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Kolumne der Redaktion

07.01.2019

Die beiden Museen erfüllen Auftrag nur ansatzweise

Experte reagiert auf Beitrag in der «LZ» vom Freitag, 21. Dezember 2018 unter dem Titel «Stadtrat will Natur- und Historisches Museum erhalten» (siehe unter «Dateien»).


Kilian T. Elsasser ist ein renommierter Historiker, Ausstellungsmacher und Museumsexperte

Bild: Herbert Fischer

Das vorgeschlagene Sanierungsprogramm mit einer Kürzung des Betriebsbudgets von rund 4 Mio Franken um 0,8 Mio. Franken und der Bereitstellung von 13 Mio. Franken für die Erneuerung der beiden Museen ist bittersüss. Einerseits nimmt die Sanierung der beiden Museen endlich Fahrt auf, andererseits wird die Ausstellungsfläche halbiert.

Bei beiden Museen fällt auf, dass sie für eine seriöse wissenschaftliche Bearbeitung zu wenig Ressourcen haben. Idealerweise müsste die Ausstellungsfläche bleiben und das Budget aufgestockt werden. Mit ein wenig mehr Realitätsbezug sollte die Ausstellungsfläche halbiert und das Budget auf demselben Niveau erhalten bleiben.

Das gäbe die Möglichkeit die Sammlungen der beiden Museen zu inventarisieren und zu erforschen. Wenn die Kürzung des Betriebsbudgets nicht abzuwenden ist, müsste auch über die Aufgaben der Museen gesprochen werden.

Schon jetzt treten vor allem die Sammlungen des Naturmuseums kaum in Erscheinung und erfüllt das Museum die Aufgaben Sammeln, Erhalten, Erforschen nur ansatzweise. Damit Bären, Biber und «Bibeli» ausgestellt werden können, braucht das Naturmuseum keine Insekten-, Pflanzen- und Geologiesammlungen.

Eine realitätsbezogene Vision könnte zur Antwort gelangen, dass die Sammlung einem anderen Museum, zum Beispiel dem Naturhistorischen Museum in Bern, übergeben wird, das die Ressourcen für eine Erforschung der Sammlung eher hat. Daneben scheint es, dass die beiden Museen für den Kanton vor allem dazu da sind, kaum vermietbare Häuser zu überteuerten Preisen zu mieten. Welche Firma würde zum heutigen Mietpreis ins Gebäude des Historischen Museums oder des sanierungsbedürftigen Naturmuseums ziehen?

Zudem ist das Aussenlager am Hirschengraben klimatisch wenig geeignet und soll vom Hausschwamm befallen sein. Eine Herauslösung der beiden Museen aus der kantonalen Verwaltung würde diesen die Möglichkeit geben, sich so zu organisieren, dass sie die Museumsaufgaben sammeln, erhalten, kommunizieren gemäss Leistungsauftrag auch erfüllen können. Das Museum könnte zum Beispiel geeignete Räumlichkeiten zu einem Marktpreis mieten. Ein Politiker sagte mal, dass jemand der Visionen hat zum Arzt gehen soll. So schlage ich pragmatisch vor, dass ein zukünftiges Museum für Natur und Geschichte im sanierten Gebäude des heutigen Naturmuseums einziehen soll.

Kilian T. Elsasser, Museumsfabrik, Luzern 


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/