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Kolumne der Redaktion

12.09.2018

50 Jahre «Brändi»: eine Erfolgsgeschichte mit viel Respekt und Sympathie in Gesellschaft und Wirtschaft

Die Geschichte der Stiftung Brändi begann 1968 in einem kleinen Pavillon in Horw. Seither ist die soziale Institution zu einem leistungsfähigen Industriebetrieb und Ausbildungscenter mit Wohnangeboten, Gärtnereien und Shops im ganzen Kanton Luzern gewachsen. Am Samstag (15. September) bittet das «Brändi» zum Sommerfest in Horw.


Diese Fotografien zeigen, wie breit das Angebot von Leistungen und Produkten ist, welche das «Brändi» an seinen neun Standorten erbringt.

Bilder: Bruno Rubatscher

In einem Pavillon in Horw begann 1968 die Entwicklung der Stiftung Brändi. Darin betreuten zwei Gruppenleiter zwölf Menschen mit Behinderung. Die Gründerstiftung hiess «Arbeitszentrum für Behinderte Luzern» und wurde auf Initiative des Elternvereins Insieme, der Stiftung Rast und des Kantons Luzern gegründet.

Die Behindertenaufgabe wurde damit bewusst an privatrechtlich organisierte Institutionen delegiert. Bis Ende der 1990-er-Jahre eröffnete die Stiftung Brändi an neun Standorten im Kanton Luzern Arbeitswerkstätten und baute das Wohnangebot kontinuierlich aus. Auch qualitativ fand eine Entwicklung statt. So wurde Ende der 1990-er-Jahre bewusst von Betreuung auf Begleitung umgestellt und die Selbstbestimmung gestärkt. Individualität und Normalität wurden stärker gewichtet und Wohnangebote weiter differenziert. «Gleichzeitig fand unter anderem ein Wechsel von einfachen Arbeiten zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Wirtschaft statt», sagt Direktor Pirmin Willi. «Denn Menschen mit Behinderung suchen Herausforderungen. Sie wollen Leistungen erbringen und Teil der Gesellschaft sein.»

Kontinuierlicher Ausbau des Angebots

2003 übernahm die Stiftung Brändi die Dorfgärtnerei in Kriens und pachtete die Klostergärtnerei in Baldegg. Bereits seit 2005 verfügt die Stiftung Brändi über einen Webshop, über den sie die Brändi Spiele und Produkte verkauft. Die letzten 10 Jahre waren unter anderem geprägt von grösseren Umbauten in Sursee und Horw. Durch die Lancierung des Projekts «Integra» arbeiteten ab 2012 erstmals Mitarbeitende der Stiftung Brändi direkt in der Produktion eines Wirtschaftspartners mit. «Als Shop-in-Shop Produktion arbeiten seither permanent 15 Mitarbeitende der Stiftung Brändi bei der Firma Schindler in Ebikon», erklärt Pirmin Willi. 2014 wurde das Fachgeschäft Brändi Shop in Luzern eröffnet und das Kartenatelier Willisau, das seit 2001 bestand, zum Brändi Shop Willisau umbenannt. So konnten die Fachgeschäfte mit dem bereits seit 2005 bestehenden Onlinekanal Brändi-shop.ch gestärkt werden.

Zur zentralen Institution gewachsen

Heute ist die Stiftung Brändi mit 15 Unternehmen an den neun Standorten Horw, Kriens, Luzern, Littau, Willisau, Sursee, Hochdorf und Baldegg vertreten. Im Auftrag des Kantons und der Invalidenversicherung IV bietet sie Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnplätze für Menschen mit Behinderung an. «Arbeit, Bildung und Wohnmöglichkeiten sind die Grundlagen für ein individuelles und selbstbestimmtes Leben», sagt Direktor Pirmin Willi. «Wir fördern die berufliche, gesellschaftliche und kulturelle Inklusion und setzen uns für die Lebensqualität von Menschen mit Behinderung ein.» Pirmin Willi ist seit 2004 Direktor der Stiftung Brändi. Er folgte auf Niklaus von Deschwanden, der 37 Jahre lang für die Stiftung Brändi tätig war.

