrioten zwangsläufig etwas ruhiger geworden, weil es ihnen bei ihrem derzeitigen Treiben im Innersten doch ewas mulmig geworden ist? Realisieren sie ihre Fahnenflucht. die sie begehen, indem sie den Neohabsburgern des Geldes wegen heute den Hof machen?

 
 
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