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Kolumne der Redaktion

23.06.2019

Treffpunkt (341): Abschied von Roman Bussmann, einem stillen Diener an Land und Volk

Am Mittwoch (26. Juni) findet um 14h im Kirchensaal Maihof die Abschiedsfeier für den bekannten und populären Journalisten, alt Grossrat, alt Grossstadtrat und - dies vor allem - Breitensport-Förderer Roman Bussmann statt; für eine Persönlichkeit, welche den Sport, die Politik und die Medien in den letzten Jahrzehnten in Luzern geprägt hat wie nicht viele andere.


Roman Bussmann (31. Januar 1928 bis 13. Juni 2019).

Bild: Eveline Beerkircher

Dies allerdings ist vielen Leuten in genau diesen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – eben: Sport, Politik, Journalismus – kaum bekannt. Was weiter nicht wundert. Denn Roman Bussmann war ein stiller, mitunter fast scheu wirkender Mensch, dem es nie um seine Person, sondern stets um die Anliegen und Projekte ging, die er zielstrebig vertrat. «Jüngere Semester», wie man heute so sagt, wissen kaum um seinen Namen, geschweige denn um seine Verdienste, die er sich um die Allgemeinheit erworben hat; was allerdings absolut kein Vorwurf ist!

Aber Roman Bussmann hat es mehr als verdient, nun hier abermals gebührend gewürdigt zu werden. Und dass auf den ewigen Abschied von ihm hingewiesen wird, der auf Mitwoch, 26. Juni um 14h angesetzt ist.

Es gilt, jetzt und hier an ihn und sein Wirken zu erinnern. Um nur drei Beispiele zu nennen; es gäbe weitere zuhauf:

. Ohne Roman Bussmanns Initialzündung gäbe es keinen Luzerner Stadtlauf, diesen grossartigen Massen-Event, an dem sich ganze Völkerstämme friedlich vereint im Rennen messen. Es wäre ein Leichtes, hier weitere solche Erfolgsgeschichten aufzuzählen – aber gewiss auch «Flopps». Auch darin gründet die Bewunderung, die er stets und überall genoss: Was Roman im Kopf hatte, zog er durch, selbst mit dem Risiko des Scheiterns. Solche Leute fehlen heute!

. Ohne Bussmann gäbe es bezüglich des Kantonsrates und der (wenigen) kommunalen Parlamente im Kanton Luzern so gut wie keine komplette Geschichtsschreibung über deren Fakten und Figuren. Erst recht gilt dies für die Exekutiven und die Vertretungen des Standes Luzern in Bundesbern. Ohne erst zu erkunden, was er daran – falls überhaupt – jemals «verdienen» könnte (meist waren es ja höchstens «bessere Trinkgelder»), tat er, was zu tun war: Erfassen, aufschreiben und zugänglich machen, was der Nachwelt zu überliefern ist. Das war Bussmann pur.

. Ohne Bussmann wäre eine überaus wichtige politische Kraft nach dem Zweiten Weltkrieg, die auch im Kanton Luzern eine Rolle spielte und zeitweilig sogar stärker war als die SP und die Gewerkschaften, der Vergessenheit anheim gefallen: Die sozial-liberale Kraft des Landesrings der Unabhängigen, weiland gegründet von einem der bedeutendsten Schweizer der letzten 200 Jahre, nämlich von der Jahrhundertfigur Gottlieb Duttweiler: Bussmann vertrat den LdU während 28 Jahren im Kantonsparlament beharrlich; zudem war er sehr lange Mitglied des Stadtparlaments.

Man sieht: Roman Bussmann war ein leiser Schaffer, ein sicherer Wert – zuverlässig, ohne Mätzchen, erst recht ohne Selbstdarstellungsällüren. Ein selbstloser Diener an der Allgemeinheit, zutiefst verpflichtet dem sozialen Zusammenhalt, der bekanntlich mehr denn je auseinanderzubrechen droht.

Dafür habe ich ihn stets bewundert. Wie nur wenige Andere hat er mich gelehrt, was Glaubwürdigkeit, Geradlinigkeit, Unabhängigkeit und – last but not least – eben Dienst an der Allgemeinheit, an der Gemeinschaft ist, pardon: an der Res Publica. Und dies, obschon wir nie darüber gesprochen haben. Allein durch sein Vorbild, das unerreichbare, hat er mich überzeugt.

Gezeichnet und geschwächt von den Mühen eines tatkräftigen Lebens ist Roman Bussmann am 13. Juni, liebevoll umsorgt, in Sursee im Alter von 91 Jahren für immer friedlich entschlafen.

Er hat sich um Land und Volk verdient gemacht – Ehre seinem Andenken.

Es gehört sich daher, ihm am Mitwoch (26. Juni) um 14h im Kirchensaal Maihof die letzte Ehre zu erweisen. Die Feier wird geleitet durch Franz Zemp.

Herbert Fischer, Redaktor lu-wahlen.ch, Luzern


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/