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Die Redaktion empfiehlt

22.05.2021

srf.ch - Die Macht der Emotionen

Wo entstehen unsere Emotionen und Gefühle? Und wozu dienen sie? Kathrin Hönegger lässt sich in ihr Gehirn schauen und will erfahren, inwieweit Gefühle angeboren oder erlernt sind und wie sie uns prägen. Dank bildgebender Verfahren können Neurowissenschaftler Gefühle im Gehirn genau lokalisieren.


Fährt eine Emotion durch unseren Körper, löst sie eine charakteristische Gestik aus, hervorgerufen durch eine ganze Reihe verschiedener Reaktionen – muskuläre, hormonelle, neurologische, die wiederum unser Verhalten beeinflussen. Forschende der Universität Genf wollen die komplexen Verbindungen zwischen unserem Körper und unseren Emotionen ergründen. Und sie kommen zum Schluss, dass das Fühlen durch Körperreaktionen ausgelöst wird. Höherer Herzschlag, Schwitzen, trockene Kehle. Unsere Gefühle sind schlussendlich die Wahrnehmung dessen, was im Körper passiert.

«Atlas» der Emotionen

Der Psychologe Paul Ekmann hat sich vor 50 Jahren aufgemacht, das vielfältige Alphabet der Gefühle weltweit zu entschlüsseln. Und er wies bei seinen Studien rund um den Globus nach, dass die sieben Basisemotionen Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung vererbt und nicht kulturell erlernt sind. Es entstand eine Datenbank mit rund 10'000 emotionalen Ausdrucksweisen, welche mit den 43 Gesichtsmuskeln überhaupt ausgeführt werden können.

Wie Emotionen entstehen

Entwicklungspsychologen haben in einer Serie von Experimenten die Emotionen von 90 Babys im Alter von 15 bis 18 Monaten getestet. Und ergründeten die Ursachen des Erlernens und Interpretierens von emotionalen Signalen. Es zeigt sich, dass Kinder, wenn sie von früh auf gewöhnt sind Emotionen zu erkennen und auszudrücken, später bessere Strategien aufweisen, um mit emotionalen Krisen umzugehen und so lebenslang Vorteile haben.

Empathie in der Tierwelt

Die Basisemotionen sind genetisch vererbt und existieren auch im Tierreich. Aber haben sie auch Empathie wie wir Menschen? Die neuste Forschung aus Zürich zeigt, dass sie zumindest Ansätze von Empathie zeigen. Diese lange Zeit als typisch menschlich geltende Eigenschaft ist inzwischen bei Tieren, wie verschiedenen Affenarten, beobachtet worden. Und Judith Burkhart geht der Frage nach, ob das einmalige Zusammentreffen von grosser Intelligenz, die wir von unseren affenartigen Vorfahren geerbt haben, mit der Empathie und dem sozialen Interagieren der Grund ist, warum der Mensch sich so schnell entwickeln konnte.

«Einstein»: Sonntag, 23. Mai 2021, 11:35h bis 21:10h, SRF 1. Dies ist die Zweitausstrahlung der Sendung vom 20. Mai.

Siehe unter «Links».

(red)