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Kolumne der Redaktion

04.09.2019

Luzerner SP vernetzt sich mit SP Uri und SP Schwyz, um in Bundesbern zu erstarken

Die Zentralschweiz wird im Bundeshaus fast ausschliesslich durch bürgerliche Politiker vertreten. Doch es tut sich was: Rund um den Vierwaldstättersee stellen sich dieses Jahr zahlreiche starke SP-Kandidatinnen und -Kandidaten zur Wahl. Die SP Luzern, die SP Schwyz und die SP Uri haben deshalb heute Mittwoch (4. September) in Brunnen eine gemeinsame Medienkonferenz durchgeführt.


Sie wollen am 20. Oktober für die SP in den Nationalrat gewählt werden (von links): Prisca Birrer-Heimo (Luzern / bisher), Karin Schwiter (Schwyz), Urs Kälin (Uri), Andreas Marty (Schwyz) und Paul Furrer (Schwyz).

Bild: Herbert Fischer

«Mehr Auswahl am Vierwaldstättersee»: Unter diesem Titel haben die SP Luzern, die SP Schwyz und die SP Uri heute Mittwoch (4. September) im Gasthof Pluspunkt in Brunnen eine Medienkonferenz durchgeführt, um auf die Notwendigkeit einer breiteren Vertretung der Kantone rund um den Vierwaldstättersee hinzuweisen.

Die Luzerner Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo - einzige linke Vertreterin der Zentralschweiz in Bern - blickte zurück in die Geschichte: Erster SP-Nationalrat der Kantone rund um den See war ein Luzerner (1922), der zweite ein Schwyzer (1925). Während weniger Jahre nahmen zusammen mit der Zuger SP-Vertretung drei Zentralschweizer Sozialdemokraten im Nationalrat Einsitz.

Ob- und Nidwalden ebenso wie Uri stellten noch nie eine SP-Vertretung und auch linke Ständeräte aus der Region gab es noch nie. Noch heute finden fortschrittliche Stimmen nur schwer Gehör. Doch es tut sich was!

Dieses Jahr stehen in der Zentralschweiz zahlreiche starke SP-Kandidatinnen und -Kandidaten zur Wahl. Neben den SP-Hauptlisten gibt es Listen der JUSO, der MigrantInnen, der «SP 60+» und der AuslandschweizerInnen. Und in Obwalden haben die JungsozialistInnen JUSO eine Kandidatin aufgestellt.

In verschiedenen Politikbereichen, die für die Zentralschweiz wichtig sind, unterscheiden sich die Positionen der SP klar von jenen der bürgerlichen Parteien. Dazu gehört beispielsweise die Steuerpolitik: «Die Abstimmung zur Unternehmenssteuerreform III hat deutlich gezeigt, dass die Zentralschweizer Bevölkerung diese einseitige burgerliche Politik zugunsten von Gutverdienenden und Vermögenden nicht mehr akzeptiert: In Luzern, Schwyz, Uri und Obwalden wurde die "USR III" abgelehnt, in Nidwalden nur ganz knapp angenommen», sagt die Luzerner SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo weiter. Rund um den Vierwaldstättersee gäbe es «kritische Stimmen zum ruinösen Steuersenkungswettlauf». Auch sie müssten in Bern Gehör finden.

Andreas Marty – Nationalratskandidat, Kantonsrat und Präsident der SP Kanton Schwyz – wies vor den Medien heute in Brunnen auf die Last der hohen Gesundheitskosten hin. Die Krankenkassenprämien sind eine grosse Last für die Bevölkerung, doch auch der Kanton Schwyz hat die Prämienverbilligung gekürzt. Als einzige Partei hat die SP diese Senkung bekämpft. Gemeinsam mit der SP Schweiz setzt sich die SP Schwyz für tiefere Krankenkassenprämien ein: «Deshalb hat die SP im März eine eidgenössische Volksinitiative gestartet, welche dieses gegenseitige Unterbieten der Kantone stoppen will. Die Initiative verlangt, dass niemand mehr als zehn Prozent seines verfügbaren Einkommens für die Prämien ausgeben muss», so Andreas Marty. Bereits sind über 95 000 Unterschriften zusammengekommen.

«Seit Jahren ist der Kanton Schwyz der einzige Kanton, der die Förderbeiträge fur erneuerbare Energien beim Bund nicht abholt, weil er nicht bereit ist, selber auch nur einen Franken beizusteuern»: Dies sagte Karin Schwiter - alt Kantonsrätin und Kantonsratspräsidentin -, die ebenfalls im Kanton Schwyz als Nationalrätn kandidiert. In ihrem Votum legte sie dar, wie die rechtsbürgerliche Mehrheit in Schwyz alle Fortschritte in der Klimapolitik verhindert: Die SVP besetze derzeit in Bundesbern vier von sechs Sitzen, FDP und CVP die anderen beiden. Schwiter: «Wenn wir die nächsten vier Jahre dieselben Vertreter nach Bern schicken, wird es keine wirksame Klimapolitik geben. Da nützt es auch nichts, wenn sich die FDP jetzt vor den Wahlen ein grunes Mäntelchen umlegt.»

Mitte Juni nahmen schweizweit über eine halbe Million Menschen am Frauenstreik teil und setzten sich für mehr Gleichstellung ein. Paul Furrer – Nationalratskandidat und Fraktionspräsident der SP-Kantonsratsfraktion in Schwyz – erläuterte die Wichtigkeit einer wirksamen Gleichstellungspolitik. Als Vater von drei Töchtern setzt er sich dafür ein, dass seine Kinder ohne Diskriminierung aufwachsen können. Das ist heute noch nicht so: «Viele Frauen unterbrechen oder reduzieren ihre Berufsarbeit aufgrund der Kinderbetreuung. Dadurch entsteht vielfach ein Karriere-Knick: Lohneinbussen und reduzierte Sozialversicherungsbeiträge fuhren in der Folge auch zu tieferen Rentenleistungen», sagte Furerr. Und: «Das ist skandalös. Um hier endlich etwas zu ändern, braucht es eine stärkere SP-Vertretung in Bundesbern».

Urs Kälin – Nationalratskandidat im Kanton Uri und Gemeindepräsident von Altdorf – wies darauf hin, dass die Bundespolitik unseren Alltag entscheidend mitbestimmt, vom Mietrecht über den Tierschutz bis zur Deklaration auf Lebensmitteln. Zudem stehen wichtige Weichenstellungen an: beim Klimaschutz, in unserem Verhältnis zu Europa, in Bezug auf den demografischen Wandel oder im gesellschaftlichen Umgang mit Chancen und Risiken der Digitalisierung. Kälin: «Wir wollen nach Bern, weil wir im Parlament für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger mitreden und mitentscheiden wollen. Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten steht dabei das Gemeinwohl klar vor Einzelinteressen.»

Der heutige Auftritt der SP-Kantonalparteien von Luzern, Uri und Schwyz in Brunnen fand im Gasthof Pluspunkt statt. Er gehört zur BSZ Stiftung, die Menschen mit einer Beeinträchtigung die Teilhabe am sozialen und wirtschaftlichen Leben ermöglicht.

(Dies ist eine Medienmitteilung, von der Redaktion www.lu-wahlen.ch überarbeitet)

Siehe auch unter «Links» und «Dateien».


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/