Zehntgrösste Arbeitgeberin im Kanton

Mit rund 1800 Beschäftigten ist die Stiftung Brändi zur 10. grössten Arbeitgeberin im Kanton Luzern gewachsen. Insgesamt wirken über 600 Fachpersonen in der Begleitung, Anleitung und Betreuung mit. Insgesamt stehen 1100 Arbeitsplätze zur Verfügung. In den produzierenden AWB-Unternehmen sind rund 220 Lernende in Ausbildung und Abklärung. Berufslehren bietet die Stiftung Brändi in 14 Branchen an. Mit Produkten und professionellen Dienstleistungen erzielt die Stiftung Brändi jährlich einen Ertrag von über 30 Millionen Franken. Der Eigenfinanzierungsgrad beträgt über 52 Prozent, was die öffentliche Hand erheblich entlastet. Das Wohnangebot umfasst 340 Wohnplätze in 7 unterschiedlichen Wohnformen, vom Wohnhaus bis zur betreuten WG im Quartier.

Zukunft bleibt herausfordernd

Die Stiftung Brändi ist zu einer starken Organisation für Menschen mit Behinderung im Kanton Luzern gewachsen. «Der tägliche Spagat zwischen betriebswirtschaftlichem und sozialem Auftrag ist jedoch anspruchsvoll», sagt Pirmin Willi. Einige der zahlreichen aktuellen Herausforderungen sind der Spardruck der öffentlichen Hand, die Digitalisierung und Robotik, die Auftragsbeschaffung und die Umsetzung des sozialpolitischen Konzepts Inklusion. «Die Stiftung Brändi will sich aber auch unter schwierigen Bedingungen weiterhin für die Förderung und Begleitung von Menschen einsetzen», betont Direktor Pirmin Willi. «Es braucht die Stiftung Brändi als starke Organisation für Menschen mit Behinderung, die in der freien Marktwirtschaft noch keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz gefunden haben, und für Menschen mit Behinderung, die geschützte Arbeitsplätze und organisierte Wohn- und Freizeitangebote brauchen. 

Woher kommt der Name «Brändi»?

Es gibt verschiedene Interpretationen. Klar ist aber, dass der Name mit den Anfängen der Stiftung in Horw zu tun hat. Das Grundstück, auf dem die Gebäude der Stiftung Brändi in Horw stehen, hatte den Flurnamen Brändi. Für diesen Flurnamen gibt es folgende mögliche Erklärungen: 

. Auf dem Grundstück stand ein Bauernhof, der aus unerklärlichen Gründen mehrmals abbrannte. Der Hof wurde zum Brändihof und daraus der Flurname Brändi.

. Auf dem Grundstück stand ein Bauernhof. Der Bauer war spielsüchtig und war mehrmals hoch verschuldet. Er war immer der Geprellte, «de Brännti». Daraus wurde der Flurname Brändi abgeleitet.

(Dies ist eine Medienmitteilung)

Siehe auch unter «Dateien».

Am Samstag (15. September) bittet das «Brändi» zum Sommerfest. Siehe dazu unter «In Verbindung stehende Artikel»: Treffpunkt (319).


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Über Herbert Fischer:

Herbert Fischer (1951) arbeitet seit 1969 als Journalist und Pressefotograf. Er war unter anderem Redaktor der «LNN», der «Berner Zeitung» und Chefredaktor der «Zuger Presse». Seine Kernthemen sind Medien (Medienwirkung, Medienethik, Medienpolitik), direkte Demokratie, Sicherheitspolitik, soziale Fragen und gesellschaftliche Entwicklungen. Heute berät und unterstützt er Firmen, Organisationen und Persönlichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit. Fischer war von 1971 bis 1981 Mitglied der SP der Stadt Luzern, seither ist er parteilos. Er ist in Sursee geboren und Bürger von Triengen und Luzern, wo er seit 1953 lebt. Herbert Fischer ist Gründer und Redaktor von lu-wahlen.ch

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Interview von Radio 3fach am 27. August 2012 mit Herbert Fischer:

www.3fach.ch/main-story/lu-wahlen/